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Umland Ronnenberg Nachrichten Erinnerungsraum soll Umbau nicht bremsen
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17:57 21.02.2018
Das Bürgerbüro in der Velsterstraße muss dringend saniert werden. Quelle: Uwe Kranz
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Ronnenberg

 Im Rahmen der Umbauarbeiten am ehemaligen Gemeindehaus in Ronnenberg in der Velsterstraße soll eine Erinnerungsstätte für die ehemligen jüdischen Inhaber des Hauses und andere Ronnenberger dieses Glaubens eingerichtet werden. So weit ist sich der Rat der Stadt einig. Im Bildungsausschuss zeigten sich allerdings bei den Mitgliedern der Gruppe 2 (CDU, Freie Wähler und FDP) Erinnerungslücken, was zu diesem Thema bereits beschlossen worden war. 

Auslöser der neuerlichen Diskussion war ein Antrag der Gruppe 1 zum Haushalt der Stadt, wonach 8000 Euro für die Erstellung eines Konzeptes zur Gestaltung einer solchen Erinnerungsstätte vorgesehen werden sollten. Mit 6:5 Stimmen votierte der Ausschluss schließlich auch für diesen Antrag. 

Zankapfel der Politik bleibt ein Raum im ersten Obergeschoss. Dort befand sich ehemals ein Betsaal und in diesem Zimmer möchten die Gruppe 1 und die Fraktion der Grünen einen „Raum der Erinnerung“ schaffen. Dass der Raum im Zuge der Planung für den Umbau des Bürgerbüros freigehalten werden soll, hatte der Rat während der Haushaltdiskussion 2017 bereits beschlossen. Daran erinnerten sich die Mitglieder der Gruppe 2 zunächst nicht. „Wir wissen gar nicht, ob wir so einen Raum kriegen“, sagte Klaus Thum (CDU). Seine Gruppe stritt die Beschlusslage solange ab, bis die Gegenseite den Text des damals beschlossenen Antrags wörtlich zitierte. 

Die Antragssteller blieben indes auch gegenüber Bürgermeisterin Stephanie Harms hart. Diese betonte mehrfach, dass im Bürgerbüro Velsterstraße kein Raum für eine Erinnerungsstätte entbehrt werden könnte. Zusätzlicher Bedarf, beispielsweise ein Büro für einen demnächst einzustellenden Stadtarchivaren, würde die Raumnot im Rathaus weiter verschärfen. „Wir haben beschlossen, so einen Raum vorzuhalten“, hielt Uwe Specht (SPD) dagegen. Der aktuelle Antrag ziele darauf ab, zu ermitteln, wie dieser Beschluss umzusetzen sei. „Dafür werden die Mittel beantragt“, sagte Specht. 

Zuvor hatte Jens Williges (Grüne) bereits die Überzeugung seiner Fraktion zum Ausdruck gebracht, dass die Räume in der Velsterstraße so angeordnet werden könnten, „dass da alles Platz hat“. Vermeiden müsse man allerdings, dass die Pläne für den Umbau des Hauses auf Eis gelegt werden, bis ein Konzept für den „Raum der Erinnerung“ vorliegt. Der Raum solle deshalb zunächst aus den Planungen herausgenommen werden.  

Trotz der inzwischen geklärten Beschlusslage stellten die Mitglieder der Gruppe 2 infrage, ob ein solcher „Raum der Erinnerung“ im Obergeschoss öffentlich zugänglich gemacht werden könne. Knackpunkte sind die Statik des Hauses und ein barrierefreier Zugang sowie die Betreuung der Besuchergruppen. „Ist das überhaupt möglich?“, fragte Dietmar Jung (Freie Wähler). Auch diese Frage soll abschließend das Konzept beantworten, das nun mit den bewilligten 8000 Euro finanziert wird. 

Von Uwe Kranz

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