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Holocaust-Opfern gilt Trauer und Mitgefühl

Ronnenberg Holocaust-Opfern gilt Trauer und Mitgefühl

Für Schüler der Marie Curie Schule wurde die Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag auch zu einer Demonstration gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Auf zwei Veranstaltungen erinnerten Stadt und Erinnerungsverein an die Opfer des Nazionalsozialismus.  

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Annabel Peisker (links) und Annabell Sievert (rechts) legen mit Bürgermeisterin Stephanie Harms ein Gesteck nieder.

Quelle: Heidi Rabenhorst

Empelde/Ronnenberg.  Einen Tag vor dem Internationalen Holocaust-Gedenktag haben Freitagvormittag Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms und Jugendliche aus der Marie-Curie-Schule am Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Friedhof in der Häkenstraße Blumen niedergelegt. „Toleranz, Multikulti und Vielfalt - das ist die Realität. Wir haben aus unseren Fehlern gelernt. Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gehören der Vergangenheit an“, betonten die Elftklässler in einer szenischen Darstellung. 

Die Bürgermeisterin erinnerte an die Befreiung des Konzetrationslagers Ausschwitz am 27. Januar 1945. „Auschwitz ist zum Synonym für millionenfachen Mord geworden, für Folter und Menschenversuche, für eine bis ins letzte geplante Vernichtungsmaschinerie, für Unmenschlichkeit schlechthin“, sagte Harms. „Diese Verbrechen fielen vor allem Juden zum Opfer, aber auch Sinti und Roma, Behinderte und andere Gruppen, die in die ideologischen Vorstellungen der Nationalsozialisten nicht hineinpassten und denen deshalb das Existenzrecht abgesprochen wurde. Ihnen allen gilt unsere Trauer und unser Mitgefühl.“

Bürgermeisterin Stephanie Harms zitiert aus der Rede einer Überlebenden

Bürgermeisterin Stephanie Harms zitiert aus der Rede einer Überlebenden.

Quelle: Heidi Rabenhorst

Es sei nicht einfach, sich dem damaligen Geschehen zu nähern, diesem Ausmaß des Schreckens. „Es fällt schwer, die richtigen Worte zu finden, da wir, die Nichtbetroffenen, uns wohl nicht wirklich vorstellen können, welche Hölle die Opfer und Überlebenden durchmachen mussten“, erklärte die Bürgemeisterin. Sie trug Auszüge einer Rede Ruth Klügers vor, die die Überlebende im Jahr 2016 im Rahmen der Gedenkstunde zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag gehalten hatte. „Darin schilderte sie ihre Erlebnisse als Zwangsarbeiterin im Konzentrationslager. In ihrer Erzählung wurde deutlich, was die Opfer erleiden mussten“, so Harms. Die inzwischen 86-jährige Wissenschaftlerin und Schriftstellerin überlebte das Konzentrationslager Auschwitz und die anschließende Zwangsarbeit im Lager Christianstadt.  

Petra Wegner und Wolfgang Walther (Zweiter und Dritter von rechts) legen in Ronnenberg einen Blumenschmuck nieder

Petra Wegner und Wolfgang Walther (Zweiter und Dritter von rechts) legen in Ronnenberg einen Blumenschmuck nieder.

Quelle: Heidi Rabenhorst

Am Nachmittag hatte der Förderverein Erinnerungsarbeit zum Gedenken am Mahnmal für die Juden der Stadt Ronnenberg gegenüber dem Jüdischen Friedhof eingeladen. Eine gemeinsame Veranstaltung von Stadt und Förderverein ist auch in diesem Jahr trotz beidseitiger Bemühungen aus terminlichen Gründen nicht gelungen. Die Stadt habe sich an den Zeiten der mitwirkenden Schülern orientiert, der Verein an einer Teilnahmemöglichkeit für berufstätigte Bürger, so Harms.

Von Heidi Rabenhorst

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