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Erinnerungskultur hat Vorbildcharakter

Ronnneberg Erinnerungskultur hat Vorbildcharakter

Ronnenbergs Erinnerungskultur ist vorbildlich, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Michael Höntsch. Am Donnerstag unternahm der Politiker einen Rundgang zu den Gedenkstätten für Ronnenbergs Juden.

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Michael Höntsch lässt sich von Peter Hertel bei einem Rundgang der Erinnerung den jüdischen Friedhof.

Quelle: Kerstin Siegmund

Ronnenberg. 150 Jahre lebten Juden in Ronnenberg. Der Naziterror hat sie aus ihrer Heimatstadt vertrieben, drei von ihnen wurden ermordet. Sie haben Spuren hinterlassen, die auf einem zwei Kilometer langen Rundgang durch den Ort sichtbar werden. Ausgearbeitet hat den Rundgang der Theologe und Journalist Peter Hertel aus Weetzen, der mit Unterstützung der Stadt und ihrem früheren Bürgermeister Wolfgang Walther umfangreiche Recherchen zu den jüdischen Familien betrieb. Beide sind Gründer des Freundeskreises Erinnerungsarbeit Ronnenberg mit derzeit 30 Mitgliedern.

Gestern informierte sich der SPD-Politiker Michael Höntsch über Ronnenbergs Erinnerungskultur. „Ronnenberg hat Vorbildcharakter“, sagte der Landtagsabgeordnete angesichts der Stele mit den Namen von Ronnenbergs Juden auf dem alten Friedhof am Weingarten. Hier werde nicht nur der ermordeten, sondern auch der vertriebenen Juden gedacht. „Das ehrt diese Stadt“, sagte Höntsch.

Er setzt sich im Ausschuss für Inneres unter anderem für den Kampf gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sowie für die Gedenkstättenarbeit ein. Der Politiker zeigte sich sichtlich beeindruckt, dass Ronnenberg die Erinnerungskultur so intensiv pflege. „In einer Kleinstadt wird über die Kriegszeit noch viel weniger geredet als in Großstädten“, sagte der Hannoveraner.

Peter Hertel und Wolfgang Walther führten den Gast zu dem ältesten jüdischen Haus am Kirchtor, zum jüdischen Friedhof am Weingarten, dem früheren jüdischen Betsaal an der Velster Straße, der heute das Trauzimmer des Ronnenberger Standesamtes ist und zu den Stolpersteinen, die Ronnenberg im Jahr 2005 als erste Kommune in der Region vor den ehemaligen Wohnhäusern der jüdischen Familien legen ließ.

Höntsch ist das politische Gerangel um die künftige Finanzierung von Ronnenbergs Erinnerungsarbeit nicht entgangen. Bürgermeisterin Stephanie Harms (CDU) wollte den 7000-Euro-Etat auf 1500 Euro kürzen, scheiterte aber an der rot-grünen Ratsmehrheit. Ehrenamtlicher Einsatz und ein Spendentopf könne kommunales Engagement nicht ersetzen, sagte Höntsch.

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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