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Ronnenberg feiert Tag der Erinnerung

Ronnenberg Ronnenberg feiert Tag der Erinnerung

Am Tag der Erinnerung wird den Opfern des Nationalsozialismus gedacht: Vor 70 Jahren ist Deutschland vom Faschismus befreit worden, vor zehn Jahren hat Ronnenberg als erste Gemeinde der Region sogenannte Stolpersteine verlegt.

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Vor zehn Jahren sind Stolpersteine zum Gedenken an Max und Rosa Seligmann gelegt worden.

Quelle: Förderverein Erinnerungsarbeit Ronnenberg

Ronnenberg. Beide Ereignisse will der Förderverein Erinnerungsarbeit Ronnenberg am Sonntag, 10. Mai, würdigen – mit einer Tour durch das jüdische Ronnenberg und einem Zeitzeugenbericht über die Erfahrungen in der Zeit des Antisemitismus.

Stolpersteine sind quaderförmige Betonsteine, die vom Kölner Künstler Gunter Demnig erfunden worden sind. Auf ihrer Oberseite befindet sich eine individuell beschriftete Messingplatte. Die Gedenktafeln erinnern in der Regel an Menschen, die im Nazi-Terror deportiert und ermordet wurden. Sie werden jeweils vor den letzten, frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer in das Pflaster beziehungsweise in den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen. Weil sie in den vergangenen zehn Jahren Patina angesetzt haben, sind die Stolpersteine jetzt von Jugendlichen aus Ronnenberg mit Stahlwolle geputzt und auf Hochglanz gebracht worden.

Im Anschluss an den Rundgang beginnt um 16 Uhr eine Gedenkveranstaltung im evangelischen Gemeindehaus, Am Kirchhofe 4. Dort spricht Fritz Bernstein, Antisemitismusforscher und Staatsgründer von Israel, über seine Forschung zum Thema Antisemitismus als Gruppenerscheinung. Weiterhin haben die Besucher die Möglichkeit, sich einen Film über die symbolische Beisetzung von Lina Cohen auf dem jüdischen Friedhof von Ronnenberg anzusehen. Für die musikalische Unterhaltung sorgen Sängerin Anna Gann und Pianist Heiko Dückering.

Mit der Verlegung der Stolpersteine auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Wolfgang Walther ist in Ronnenberg eine Bürgerbewegung entstanden, die sich dem Gedenken an Juden und Zwangsarbeiter widmet. Seit 2005 haben Bürger – teils in Kooperation mit der Stadt – sechs Kulturabende durchgeführt, vier CDs herausgebracht, zwei kleine Bücher und eine Ausstellung erarbeitet sowie zwei weitere Ausstellungen organisiert. 2014 gründete sich der gemeinnützige Förderverein Erinnerungsarbeit Ronnenberg. Er ist über Ronnenberg hinaus tätig und hat auch auswärtige Mitglieder. Ehrenvorsitzender ist Ronnenbergs Ehrenbürger Fritz Cohen, vor dessen ehemaligem Elternhaus auch ein Stolperstein in den Gehweg gelegt wurde.

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Von Redakteur Kerstin Siegmund