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Pattensen RSB sucht engeren Kontakt zu den Vereinen
Umland Pattensen RSB sucht engeren Kontakt zu den Vereinen
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15:58 23.07.2018
Dagmar Ernst (links) übergibt beim Sportkongress Tobias Stichtenoth vom Dartverein Dartskulls Basche aus Barsinghausen einen Scheck. Quelle: RSB Hannover
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Hüpede/Region

„Wir wollen den direkten Dialog mit den Vereinen verstärken. Wir wollen viel häufiger die Vereine fragen, was sie brauchen.“ So begründet Dagmar Ernst vom Regionssportbund (RSB) Hannover die Veränderungen in der Führungsstruktur des RSB. Ernst, die in Hüpede lebt, ist seit mehreren Jahren stellvertretende Vorsitzende des RSB. Der Dachverband der Sportvereine hatte Anfang des Monats seine Verbands- und Führungsstruktur neu aufgestellt. Seitdem gibt es keinen 1. Vorsitzenden und Stellvertreter mehr, sondern gleichberechtigte Vorstandsmitglieder, die alle eigene Schwerpunkte haben. „Wir sind ein Team“, sagt Ernst, „Hierarchien wollen wir nicht mehr.“ Es habe sich unter den Vorstandsmitgliedern über die Jahre „eine gute Diskussionskultur“ entwickelt, da sei die neue Struktur mit flachen Hierarchien nur eine logische Entwicklung.

Ernst ist nun Vorstandsmitglied mit dem Schwerpunkt Vereinsentwicklung. Dem RSB gehören aktuell 670 Mitgliedsvereine an. Das Einsatzgebiet umfasst alle Regionskommunen außer der Landeshauptstadt. Die hannoverschen Vereine sind im Stadtsportbund Hannover organisiert. Die beiden Dachverbände kooperieren regelmäßig und bilden dann die Sportregion Hannover.

Ernst sieht es unter anderem als ihre Aufgabe an, die Vereine noch mehr über Fördermöglichkeiten zu informieren. So kann etwa die Anschaffung von Sportgeräten ab einem Wert von 50 Euro unterstützt werden – „also kein Verbrauchsmaterial wie Therabänder oder Bälle“. Aber Fußballtore, Trampoline oder Tischtennisplatten sind förderfähig.

Weil es um erhebliche Summen geht, ist wohl das Förderprogramm zum Sportstättenbau am Bekanntesten. Dabei ist auch der Landessportbund involviert, von dem der Zuschuss kommt „Manchmal kommt noch Geld von Toto Lotto dazu“, ergänzt Ernst. Der RSB prüft und begleitet seine Mitgliedsvereine von der Antragsstellung bis zur Abnahme des Baus. „Es sind öffentliche Gelder, die verteilt werden, da müssen Regeln beachtet werden“, sagt Ernst. In dem Bereich sieht sie auch Probleme: Einerseits gibt es durch viele in die Jahre gekommene Vereinsheime und Sporthallen „einen Sanierungsstau“. „Und wir können zur Zeit weniger auszahlen, als in den Jahren vorher.“

Dagmar Ernst beim Interkulturellen Sporttag beim TUS Empelde. Quelle: RSB Hannover

Für die Vereine, die meist von Ehrenamtlichen geleitet werden, sei es nicht einfach, alle Regelungen für einen erfolgreichen Förderantrag zu überblicken. Deshalb setzt sich der RSB auch für Bürokratieabbau ein. „Ein Verein, ein gemeinnütziger Verein, kann plötzlich steuerpflichtig werden, weil er Kaffee und Kuchen verkauft.“ Oder ein Verein, der eine Rasenfläche pflegt, auf der Sport getrieben wird, erhält von seiner Kommune einen Zuschuss. „Und dafür wird der Verein plötzlich umsatzsteuerpflichtig.“ Dann verhandelt der RSB auch mit der Oberfinanzdirektion und dem Innenministerium, um gesetzlich korrekte Regelungen zu finden, die der Situation der Vereine gerecht werden.

Aktuell hilft der RSB seinen Mitgliedern, die neue Datenschutzverordnung umzusetzen. Ernst wünscht sich aber auch Impulse von den Vereinen selbst, welche Themen angepackt werden sollen. „Man kann uns zu einem Besuch, zu einem Gespräch einladen“, versichert sie, „das soll keine Einbahnstraße sein.“

Förderung erwünscht? Formulare helfen weiter

Der Regionssportbund (RSB) Hannover bietet eine Fülle von Fördermöglichkeiten an. Bei der ersten Orientierung hilft ein Blick unter www.rsbhannover.de auf die Homepage. Unter dem Punkt „Download-Center“ sind viele Handreichungen zu finden. Die Einzelheiten sollten dann im Gespräch geklärt werden. Die RSB-Geschäftsstelle ist im Haus des Sports, Maschstraße 20, in 30169 Hannover zu finden. Die Mitarbeiter sind telefonisch unter (0511) 800 79 780 zu erreichen, per Fax unter (0511) 800 79 7881 und unter info@rsbhannover.de per E-Mail.

Vorstandsmitglied Dagmar Ernst betont, dass der RSB nicht nur bei einer Führungsstruktur neue Wege geht, sondern auch bei seinem Angeboten für die Mitglieder. Als Beispiele nennt sie das „eco-Sportprogramm, das in Kooperation mit der Klimaschutzagentur der Region angeboten wird. Damit können Vereine ihre Gebäude energetisch sanieren: das Dach dämmen, auf LED-Beleuchtung umstellen, oder eine Solaranlage aufs Dach bauen. „Diese Förderung beträgt bis zu 80 Prozent, das ist eine super Sache“, sagt Ernst.

Dazu kommen Aktionen wie etwa die Auszeichnung der 10 Vereine, die den größten Mitgliederzuwachs hatten. „Davon haben besonders die kleinen Vereine profitiert“, sagt Ernst. Unter anderem konnte sie dem Dartverein Dartskulls Basche aus Barsinghausen einen Gewinnerscheck überreichen. Solche Veranstaltungen nutzt Ernst, um ins Gespräch zu kommen. Warum hat ein Verein Mitglieder gewonnen? Über eine neue Sparte, mit einem neuen Trainer oder mit einer Aktion wie einem Frauensporttag? Und wie können andere Vereine davon lernen? gal

Von Kim Gallop

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