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Ronnenberg „Das ist ein Schandfleck“
Umland Ronnenberg „Das ist ein Schandfleck“
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02:16 20.05.2018
Giesela Gorisch kann es nicht fassen: Schon wieder hat sie einen vermüllten Schandfleck entdeckt. Quelle: Stephan Hartung
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Ronnenberg

 Ronnenberg liegt ihr am Herzen. „Ich wurde hier geboren und lebe hier“, sagt Giesela Gorisch. Entsprechend setzt sie sich ein, vor allem für Sauberkeit, an zentralen Orten wie am Bahnhof. „Hier ist es überall vermüllt.“

Dabei meint sie vor allem den Bereich rund um das alte Bahnhofsgebäude, das sich ein Stück hinter der heutigen S-Bahnstation Ronnenberg befindet. „Vor über zehn Jahren wurde das alte Bahnhofsgebäude für 45.000 Euro versteigert. Seitdem ist hier nichts passiert“, schimpft Gorisch und zeigt auf zerrissene Müllsäcke – in den Büschen, teilweise auf dem Asphalt. „Überall habe ich schon Ratten gesehen, die sich hier breit machen. Manche Säcken liegen seit Dezember hier – und immer wieder kommt Müll hinzu.“ Fischdosen, Getränkeflaschen oder sogar Kühlschränke werden hier wild entsorgt. 

Gorisch denkt nicht nur an die verdreckte Natur. Sie ist als Mitglied eines Igelvereins auch Tierschützerin. „Die Kröten laufen hier zu den entsprechenden Jahreszeiten auch lang. Storche habe ich hier auch schon gesehen. Und neulich habe ich einen Igel aus dem Müll befreit, der hatte sich darin verheddert.“ Ihr Mann sage ihr immer, sie solle nicht so aufregen. „Natürlich könnte es mir auch egal sein. Wenn ich 30 Jahre jünger wäre, würde ich mich darum noch ganz anders kümmern können.“

Ihre Motivation ist hier anzumerken, aber eben auch ihre Frustration. „Man ist hier auf verlorenem Posten“, sagt die 71-Jährige und zeigt auf das alte Bahnhofsgebäude. „Daraus könnte man viel mehr machen. So ist es aber ein Schandfleck mit kaputten Fenstern, und überall liegen Scherben herum“, sagt Gorisch.

„Ich kann Frau Gorisch gut verstehen, dort sieht es wirklich nicht schön aus“, sagt Wolfgang Zehler, Fachbereichsleiter der Stadt Ronnenberg. Auch die Gemengenlage sei nicht befriedigend für Leute, die sich wie Giesela Gorisch um solche Angelegenheiten kümmern. „Es handelt sich aber bei dem Gebäude um Privateigentum, beim Gelände drumherum um Eigentum der Deutschen Bahn. Da können wir als Stadt nicht einfach tätig werden“, sagt Zehler – und bittet auch um Verständnis, „dass wir nicht der Abfalldienstleister für andere Eigentümer sind“. Andere Voraussetzungen wären gegeben, wenn beispielsweise Sondermüll wie chemische Altlasten dort entsorgt würden. „Dann müssten wir im Sinne der Gefahrenabwehr sofort reagieren, uns auch mit anderen Behörden wie der Region und der Polizei zusammensetzen“, sagt Zehler.

Die Deutsche Bahn kündigte auf Nachfrage an, die Fläche in Augenschein nehmen zu wollen. „Dann prüfen wir, inwieweit wir wir hier schnellstmöglich das Erscheinungsbild verbessern können. Zudem prüfen wir, ob wir Anzeige gegen unbekannt erstatten“, sagt Angelika Theidig von der Bahn-Pressestelle. Illegale Müllentsorgung sei leider ein gesellschaftliches Problem. „Sollten Fahrgäste dieses beobachten, können sie dies gern über den Polizeinotruf 110 melden“, regt die Bahnmitarbeiterin an.

Von Stephan Hartung

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