Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Gutachten hält Gasspeicher für sicher
Umland Ronnenberg Nachrichten Gutachten hält Gasspeicher für sicher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:55 22.09.2011
Von Bernd Haase
Im Benther Kalisalzstock in unmittelbarer Nähe zur hannoverschen Stadtgrenze wird seit 30 Jahren Erdgas gespeichert. Quelle: Michael Thomas

Selbst bei einem Flugzeugabsturz auf dem Gelände der Gasspeicher in Ronnenberg-Empelde besteht für die Anrainer keine größere Gefahr. Zu dieser Einschätzung kommt ein Gutachten, das die Gasspeicher Hannover GmbH (GHG) als Betreiber mithilfe externer Ingenieurbüros hat anfertigen lassen. Geschäftsführer Karl-Josef Risch hat das Papier jetzt dem runden Tisch in Ronnenberg vorgestellt, an dem auch kritische Bürger sitzen.

Die GHG, eine gemeinsame Tochter der Stadtwerke Hannover und der Erdgas Münster, speichert im Benther Kalisalzstock in unmittelbarer Nähe zur hannoverschen Stadtgrenze seit 30 Jahren Erdgas. Mit der Vorratshaltung in den Kavernen wollen die Unternehmen flexibler auf schwankende Gaspreise auf dem Markt reagieren können. Derzeit wird das Speichervolumen in den mehr als 1300 Meter tief unter der Erde liegenden Kavernen vergrößert. Bis 2018 soll es in mehreren Schritten auf 650 Millionen Kubikmeter anwachsen, das ist fast das Vierfache des derzeitigen Wertes. Dafür investiert die GHG 150 Millionen Euro – gut angelegtes Geld, wie Risch findet: „Deutschland importiert 84 Prozent seines Gases, davon kommt wiederum die Hälfte aus Russland. Vor diesem Hintergrund ist es gut, sich einen Puffer zu schaffen.“

Das Bürgerforum Gaskavernen dagegen hegt Sorgen: Zum einen könnte der Boden absinken, was allerdings das Landesamt für Bergbau für nicht dramatisch hält: „Für das Zentrum einer Senkungsmulde mit vier Kilometern Durchmesser wird im Jahr 2060 ein Wert von 315 Millimetern erwartet“, heißt es in einem Brief des Landesamtes an Anwohner. Diese würden nicht wahrnehmen, dass der Boden überhaupt absackt.

Zum anderen fürchten die Anwohner einen Störfall. Die Techniker kennen dafür das schöne Wort Warmaustritt, was nichts anderes bedeutet, als dass Gas, das am Kavernenkopf den zehnfachen Wert des Drucks erreicht, der in einem Autoreifen herrscht, unkontrolliert austritt und sich entzündet. Das könnte etwa, so das von den Experten bemühte Szenario, im äußerst unwahrscheinlichen Fall eines Flugzeugabsturzes geschehen. „Die Gefahr entsteht durch die Hitze des brennenden Gases“, erklärt Risch.

Die Ingenieure haben ermittelt, dass bei einem solchen Fall in einem Radius von 245 Metern um den Kavernenkopf eine Hitze entstehen würde, die auch ein Toaster abstrahlt. Im 149-Meter-Radius stiege der Wert dann schon auf das Dreifache, im 96-Meter-Radius um das Siebenfache. Nach Angaben der Gutachter liegt die Wohnbebauung außerhalb dieser Kreise. Innerhalb befinden sich Gewerbebetriebe, das Empelder Freibad, das Betriebsgelände der GHG selbst sowie Straßen.
„Selbst im inneren Kreis bietet die Bebauung unbegrenzten Schutz“, sagt Risch. In jedem Fall hätten Personen genügend Zeit, sich aus dem Gefahrengebiet zu entfernen.

Bernd Haase

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!