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Alltagsradweg: Tubbe kritisiert fehlendes Konzept

Ronnenberg Alltagsradweg: Tubbe kritisiert fehlendes Konzept

Mit der Planfeststellung soll der sogenannte Alltagsradweg zwischen Ihme-Roloven und Devese die nächste Hürde nehmen. Eine Stellungnahme zu den Plänen der Stadt erhielt im Fachausschuss eine klare Mehrheit. Ein Vorstoß der AfD für eine radikale Kurskorrektur scheiterte hingegen.

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Auf der rechten Seite, hinter der Baumlinie soll der sogenannte Alltagsradweg entstehen.

Quelle: Uwe Kranz

Ronnenberg.  Um kaum ein Bauprojekt im Stadtgebiet wird derzeit so gestritten, wie um den sogenannten Alltagsradweg entlang der Kreisstraße 221 zwischen Ihme-Roloven und Devese. Der Fachausschuss für Stadtplanung hat jetzt über die Stellungnahme der Verwaltung zum Planfeststellungsverfahren diskutiert und mit breiter Mehrheit dafür gestimmt. Kritik gab es dennoch am fehlenden Gesamtkonzept der Region Hannover. 

Einen späten Vorstoß, für eine radikale Kurskorrektur gab von der AfD-Fraktion. Unterstützt von einer sieben Seiten starken Ausarbeitung stellte der Fraktionsvorsitzende Felix Teichner den Antrag, den Alltagsradweg nicht zu bauen, sondern dem vorhandenen Loydbrunnenweg den Vorzug zu geben. Zur Begründung hieß es, der „Variantenvergleich der der Region (Planfeststellungsunterlagen) erscheint in etlichen Details oberflächlich“. Zudem seien Teile der Kosten nicht berücksichtigt. Teichner äußerte die Erwartung, die Kosten für den Alltagsradweg beliefen sich am Ende auf 1,6 Millionen Euro anstatt der veranschlagten 800.000 Euro. 

Teichner stellte zudem das Argument der größeren sozialen Sicherheit entlang der Kreisstraße im Vergleich zum Loydbrunnenweg infrage. Dort säßen „nicht die bösen Räuber im Gebüsch“. Hermann-Josef Mersch (CDU) erzählte deisbezüglich von eigenen Erfahrungen. „Was mich beeindruckt hat, ist die Zahl der Radfahrer, die auch im Dunklen die Straße benutzen“, sagte er. Für die SPD ergänzte Fabian Hüper: „Wenn ich schnell von A nach B kommen will, nehme ich die Autobahn, auch wenn die Landstraße schöner ist und der Feldweg vielleicht noch schöner.“

Die Stellungnahme der Stadt unterstützt neben dem Bau des Alltagsradweges als Teil eines „Vorrangnetzes“ der Region auch die Sanierung des Loydbrunnenweges. Als Teichner dies ebenfalls infrage stellte, verwiesen Mitglieder aller anderen Fraktionen und der Verwaltung auf den Haushalt der Stadt, der 40.000 Euro für diese Arbeiten beinhaltet. Der Antrag der AfD wurde im Ausschuss mit 10:1 Stimmen abgelehnt. Mit dem gleichen Votum unterstützte das Gremium die Stellungnahme der Stadt.

Auch der Ortsrat Ihme-Roloven hatte dem Projekt zuvor zugestimmt. Allerdings hatten Ortspolitiker und Anwohner vor allem im Bereich der Kreuzung Wettberger Straße/Deveser Straße, die im Zuge des Radwegbaus umgestaltet werden soll, diverse Verbesserungen eingefordert. 

Zu viele Fragen beim Thema Blitzer

Die Gruppe 2 im Rat der Stadt Ronnenberg (CDU, Freie Wähler und FDP) möchte in Zukunft mit einem eigenen Gerät die Geschwindigkeit auf den Straßen der Stadt kontrollieren, möglicherweise in Kooperation mit einer anderen Kommune. Nach ersten Gesprächen konnte Bürgermeisterin Stephanie Harms im Stadtplanungsausschuss dazu berichten, dass dafür Pattensen nicht infrage kommt. Unter Umständen sei aber Hemmingen zu einer Zusammenarbeit bereit. Die SPD sieht aber noch zu viele offene Fragen. Dabei geht es um Kosten, mögliche  Standorte und Organisation der Bußgeldverfahren. Felix Teichner (AfD) stellte die Frage, ob nicht stattdessen häufiger der Blitzer der Region angefordert werden könnte. „Wir brauchen diese Informationen vor einer Entscheidung“, sagte SPD-Sprecher Fabian Hüper. Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler wies darauf hin, dass alle Einsätze eines stadteigenen Blitzgerätes mit der Polizei abgestimmt werden müssten. 

 Im Fachausschuss gab es vor allem an den Planungen der Region Kritik, dass die erforderliche externe Kompensation der Eingriffe durch Bodenversiegelung und Rodung von Gehölzen gemäß der Aussagen des Landschaftspflegerischen Begleitplans aus dem Flächenpool Lohnder Bach erfolgen soll. Anstatt das Seelzer Projekt zu unterstützen, sollten die Mittel beispielsweise in den Flächenpool Ihme-Renaturierung im Ronnenberger Stadtgebiet fließen, so die Stellungnahme.  

 Rainer Tubbe, Naturschutzbeauftragter der Stadt monierte indes das fehlende Konzept, „dass über diesen Abschnitt hinaus geht“. Weder am Ihmer Tor in Ronnenberg noch in Devese würden Radfahrer auf einem Radweg mit ähnlichen Voraussetzungen weitergeführt. Das räumte auch Uwe Buntrock (Bündnis 90/Die Grünen) ein. Er betonte jedoch: „Wenn wir den Radverkehr fördern wollen, brauchen wir solche Radwege.“

Von Uwe Kranz

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