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Nachrichten 750 Jahre Weetzen: So soll gefeiert werden
Umland Ronnenberg Nachrichten 750 Jahre Weetzen: So soll gefeiert werden
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00:23 02.04.2018
Im Zentrum der Ortsgeschichte: Thomas Bensch erläutert an der Hauptstraße die Planungen für die 750-Jahr-Feierlichkeiten. Quelle: Marcel Sacha
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Weetzen

 Alles begann während eines Skiurlaubs. Drei Jahre ist es her, dass Ortsbürgermeister Rüdiger Wilke und Thomas Bensch nach einem anstrengenden Tag auf der Skipiste auf die Idee kamen, das 750-jährige Bestehen ihres Heimatortes gebührend zu feiern. „Wir dachten uns: Irgendetwas müssen wir doch machen“, erinnert sich Bensch, während er die Hauptstraße in Weetzen entlangläuft.

Über zwei Dinge konnten sich die beiden Ortsratsmitglieder schnell einig werden: Es soll richtig krachen und dabei trotzdem kostengünstig für die Bürger bleiben. Die Idee stieß im Ortsrat auf breite Unterstützung und auch unter den Vereinen war die Bereitschaft groß, eine Jubiläumsfeier für den Ort auf die Beine zu stellen. Im Januar 2017 schlossen sie sich zu einer gemeinsamen Projektgruppe zusammen, um die Planungen besser zu organisieren. „Mittlerweile sind wir rund 35 Mitstreiter in den verschiedenen Untergruppierungen“, sagt Bensch. Die Vereinsvertreter unter ihnen seien jedoch auch Multiplikatoren. „Außerhalb der Planungsgruppe sind es deutlich mehr“, betont Bensch.

Die grobe Planung steht

Das Konzept für die Feierlichkeiten zum Jubiläum steht mittlerweile fest. Mit einer großen Veranstaltungen wollen sich die Organisatoren jedoch nicht zufrieden geben. Gleich drei Feste sollen dafür sorgen, dass das Jahr 2019 den Weetzern noch lange in Erinnerung bleibt. Los geht es im ziemlich genau zwölf Monaten, am Sonnabend, 6. April, dem Gründungsdatum des Ortes. Im Rahmen eines Festaktes im ehemaligen Gasthaus Lüerßen soll der für den Ort bedeutsame Tag zelebriert werden. Rund 220 Personen können laut Bensch an den Festivitäten teilnehmen. „Mehr passen leider nicht rein“, sagt er vor dem Eingang stehend. Wer dabei sein möchte, muss daher auf die Unterstützung Fortunas hoffen. Rund 130 Karten werden unter den Weetzer Bürgern verlost, das restliche Kontingent ist für geladene Gäste vorgesehen. „Anders geht es leider nicht“, sagt Bensch.

Im Juni 2019 soll auf dem Schulhof der Grundschule ein Sommerfest stattfinden. Quelle: Marcel Sacha

Weiter geht es mit einem Sommerfest für Jung und Alt auf dem Schulhof der Grundschule. Am Sonnabend, 29. Juni, sollen dort bei hoffentlich sonnigem Wetter alle Generationen des Ortes zusammenkommen. Der Schwerpunkt liegt Bensch zufolge dabei auf Angeboten für Familien. Zahlreiche Vereine hätten bereits zugesagt, um in Form von Spielen und Attraktionen den Kindern einen tollen Tag voller Action und Spaß zu ermöglichen, sagt der Organisator.

Dies alles soll jedoch nur auf den eigentlichen Höhepunkt am ersten Wochenende des Septembers einstimmen. Ein dreitägiges Dorffest vom 6. bis 8. September soll den Abschluss des Jubiläumsjahres markieren. Die derzeitige Planung: Am Freitagabend soll die Weetzer Musikvereinigung das Wochenende auf dem Festplatz mit einem Konzert einläuten. Musikalisch geht es auch am Sonnabend weitergehen. Am frühen Abend wird es in dem 600 Quadratmeter großen Festzelt ein Konzert einer regional überaus bekannten Band geben. Den Namen will Bensch jedoch noch nicht verraten. „Es wird aber auf jeden Fall grandios“, kündigt er an. Anschließend soll bis tief in die Nacht weiter getanzt werden.

Die Partygäste sollten sich dabei allerdings nicht zu sehr verausgaben. Bereits am Sonntagvormittag gehen die Feierlichkeiten mit einem Musikfrühschoppen inklusive Brunch weiter, das gleichzeitig den Abschluss des Wochenendes markiert. Damit die Feiernden während der drei Tage sich zwischendurch immer wieder stärken können, stehen während des September-Wochenendes mehrere Foodtrucks zur Verfügung. „Da ist auf jeden Fall für jeden etwas dabei“, sagt Bensch.

Der Weg ist noch lang

Solch umfangreiche Planungen bedürfen jedoch auch einer Finanzierung. Schließlich wollen die Organisatoren für das Dorf- oder Sommerfest von den Besuchern keinen Eintritt verlangen. Das notwendige Geld soll durch viele kleinere und größere Aktionen bereits in diesem Jahr zusammenkommen, unter anderem durch einen neuen Kalender, einen musikalischen Frühschoppen im Gasthaus Lüerßen, die bereits bekannte Briefmarkenserie oder beim Laternenumzug. Die größten Einnahmen sollen jedoch am Sonntag, 19. August, generiert werden. Gemeinsam mit der Stadt Ronnenberg richtet die Projektgruppe an diesem Tag eine Gewerbeschau entlang der Hauptstraße aus. Bis zu 30 Gewerbetreibende aus den südlichen Ortschaften Ronnenbergs sollen sich dort präsentieren. „Bislang haben bereits 25 Firmen ihr Interesse bekundet“, freut sich Bensch. Gleichzeitig soll die Gewerbeschau als Straßenfest fungieren. Vorgesehen ist, dass die Weetzer Vereine auf einer Bühne oder eigenen Ständen kleinere und größere Aktionen durchführen und der Gewerbeschau somit einen lockeren Rahmen bieten.

„Stationen Weetzer Geschichte“

Doch damit nicht genug: Auch über neue Erkenntnisse über die Geschichte des Ortes können sich die Einwohner freuen. Derzeit erarbeitet eine Arbeitsgruppe ein Buch über die Geschichte und Hintergründe der historischen Gebäude und Plätze im Ort. „Stationen Weetzer Geschichte“ soll es heißen und anhand von Fotografien und Dokumenten diese aufzeigen. Wichtig sei den Beteiligten dabei, dass auch Neubürger die Inhalte nachvollziehen können, sagt Bensch. Während des Spaziergangs entlang der Hauptstraße bleibt er vor den neuen weißen Mehrfamilienhäusern stehen. „Das Grundstück ist ein gutes Beispiel“, sagt er. Bei den Recherchen sei herausgekommen, dass sich die Nutzung der Fläche in den vergangenen 170 Jahren mehrfach verändert habe: Auf einen Bauernhof folgten demnach zahlreiche Gaststätten, ein Friseursalon, eine kleine Tankstelle und ein Kfz-Handel. „Sogar eine Polizeistation war hier einmal beheimatet“, sagt er.

Bauernhof, Tankstelle, Wohnhaus: Die Grundstücke in Weetzen verfügen über eine umfassende Geschichte. Quelle: Marcel Sacha

Noch ist das Buch jedoch nicht vollständig. Bensch appelliert daher an alle Weetzer, sich bei ihm oder Ortsbürgermeister Wilke zu melden, falls sie noch weitere historische Fotos oder Dokumente besitzen, die der Aufarbeitung der Ortsgeschichte dienlich sein können.

Für die Organisatoren ist also noch einiges zu tun. Bensch bedankt sich aber bereits jetzt schon für die Unterstützung der Weetzer. „Ohne dieses Engagement könnten wir dies alles nicht auf die Beine stellen“, sagt er.

Von Marcel Sacha

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