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Ronnenberg Seemann wünscht sich mehr Pflege für die Quellen
Umland Ronnenberg Seemann wünscht sich mehr Pflege für die Quellen
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00:18 29.07.2018
Horst Seemann ist verärgert über den Zustand seines Lieblingsplatzes an der Beeke-Quelle. Quelle: Johanna Steele
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Ronnenberg

Als Kind lief Karl Seemann jedes Jahr am Ostermorgen mit einer leeren Kanne los, um von der nächsten Quelle frisches Wasser zu holen. Auf seinem Weg durfte er kein Wort sprechen. „Dem Wasser wurde eine heilige Wirkung zugesagt, weil es niemals faulte“, verrät Seemann. „Das funktionierte allerdings nur, wenn man sich an die Regeln hielt und auf seinem Weg nichts sagte.“

Ähnlich wie Seemann erging es damals vielen Ronnenberger Kindern – am Ostermorgen wurden sie losgeschickt, um stillschweigend Wasser zu holen. „Das war ein verbreiteter Osterbrauch“, erzählt Seemann. „Irgendwann nach dem Krieg ist er dann verloren gegangen.“

Diese Kindheitserinnerung prägte den Ronnenberger so sehr, dass die Quelle sinnbildlich für seinen Lieblingsplatz in der Stadt steht. Da die Quelle, zu der er damals immer laufen musste, mittlerweile von Privatgelände umgegeben ist, hat er sich stellvertretend dafür eine andere der Beeke-Quellen, ganz in der Nähe, ausgesucht. Die Quelle entspringt am östlichen Rand des Parkplatzes des Edekamarktes Engelbrecht. Jedoch ist auch diese längst kein idyllisches Fleckchen mehr. Überall wuchern Schilf und Unkraut – Wasser oder der Quellursprung sind nirgends zu erkennen.

Verärgert über den Zustand

„Das ist ein Unding“, sagt Seemann verärgert. „Hier müsste regelmäßig sauber gemacht werden, aber die Stadt kümmert sich nicht darum.“ Ein weiterer Dorn im Auge des Ronnenbergers ist ein Zaun, der an einer Stelle weit über die Quelle ragt sowie ein Komposthaufen daneben. „Das ist städtisches Gelände und die Privatpersonen von nebenan vereinnahmen dies einfach“, sagt Seemann. „Das Schlimmste ist der Komposthaufen, der in das frische Quellwasser hineinragt.“ Sein Lieblingsplatz verkommt immer mehr zum Ärgernis. „Man könnte so viel mehr auf diesem Ort machen“, sagt er.

Wir suchen Ihren Lieblingsort

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Schon seit 2004 kämpft Seemann dafür, dass entlang der Beeke-Quelle etwas passiert. Gemeinsam mit dem Heimatbund Ronnenberg, dessen Vorsitzender er ist, hat er an dieser Stelle bereits ein Hinweisschild aufgestellt. Es kennzeichnet die Beeke-Quellen als ein Indiz dafür, dass Ronnenbergs Siedlungsgeschichte bereits 2000 Jahre alt ist. Im Zuge dessen führt Seemann zwei- bist dreimal im Jahr Gruppen durch Ronnenberg und zeigt ihnen historische Stellen der einstigen Siedlung – auch die Beeke-Quellen. „Das sind die einzigen Gelegenheiten, bei denen die Stadt hier mal sauber macht. Den Rest der Zeit ist die Quelle in diesem schlimmen Zustand“, sagt er und zeigt auf die verwucherte Fläche.

Mittlerweile hat der Rat der Stadt Ronnenberg das angrenzende Gebiet „Im Sacke“ als Neubaugebiet ausgeschrieben. Für Quellen-Liebhaber Seemann ist das eine günstige Gelegenheit. Er hofft darauf, dass im Zuge der Bauarbeiten auch seinem Lieblingsplatz neues Leben eingehaucht wird.

Von Johanna Steele

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