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Nachrichten Leiden Ronnenbergs Kitas unter der Beitragsfreiheit?
Umland Ronnenberg Nachrichten Leiden Ronnenbergs Kitas unter der Beitragsfreiheit?
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00:46 31.05.2018
Kita-Leiterin Manuela Altendorf (2. v.l.) zeigt Regina Lupp, Belit Onay, Torsten Kölle und Uwe Buntrock die Räumlichkeiten. Quelle: Johanna Steele
Empelde

Besonderen Besuch hat die Kita Inkitaro in Empelde am Montag bekommen. Der Landtagsabgeordnete Belit Onay der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen besuchte die Kita anlässlich der jüngst im Landtag beschlossenen Beitragsfreiheit für Kindertagesstätten. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Kita-Plätze für Drei- bis Sechsjährige ab August für die Eltern kostenfrei sind. Der Bund stellt dafür 60 Millionen Euro zur Verfügung.

Gemeinsam mit Ronnenbergs Erstem Stadtrat Torsten Kölle, der Kita-Leiterin Manuela Altendorf sowie Uwe Buntrock und Regina Lupp von den Ronnenberger Grünen besichtigte der Abgeordnete die Einrichtung. Besonderer Fokus lag dabei auf der Entwicklung der Qualität in den Ronnenberger Kitas. „Gerade im Hinblick auf den enormen Fachkräftemangel in diesem Bereich ist die Beitragsfreiheit nicht unbedingt eine Verbesserung“, bemerkte Kölle. Schon jetzt seien mehrere Stellen in Ronnenbergs Kita unbesetzt – im Inkitaro zum Beispiel eine schon seit neun Monaten. „Das ist ein riesen Problem, denn durch den Ganztag haben wir Betreuungszeiten von über 40 Stunden pro Woche“, sagte Kölle. Die Erzieherinnen dürften aber nicht mehr als 39 Stunden pro Woche arbeiten. „Die meisten arbeiten sowieso nur bis zu 30 Stunden und wollen nicht am Nachmittag arbeiten“, bemerkte er.

Mehr Kinder, weniger Fachkräfte

Schon jetzt müsse die Stadt daher auffangen, worum sich das Land nicht kümmert und über eine Millionen Euro in die Kitas investieren, damit die Regelbetreuung gewährleistet sei. „Die Stadt muss Springer beschäftigen, die aushelfen und bald starten wir unsere gesonderte Kommunalklasse, in der Azubis ihre Ausbildung absolvieren und gleichzeitig für 20 Stunden in der Woche in den Einrichtungen arbeiten können“, sagte der Stadtrat.

In der Beitragsfreiheit sieht Kölle nun die Gefahr, dass noch mehr Eltern ihre Kinder für das Ganztagsangebot anmelden werden, es aber nicht mehr Mitarbeiter in den Kitas gibt, die das wachsende Pensum auffangen können. „Dadurch haben wir knapp 20 Stunden pro Gruppe und Woche mehr, die wir irgendwie besetzen müssen“, erklärte er und lobte gleichzeitig die Arbeit der Erzieherinnen. „Die Qualität, die wir haben, ist gut. Es fehlt schlichtweg die Quantität.“

Gespannt notierte sich der Landtagsabgeordnete die Einwände. „Theoretisch ist die Beitragsfreiheit erstrebenswert“, bemerkte er. „Die Qualität in den Kitas darf aber natürlich nicht darunter leiden, sonst wird dies auf den Rücken der Kinder ausgetragen.“ Immer wieder fiel in dem Gespräch der Begriff „Dritte Kraft“. Bislang sind in Kitas zwei Erzieherinnen pro Gruppe vorgesehen. Darin, dass dies lange nicht mehr ausreicht, waren sich die Gesprächspartner einig. „Wir haben schon lange keine Zeit mehr uns individuell und einzeln mit den Kindern auseinander zu setzen“, erzählte die Kita-Leiterin.

Von Johanna Steele

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