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Pattensen Ortsrat sieht keine Alternative für Abriss
Umland Pattensen Ortsrat sieht keine Alternative für Abriss
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16:08 21.02.2019
Die Gebäude auf den Grundstücken an der Koldinger Straße am Ortseingang von Pattensen-Mitte sollen abgerissen werden. Quelle: Tobias Lehmann
Pattensen-Mitte

Es gibt sie bereits mehr als 100 Jahre und plötzlich gelten sie als illegal: Der geplante Abriss dieser Gebäude in Pattensen-Mitte erregt Unmut bei den Besitzern und Pächtern der 16 Grundstücke. „Ich fühle mich von der Stadt nicht unterstützt und als Bürgerin Pattensens nicht wertgeschätzt“, sagte eine Zuhörerin in der Sitzung des Ortsrates Pattensen-Mitte am Mittwochabend.

Die Region Hannover hat eine sogenannte Beseitigungsverfügung für die Häuser auf den Grundstücken im Bereich zwischen der Koldinger Straße und Am Fuchsbach sowie der Straße Am Pfingstanger ausgesprochen. Auslöser war, dass sich ein Bürger über ein vermülltes Grundstück in dem Areal beschwert hat. „Damit wurden schlafenden Hunde geweckt“, sagte Ortsbürgermeister Günter Bötger.

Kein gültiger Bebauungsplan

Für beide Bereiche gibt es keinen aktuellen Bebauungsplan. Der Bereich an der Koldinger Straße ist im Flächennutzungsplan als Kleingartengelände ausgezeichnet. Der Erste Stadtrat Axel Müller führte allerdings aus, dass das Gelände nicht die typischen Merkmale habe, um dauerhaft in einem Bebauungsplan als Kleingartengelände ausgewiesen zu werden. Das Gesetz sei auf Seiten der Region. „Die meisten Bauten in dem Bereich sind mehr als 20 Quadratmeter groß. Somit wären sie nur mit einer Baugenehmigung rechtlich erlaubt“, sagte Müller.

Die Zuhörerin wies darauf hin, dass die Laube auf ihrem Grundstück bereits vor mehr als 100 Jahren gebaut worden sei. Ortsratsmitglied Axel Steding (SPD) fragte, ob denn damals eine Baugenehmigung erteilt worden sei. „Es macht eine Unterschied, ob das Gebäude schon immer illegal war oder erst nach heutigen Gesetzen geworden ist“, sagte er. Darüber konnten allerdings weder die Zuhörerin noch Müller Auskunft geben. „Die Baurechte zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Pattensen sind mir nicht bekannt“, sagte Müller.

Ebenso wie für die Grundstücke an der Koldinger Straße hatte laut Verwaltung auch ein Anlieger für die fünf Grundstücke Am Pfingstanger die Aufstellung eines Bebauungsplans bei der Stadt beantragt. Müller wies jedoch darauf hin, dass die Gebäude damit noch nicht gerettet wären. Anschließend müssten sie dennoch genehmigt werden. Ob heutige Bauvorschriften das für die alten Häuser zulassen, sei fraglich. Zudem müssten die Anlieger auch die Kosten für den Bebauungsplan tragen, die laut Müller in fünfstelliger Höhe liegen dürften.

Verwaltung: Anträge ablehnen

Die Verwaltung hat vorgeschlagen, die Anträge auf die Bebauungspläne abzulehnen, da sie mit einer „geordneten städtebaulichen Entwicklung“ nicht vereinbar seien. Müller widersprach allerdings dem Vorwurf der Zuhörerin, dass sich die Stadt nicht für eine einvernehmliche Lösung eingesetzt habe. „Wir haben uns mit der Region Hannover auseinandergesetzt, doch wir sehen keine Alternative“, sagte er. Ortsbürgermeister Bötger bestätigte das Engagement der Stadtverwaltung. Er habe gemeinsam mit Vertretern der Verwaltung nach Auswegen gesucht. „Mir ist es auch unverständlich, dass mehr als 100 Jahre alte Gebäude plötzlich als illegal gelten und abgerissen werden sollen. Doch das Gesetz ist so“, sagte er.

Der Ortsrat sprach sich einstimmig dafür aus, den Antrag auf die Bebauungspläne abzulehnen. Das Thema wird nun in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Bauangelegenheiten und Stadtentwicklung am Montag, 25. Februar, ab 19 Uhr im Rathaus besprochen.

Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Von Tobias Lehmann

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