Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten 1050 Jahre Ronnenberg – Ende des Streits?
Umland Ronnenberg Nachrichten 1050 Jahre Ronnenberg – Ende des Streits?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:08 06.02.2018
Karl Seemann (rechts) übergibt die Ergebnisse seiner Recherchen an die Ronnenberger Bürgermeisterin Stephanie Harms. Quelle: Uwe Kranz
Ronnenberg

 “Den Weg zur historischen Wahrheit“ über Ronnenberg hatte Karl Seemann seinen Zuhörern am Montagabend in der Lütt Jever Scheune versprochen. Erreicht hat der Vorsitzende des Heimatbundes mit seinem Vortrag über die Ergebnisse seiner Recherchen zur Geschichte seines Heimatortes nicht alle der rund 50 Zuhörer, dafür aber eine Art Versöhnung mit der Stadtverwaltung. Der lange währende Streit über das Alter der Kernstadt scheint zunächst begelegt. 

Und mehr noch: Offenbar sind sich die Historiker nun einig über die älteste urkundliche Erwähnung Ronnenbergs, die auf das Jahr 968 zurückgehen soll. Demnach kann die Kernstadt in diesem Jahr ihr 1050. Bestehen feiern. Auch wenn der Referent zudem noch nicht bewiesene Thesen in den Raum stellte, wonach Ronnenberg schon vor Christi Geburt besiedelt worden sei. Damit erregte er nicht nur die Aufmerksamkeit der überwiegenden Mehrheit seiner Zuhörer, sondern auch die von Bürgermeisterin Stephanie Harms. 

Mit deren Vorgänger Wolfgang Walther hatte Seemann einen langen Streit ausgefochten über das Alter und die Bedeutung Ronnenbergs in der früheren Vergangenheit. Die Einigung auf 968 als älteste Beurkundung sieht Harms nun als gutes Zeichen dafür an, „dass man jetzt gemeinsam nach vorn schauen kann, bei der Aufarbeitung der Vergangenheit“. Interessiert nahm sie die schriftliche Zusammenfassung von Seemanns Ergebnissen entgegen, denen er nach eigenem Bekunden rund 1000 Quellenangaben beigefügt hat. 

Darin und in seinem Vortrag verteidigte der ehrenamtliche Historiker seine Ansicht, dass Ronnenberg schon früh ein wichtiges Zentrum in der Region gewesen sei. Seemann führte unter anderem Belege an für die Christianisierung mit ersten Hinweisen auf die Bonifatiuskapelle aus dem Jahr 1073, die erste Erwähnung der Michaeliskirche 1293, sowie dem Auftrag zur Schulgründung 1543 an. 

Ronnenberg sei zudem zentraler Begräbnisplatz, Blutgerichtsstandort und Namensgeber einer großen Vogtei gewesen. Hinweise gäbe es zudem auf einer Erstbesiedlung auf dem Haller Hof im Zentrum etwa zur Zeit von Christi Geburt. Etwa zu dieser Zeit sei auch eine Zollstation auf heutigem Ronnenberger Gebiet errichtet worden. Diese Thesen müssten allerdings noch bewiesen werden, räumte Seemann ein. 

Nach Meinung von Timo Fleckenstein von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Ronnenberg stünden sich vor Prüfung von Seemanns Belegen zumindest zwei Historikermeinungen gleichwertig gegenüber. Der Hannoversche Professor Carl-Heinz Hauptmeyer hatte nämlich 2005 Ronnenberg eine besondere historische Bedeutung abgesprochen und dem Ort eine landwirtschaftliche Vergangenheit zugeordnet.

Karl Seemann (Mitte) präsentiert den Zuhörern die früheste belegbare Jahreszahl zum Alter Ronnenbergs. Quelle: Uwe Kranz

Das bedeute aber nicht, dass die Stadt den Ausführungen Seemanns nicht offen gegenüber stehen würde, so Fleckenstein. Und Verwaltungschefin Harms ging noch ein Stück weiter: Da das Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung nicht mehr strittig sei, könne sie sich vorstellen, das daraus resultierende Jubiläum im letzten Quartal des Jahres auch gebührend zu begehen – im Rahmen der Möglichkeiten des im März zu beschließenden Haushalts. 

Und auch die Geheminisse, die sich möglicherweise rund um den Haller Hof im Boden verbergen, könnten bald gelüftet werden: Dort plant die Stadt nämlich  gerade ein Neubaugebiet.

Von Uwe Kranz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Naturschutzbund (Nabu) Ronnenberg im Doppeleinsatz: In Ihme-Roloven haben Helfer gemeinsam mit dem Kapellenvorstand auf dem Areal des Gotteshauses Wildwuchs und Geäst zurückgeschnitten. In der Fachwerkscheune stand bei den Nabulinos Nistkastenbau auf dem Programm.

06.02.2018

Die Ablehnung von Streichungen im neuen Buslinienkonzept der Region Hannover zieht sich durch alle Kommunen. Die Stadt Ronnenberg hat eine Stellungnahme dazu abgegeben und diese nach Rücksprache mit den Ortsräten und Fraktionen angepasst. Anstatt Streichungen geht es um Erweiterung des Angebots.

06.02.2018

Seit Jahren sind die Ortsratsmittel nicht verändert worden. Ratspolitiker von SPD und Linken wollen diese jetzt jeweils um 300 Euro pro Jahr erhöhen. Mit dem Geld werden kleinere innerörtliche Projekte unterstützt oder finanziert. 

06.02.2018