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Ronnenberg Theo Gassmanns Lieblingsplatz, die Bibliothek
Umland Ronnenberg Theo Gassmanns Lieblingsplatz, die Bibliothek
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00:17 20.10.2018
Die frühere Kapelle in der Stillen Straße und die darin befindliche Stadtteilbücherei gehören für Theo Gassmann zum ruhigen Teil von Empelde. Quelle: Uwe Kranz
Empelde

In der Wahrnehmung der Menschen sei Empelde ein zerrissener Ort, meint Theo Gassmann. Seit den frühen Neunzigerjahren wohnt der Angestellte in dem größten Ronnenberg Stadtteil, der in einigen urbanen Bereichen einen fließenden Übergang zu den angrenzenden hannoverschen Stadtteilen Badenstedt und Mühlenberg bietet. Rund um die Stille Straße aber befindet sich das Herz von Empelde, ist sich Gassmann sicher. „Und das schlägt hier sehr ruhig.“

Ein kleines kulturelles Zentrum hat sich hier im Laufe der Jahre gebildet: Das Frauenzentrum im Haus mit der Nummer 8 bietet Hilfe, aber auch diverse Angebote zur Fortbildung und für die Fitness der Zielgruppe. Dahinter befindet sich eine Kita mit einem innovativem Rutschen-Notausgang. Und daneben steht eine kleine frühere Kapelle, die es Gassmann besonders angetan hat, die Stadtteilbücherei.

Zwischen 1843 und den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts wurden hier Gottesdienste und Andachten gefeiert. 1973 machte die Kirchengemeinde der Stadt die Kapelle zum Geschenk. Diese nutzte das Gemäuer auf vielfältige Weise: als Jugendzentrum, Hort und Heimat einer Mutter-und-Kind-Gruppe. 2006 zog letztlich die Bibliothek in die dicken Mauern ein. Zwei Jahre hatte man zuvor nach einem neuen Standort für die Buchausleihe gesucht. Eine gelungene Entscheidung, meint Gassmann. „Das ist eine schöne Nutzung für eine so alte Kapelle“, findet er.

Das Ambiente ist perfekt. Die ehrenamtlichen Helferinnen Traute Fender und Erika Schaprian verwalten und pflegen einen Bestand von 10.000 Bänden, die akkurat sortiert in den Regalen auf zwei Ebenen zu finden sind. Die Ausleihen werden noch immer per Hand auf Karten festgehalten. „Da sind wir noch ein bisschen altmodisch“, räumt Schaprian ein. Doch auch das gehört zum besonderen Charme der Einrichtung.

Wir suchen Ihren Lieblingsplatz

Ob der Ententeich in Empelde, die Wolfsquelle in Linderte oder die Sieben-Trappen-Steine in Benthe – es gibt viele Orte im Stadtgebiet, die Ronnenberg besonders lebenswert machen. Viele kennt man, viele sind auch verborgen oder versteckt – und manche haben auch nur für Sie eine individuelle Bedeutung. Vielleicht haben Sie beim Warten am Bahnübergang in Weetzen Ihre große Liebe getroffen? Für unsere Serie „Heimatliebe“ suchen wir sie alle.

Zeigen Sie uns Ihre Lieblingsorte und erzählen Sie uns die Geschichte dazu. Wo lohnt es sich in Benthe, Empelde, Ihme-Roloven, Ronnenberg, Vörie und Linderte genau hinzuschauen? Wir möchten herausfinden, warum Menschen sich in dieser Stadt zu Hause fühlen. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an ronnenberg@haz.de, schreiben Sie uns bei Facebook auf der Seite HAZ Ronnenberg an oder rufen Sie unter der Telefonnummer (0 51 08) 64 21 12 bei unserem Redakteur Uwe Kranz an. Wir freuen uns, Ihre ganz persönlichen Lieblingsorte mit Ihnen zu besuchen

Auch der Kundenstamm ist von den beiden Ehrenamtlerinnen gut gepflegt, urteilt Gassmann, und auch er wird in den Regalen auf der Suche nach passendem Lesestoff immer wieder fündig. „Diese Bücherei ist nicht so hinterm Mond wie manch vergleichbare Einrichtung in Hannover“, sagt er über das Angebot. Wer die Bücher nicht nach Hause tragen will, kann sich auch an einem Tisch zum Lesen niederlassen – oder er überquert die Straße. Der dortige Platz bietet auf seinen Bänken ebenfalls Platz zum Schmökern.

Anderswo im Stadtgebiet werde nach zentralen Plätzen gesucht. „Wir haben hier schon einen“, stellt Gassmann fest. Allerdings besticht die Fläche mit dem lückenlos gepflasterten Charme der Siebzigerjahre. Es gebe offenbar keine Vorschläge, wie man den Platz verschönern kann, mutmaßt er. Aktuell ist hier nichts los. „Es heißt nicht umsonst Stille Straße.“ Gastronomen hätten den Platz längst verlassen, und spielende Kinder werden mithilfe eines Schildes mit der Aufschrift „Ballspielen verboten“ fern gehalten. Der Vater eines erwachsenen Sohnes aus der Nachbarschaft sieht in dieser Fläche dennoch großes Potenzial.

Das sind die Stadtteilbüchereien

Die Stadtteilbücherei Empelde befindet sich in der Stillen Straße 6. Die Öffnungszeiten sind montags von 16 bis 19 Uhr und donnerstags von 17 bis 19 Uhr.

Weitere Stadtteilbüchereien finden sich in Benthe, Bergstraße 3, geöffnet dienstags 17 bis 19 Uhr und freitags von 15.30 bis 18 Uhr; in Ihme-Rolove, Hannoversche Straße 30, geöffnet mittwochs und donnerstags jeweils 16.30 bis 18.30 Uhr; in Ronnenberg, Lange Reihe 4/Eingang Schmiedegang; geöffnet montags 16 bis 18 Uhr, mittwochs 9 bis 11 Uhr und 16 bis 18 Uhr sowie freitags von 9 bis 11 Uhr und in Weetzen, Hauptstraße 5 (Regenbogenschule), geöffnet montags und mittwochs jeweils 9.30 bis 11.30 Uhr sowie 16.30 bis 18.30 Uhr.

Weitere Informationen zu den Stadtteilbüchereien finden Sie hier.

In der Bücherei berät Fender derweil eine Familie auf der Suche nach dem passenden Kinderbuch für den Sohn. Vor allem für das Angebot im Kinder- und Jugendbereich seien Bücherspenden sehr willkommen, sagt die Bibliotheksleiterin. In diesem Sektor muss Gassmann passen. Aber auch bei ihm zu Hause fallen immer wieder gelesene Bücher an – kleine Mitbringsel für seinen nächsten Besuch im ruhigen Teil Empeldes.

Von Uwe Kranz

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