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Ortskern: So können sich die Bürger beteiligen

Ronnenberg Ortskern: So können sich die Bürger beteiligen

Die Stadtverwaltung will bei der Entwicklung des Ortskerns die Bürger als Experten vor Ort miteinbeziehen. Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler erläutert bei einem Spaziergang den Grundgedanken des Konzeptes und wie sich die Ronnenberger bei dem Prozess einbringen können.

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Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler sieht rund um die Buswendeanlage ein großes Entwicklungspotenzial.
 

Quelle: Marcel Sacha

Ronnenberg.   Die Attraktivitätssteigerung des Ronnenberger Ortskerns ist für die Stadtverwaltung ein wichtiges Anliegen. „Das Potenzial ist definitiv vorhanden“, sagt Wolfgang Zehler, zuständiger Fachbereichsleiter im Rathaus, während eines Spaziergangs durch die Kernstadt. Dieses Potenzial will die Verwaltung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten nutzen, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern – und zwar gemeinsam mit der Bevölkerung, wie Zehler betont.

Bevor ein entsprechender Rahmenplan erstellt werden soll, der die Leitlinien und Grundideen für die Ortskernentwicklung beschreibt, müssen ebendiese zunächst gefunden werden. Dies soll im kommenden Jahr in Form mehrerer öffentlicher Planungswerkstätten geschehen. „Wir wollen damit an die Bürgerbeteiligung anknüpfen, die wir bereits bei der Entwicklung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes erfolgreich durchgeführt haben“, sagt Zehler.

Bürger als Experten

Wie der Rahmenplan letztendlich aussehen wird, ist dem Fachbereichsleiter zufolge völlig offen. Die Verwaltung wolle nicht mit eigenen Vorstellungen vorpreschen, um eine Richtung vorzugeben, betont er. „Wir haben im Rathaus keinen vorbereiteten Plan, an dem sich die Bürger orientieren sollen oder gar müssen.“ Zehler verspricht sich von den Planungswerkstätten nicht nur eine höhere Akzeptanz seitens der Bevölkerung, sondern darüber hinaus auch ein Mehr an Expertise. Die Bürger hätten durch ihre hervorragende Ortskenntnis ein sehr feines Gespür dafür, wie die Aufenthaltsqualität ihres Heimatortes verbessert werden könnte, sagt er.

Das „große Ganze“ sehen

Einziges erklärtes Ziel der Verwaltung ist es, die verschiedenen Publikumsmagneten im Ortskern sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Dazu gehören aus Zehlers Sicht in erster Linie die Buswendeanlage, der historische Bereich rund um die Michaeliskirche sowie das Gemeinschaftshaus. Doch auch die Randgebiete rund um die Beekequellen und das Marktzentrum müssten nicht unbeachtet bleiben. Er hoffe, dass die Bürger bei ihren Überlegungen hinsichtlich der Zukunft dieses Gebiets das „große Ganze“ sehen und darüber nachdenken, wie alle Teilbereiche voneinander profitieren könnten.

Der Platz rund um die Michaeliskirche könnte im Rahmen der Ortskernentwicklung eine Veränderung erfahren

Der Platz rund um die Michaeliskirche könnte im Rahmen der Ortskernentwicklung eine Veränderung erfahren.

Quelle: Marcel Sacha

Derzeit gebe es nämlich kaum Synergieeffekte im Ortskern, sagt Zehler. Während an der Buswendeanlage alle paar Minuten dutzende Ronnenberger in einen Bus ein- oder aussteigen, ist nur rund 200 Meter weiter rund um die Kirche von einer hochfrequentierten und lebendigen Atmosphäre nichts mehr zu spüren. Hier überwiegt das Gefühl von Ruhe und Besinnlichkeit. Vor der Kirche stehend stellt Zehler klar, dass diese Stille nicht für alle Zeit in Stein gemeißelt sei. „Die Ronnenberger können darüber debattieren, ob sie sich eine Atmosphäre wie auf dem Stadtfest häufiger als einmal pro Jahr am Kirchhof vorstellen können“, sagt der Fachbereichsleiter.

Der Jugend mehr Gehör schenken

Solch gravierende Änderungen müssten jedoch mit Anliegern, Eigentümern und Betroffenen im Vorfeld diskutiert werden, weiß auch Zehler. Neben der Meinung der Allgemeinheit will die Verwaltung daher auch die Einschätzungen einzelner Interessengruppen bei der Ausgestaltung des Rahmenplans berücksichtigen. Dazu gehören laut Zehler unter anderem der Heimatbund, die Kirche, der Handel, die Schulen oder Vereine. Zudem soll eine weitere Bevölkerungsgruppe, die aus Sicht der Verwaltung in den letzten Jahren zu wenig Berücksichtigung erfahren hat, in die Planungen miteinbezigen werden: die Jugendlichen. „Durch das neue Jugendparlament haben wir mittlerweile konkrete Ansprechpartner, die die Wünsche der jungen Ronnenberger besser kennen als wir“, sagt Zehler. Er könne sich daher auch eigene Veranstaltungen – ähnlich den Planungswerkstätten – mit den Jugendlichen vorstellen.

Davon, dass der Ansatz der umfassenden Bürgerbeteiligung der richtige ist, ist Zehler überzeugt. Einen Rahmenplan zur Ortsentwicklung hat die Stadt bereits vor 20 Jahren entwickelt – ebenfalls unter Einbezug der Öffentlichkeit. „Damals waren die Nahversorgung und die Ortsumgehung die großen Themen“, sagt der Fachbereichsleiter. Ein Blick auf die heutige Situation beweise, dass solche Pläne in Ronnenberg auch umgesetzt würden und „keine Papiertiger“ seien.

Von Marcel Sacha

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