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Ronnenberg Feuerwehr soll Büffel behutsam einfangen
Umland Ronnenberg Feuerwehr soll Büffel behutsam einfangen
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15:14 08.10.2018
Die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr informieren sich zwischen Weetzen und Vörie über spezifische Verhaltensmerkmale von Wasserbüffeln. Quelle: Ingo Rodriguez
Argestorf / Weetzen

Beim Anblick des etwa 600 Kilogramm schweren Bullen ist den Einsatzkräften der Feuerwehr Argestorf der Respekt deutlich anzumerken. Wild schnaubend stößt das Tier seine Hörner mehrfach in den Erboden und wirbelt Staub auf. Dass den mächtigen Bullen und die Spezialeinheit für Tierrettung ein stromführender Elektrodraht trennt, ist für die ehrenamtlichen Rettungskräfte in diesem Moment ein günstiger Umstand. „Diese Geste ist eine Warnung“, sagt Landwirt Fritz Baumgarte. „Es sind zu viele Menschen zu dicht heran gekommen“, erklärt der Landwirt das Verhalten des Tieres und bittet die Feuerwehrleute, einen Schritt zurückzutreten.

In der Ihme-Aue informieren sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr Argestorf über spezifische Verhaltensmerkmale von Wasserbüffeln. Quelle: Ingo Rodriguez

Was sind spezifische Verhaltensmerkmale von Wasserbüffeln? Und wie lassen sich ausgebrochene Tiere im Notfall wieder einfangen? Um sich darüber zu informieren, sind 25 Einsatzkräfte der Argestorfer Feuerwehr auf ein Feldstück zwischen Weetzen und Vörie gekommen. „Wir sind im Gemeindegebiet Wennigsen für Tierrettungen zuständig und wollen uns auf eine neue Aufgabe vorbereiten“, sagt der stellvertretende Ortsbrandmeister Andreas Schwarze. Hintergrund des Besuches in der Ihme-Aue sei die bevorstehende Ansiedlung von Wasserbüffeln am neuen Regenrückhaltebecken zwischen Wennigsen und Sorsum. Ab 2020 sollen die Tiere dort laut Schwarze als natürliche Landschaftspfleger der Weiden gehalten werden. In Vörie hat sich das Pilotprojekt des Gewässer- und Landschaftspflegeverbandes Mittlere Leine sowie des Landwirts Baumgarte zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Seit etwa sechs Jahren sorgen die Tiere dort für eine sogenannte „halboffene Landschaft“. „Sie fressen nicht alles, sondern lassen auch einige Pflanzen stehen“, erläutert Baumgarte das Prinzip.

Landwirt Fritz Baumgarte (Mitte) spricht mit Ortsbrandmeister Matthias Schwarze (rechts) sowie Stellvertreter Andreas Schwarze über mögliche Vorgehensweisen beim Einfangen ausgebrochener Wasserbüffel. Quelle: Ingo Rodriguez

Ihm gehört etwa die Hälfte der rund 15 Wasserbüffel. Inzwischen kennt sich der Landwirt mit ihren Wesenszügen aus. „Wie müssen wir uns verhalten, wenn sich eines der Tiere in einem Zaun verfängt oder ausbricht“, will Ortsbrandmeister Matthias Schwarze wissen. Baumgarte hat einen wichtigen Tipp: „Auf keinen Fall darf man die Tiere in die Enge treiben. Man muss sich ihnen behutsam und vorsichtig nähern“, betont er. Gleichwohl: den Landwirt kennen die Tiere. Als er wenig später allein in das Gehege geht, um Rübenschnitzel zu verteilen, nähern sie sich friedlich.

Für die Feuerwehr ist der Besuch nur ein Auftakt. Wie man Hühner, Schafe, Schweine oder Kühe einfängt, wissen die Einsatzkräfte und trainieren dies auch regelmäßig. „Deshalb sind wir eine Spezialeinheit, damit nicht alle Feuerwehren die Schulungen machen und die Ausrüstung vorhalten müssen“, sagt der Ortsbrandmeister. Den möglichst gefahrlosen Umgang mit Wasserbüffeln wollen die Argestorfer nun auch erlernen.

Die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr informieren sich zwischen Weetzen und Vörie über spezifische Verhaltensmerkmale von Wasserbüffeln. Quelle: Ingo Rodriguez

Laut Baumgarte soll sich die Feuerwehr einen mobilen Elektrodraht anschaffen und auf einer Kabeltrommel parat haben. „Als Absperrung, um ausgebrochene Tiere auf Abstand zu halten“, sagt er. Notfalls sei auch eine stromlose Attrappe hilfreich. „Die Tiere kennen Stromschläge und verhalten sich beim Anblick von Draht vorsichtig“, sagt Baumgarte. Um ein entlaufenes Tier könne damit mit einer Gruppe und viel Abstand – etwa 50 Meter – ein Kessel gebildet werden. „Um das Tier am Ort zu halten oder langsam in eine Richtung zu treiben, bis der Besitzer oder notfalls ein Tierarzt mit Betäubungspfeilen eintrifft“, sagt Baumgarte. Schwarze umschreibt es humorvoll. „Mit einem Führstrick kommt man bei einem Wasserbüffel nicht weit.“

Wie lassen sich Wasserbüffel gefahrlos einfangen? Das hat sich die Feuerwehr Argestorf als Spezialeinheit für Tierrettung von einem Experten erklären lassen – als Vorbereitung für künftige Einsätze.

Von Ingo Rodriguez

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