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Ronnenberg Bürger wollen Belastungen nicht hinnehmen
Umland Ronnenberg Bürger wollen Belastungen nicht hinnehmen
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15:19 28.09.2018
Das nächste Mal soll ganz Ronnenberg erscheinen: Die Teilnehmer der Bürgerversammlung im Gemeinschaftshaus. Quelle: Uwe Kranz
Ronnenberg

Mit einem Mal hatte die turnusgemäße Bürgerversammlung einen ganz anderen Charakter erhalten. Zwei Tage zuvor war öffentlich geworden, das die Firma Menke Umwelt Service Ronnenberg einzelne Anlieger der Ronnenberger Kalihalde nach Empelde eingeladen hatte. Was offenbar zur Information der Bürger gedacht war, ging nach hinten los: Anwohner, Politiker und Mitglieder der Verwaltung zeigten sich verunsichert und verärgert über den Vorstoß des Unternehmens, das den Abraumberg in der Kernstadt renaturieren möchte.

Der Rat hatte die Veranstaltung aufgrund des zu erwartenden Interesses vom Mehrzweckraum in den Saal des Gemeinschaftsraumes verlegt. Rund 30 Bürger waren gekommen. Die Praxis, zu einer Infoveranstaltung nur einige wenige Anwohner einzuladen, sei „ein Verfahren, das misstrauisch macht“, sagte Jens Williges, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rat. Bürgermeisterin Stephanie Harm, die als Gast anwesend war, erklärte: „Wie haben eine andere Vorstellung von Transparenz.“

Ratsherr Rudi Heim (SPD), selbst Anwohner, polterte: „Ich halte es für eine Zumutung, dass der Betreiber selektiert.“ Er selbst sei nach Ronnenberg „gelockt“ worden mit dem Hinweis, dass die Halde abgetragen werden würde. Seinerzeit wurde rund ein Drittel des Abraums in die Asse nach Wolfenbüttel transportiert. Über zehn Jahre hinweg hätten die Anwohner damals mit den Belastungen durch Staub und Lärm zu kämpfen gehabt. „Ich konnte stündlich meine Terrassenmöbel abwischen“, eine Anwohnerin die Situation die Intensität der Emissionen.

Für die Verwaltung erklärte Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler, dass es bislang lediglich eine Antragskonferenz gegeben habe. Die Firma Menke habe weder einen Antrag gestellt, noch sei ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet worden. Allerdings habe das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie die Federführung, weshalb auch für die einzulagernden Stoffe das Bergrecht und nicht das Deponierecht gelte.

Ratspolitiker unterstützen Neueinstellungen

Neben der Diskussion über die mögliche Haldenbegrünung wurden andere Themen während der Ronnenberger Bürgerversammlung zu Randerscheinungen. Teilnehmer stellten Fragen zu Ausschreibungsverfahren der Verwaltung, der Entwicklung rund um die Sparkasse, das Thema Fluglärm und die Grünpflege Mitglieder des Rates und der Verwaltung beantworteten diese ausführlich. In Bezug auf die anstehende Fortschreibung der Grünflächenkonzeption ließen die Politiker durchblicken, dass nach den Ortsräten offenbar auch der Stadtrat fünf Neueinstellungen am Bauhof zustimmen will. Man plane das in Zusammenarbeit mit der Verwaltung, formulierte Hans-Heinrich Hüper, Vorsitzender der Gruppe mit CDU, Freien Wählern und FDP. Jens Williges, Fraktionsvorsitzender der Grünen ergänzte, er gehe davon aus, „dass das eine Mehrheit bekommt“. Sollten sich die jeweiligen Gruppen und Fraktionen an diesen Meinungen orientieren, ist der Konzeption die Zustimmung bereits sicher.

Williges trug daraufhin eine Liste von Schadstoffen wie beispielsweise Schwermetallen vor, die demnach in fünf- bis zehnfach höherer Konzentration erlaubt wären, wenn auf diese Weise verfahren würde. Wenn es so kommen würde, müssten die Ronnenberger dafür sorgen, dass der Betreiber „keinen Bock mehr darauf hat, den Antrag aufrecht zu erhalten“, forderte er. „Dann werde ich mit Ihnen da stehen und demonstrieren“, versprach er den Anwohnern. Auch der CDU-Stadtvorsitzende Jörg Garbe schloss sich diesem Plan an. „So etwas können wir in Ronnenberg nicht gebrauchen“, sagte er und erntete Beifall.

Die Versammlung forderte eine große Informationsveranstaltung des Betreibers, mit der alle Ronnenberger auf den selben Stand gebracht werden. Das könne nicht Punkt zehn von 20 auf der Tagesordnung der nächsten Ausschusssitzung sein, wie der Betreiber es offenbar geplant hat, stellte Harms fest. „Und dann sollten auch alle Ronnenberger kommen“, sagte Willges. Das Problem ließe sich schließlich nicht auf die Normannische und die anderen anliegenden Straßen eingrenzen. Viele Hundert Meter hätte der Beschwerderadius seinerzeit in Empelde betragen, berichtete Zehler. Und die überwiegend vorherrschende Westwindlage treibe den Staub genau auf den Ortskern zu, ergänze ein Anwohner.

Von Uwe Kranz

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