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Umland Ronnenberg Nachrichten Zu wenig Sprachförderung für Grundschüler
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00:16 05.01.2019
Schulleiterin Andrea Schirmacher – hier bei einer Aktion zu Kinderrechten – hatte 104 Sprachförderstunden beantragt, sie bekam aber nur 32 genehmigt. Quelle: Ann Kathrin Wucherpfennig
Empelde

Die Proteste von Elternvertretern an der Theodor-Heuss-Grundschule in Empelde wegen zu geringer Sprachförderung von Kindern nichtdeutscher Herkunft haben auch die Grünen im niedersächsischen Landtag alarmiert. In einer Anfrage an die Landesregierung wollen sie wissen, warum die Schule 104 Stunden Sprachförderung beantragt hat, von der Landesschulbehörde aber nur 32 Stunden genehmigt worden sind. Von den 387 Kindern, die an der Grundschule zurzeit unterrichtet werden, haben 65 Prozent (genau 247) Deutsch nicht als Muttersprache. 187 dieser Schüler benötigten Sprachförderng. 30 Kinder sprechen gar kein oder kaum Deutsch, auch 56 der 140 Kinder deutscher Herkunft hätten Sprachförderung nötig, heißt es in der Anfrage.

Lehrer sollen sprachsensibel unterrichten

Das Land verweist in seiner Antwort auf die Anfrage, die der HAZ vorliegt, darauf, dass generell viele Schulen so viel Sprachförderung bantragen, wie es für sie idealtypisch sei. Dies entspreche aber nicht den landesweit geltenden Vorgaben. An der Theodor-Heuss-Schule seien viele Kinder mit Migrationshintergrund, die noch Sprachprobleme hätten, obwohl sie in Deutschland geboren seien oder schon länger als zwei Jahre hier lebten. Diese sollten durch einen „durchgängig sprachsensiblen Unterricht“, gegebenfalls mit zusätzlichen Förderstunden in Deutsch, unterstützt werden. Gemeint ist damit, dass die Lehrer den normalen Stoff unterrichten, sich aber möglichst einfach ausdrücken.

Auf die Frage der Grünen, warum 72 der beantragten 104 Stunden zur Sprachförderung abgelehnt worden sind, antwortet das Kultusministerium, dass Erstklässler in einer Regelklasse am besten Deutsch lernten und integriert würden. Die Schulleitung habe zudem von vornherein mehr Zusatzbedarf angemeldet als der Schule überhaupt zustünden.

Grünen-Abgeordneter Belit Onay reicht diese Erklärung nicht: „Ich finde es bedenklich, wenn zwischen beantragten Förderstunden und bewilligten Stunden so eine große Lücke klafft. Der Verdacht liegt nahe, dass der Sprachförderung bei der neuen Landesregierung nicht mehr die gebotene Priorität beigemessen wird.“

Aus der Antwort wird jedenfalls deutlich, dass das Ministerium entschieden gegen die Einrichtung von Sprachlernklassen an der Empelder Grundschule ist: „Die wichtigsten Säulen der Sprachförderung sind der sprachsensible Regelunterricht und Binnendifferenzierung.“ Lehrer, die in Klassen unterrichten, in denen viele Kinder mit ausländischen Wurzeln sitzen, klagen aber darüber, dass sich der reguläre Lernstoff ohne Fachbegriffe kaum vermitteln lässt.

Von Saskia Döhner

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