Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Ronnenberg Frau aus Ronnenberg wartet neun Wochen auf Internet-Anschluss
Umland Ronnenberg Frau aus Ronnenberg wartet neun Wochen auf Internet-Anschluss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 03.03.2018
Marina Lange wartet am Schaltkasten an der Gehrdener Straße. Den Router konnte sie sieben Wochen lang nicht nutzen. Quelle: Stephan Hartung
Anzeige
Ronnenberg

 Irgendwann hatte Marina Lange beinahe die Geduld verloren. Fast neun Wochen lang wartete die Ronnenbergerin vergeblich auf einen Internet-Anschluss der Telekom. Immer wieder war sie seit Ende des vergangenen Jahres vertröstet und hingehalten worden. Bis zum vergangenen Wochenende. Da wurde der Internet-Zugang tatsächlich freigeschaltet – doch die genervte Kundin behält sich dennoch vor, Schadenersatz-Ansprüche geltend zu machen.

Los ging alles einen Tag nach Weihnachten, am 27. Dezember, als ihr neuer Telefon- und Internet-Anschluss freigeschaltet werden sollte. „Das hat aber nicht geklappt, weil dann festgestellt wurde, das im entsprechenden Schaltkasten an der Gehrdener Straße kein Port mehr frei ist“, berichtet Marina Lange. So weit so gut, noch kein Grund sich aufzuregen, dachte sie. Nach einigen Telefonaten mit der Telekom-Hotline stand immerhin der 26. Januar als neuer Alternativtermin fest.

An diesem Tag erhielt Lange auch Besuch von einem Techniker, der sich zum Schaltkasten an der Gehrdener Straße aufmachte, um einen neuen Steckplatz für die Verbindung zu Lange zu installieren. Das Problem: Er schaffte es nicht, den Kasten zu öffnen – wie sich später herausstellte, war das Schloss verrostet. Die Ronnenbergerin rief erneut bei der Telekom an. Neuer Termin: 31. Januar. Sie blieb zu Hause und wartete. Doch es passierte nichts. 

Am 13. Februar war schließlich ein Techniker bei ihr im Haus sowie am Schaltkasten an der Gehrdener Straße. Port bestückt, Anschluss freigeschaltet, spätestens am Abend sollte dann alles laufen. Sagte der Techniker. „Hat aber nicht funktioniert, daher habe ich dann wieder bei der Hotline angerufen.” Neue Termine waren dann erst der 17. Februar und später sogar der 18. Februar – alles ohne Erfolg, auch wenn sie sich an beiden Tagen dieses Wochenendes bereithielt. „Immer wieder wurde man vertröstet. Und jeder erzählt einem etwas anderes“, sagt Lange. „Mal waren technische Probleme der Grund, mal wurde mir gesagt, dass doch samstags oder sonntags ohnehin kein Techniker rauskommt.“

Für die Ronnenbergerin war die fehlende Internet-Verbindung ein echtes Problem – denn die benötigtsie, um ihren Beruf auszuüben. Sie leitet Onlinekurse und bietet E-Learning an für Menschen, die mit Kindern und Pferden arbeiten wollen. Da sie sozialpädagogisch geschult ist, hält sie sich am Hotline-Telefon im Zaum. Dennoch: „Ich finde das ganze Vorgehen maßlos unprofessionell und ärgere mich, wie viel Zeit ich mir ans Bein finde. Dabei bin ich der Kunde“, meint sie.

Von der Telekom war zu der Kritik ihrer Kundin bislang keine Stellungnahme zu erhalten. Das Unternehmen teilte vor einer Woche auf Anfrage lediglich mit, dass der Fall intern geprüft werde. Seitdem herrscht wieder Funkstille.

Jedoch will Lange nicht nur meckern. „Immerhin bekomme ich seit Ende Januar als Entschädigung ständig neue Datenpakete von zehn Gigabyte zur Verfügung gestellt. „So kann ich wenigstens über mein Handy online sein und die Webinare halten, auch wenn das nicht optimal ist und manchmal die Verbindung abbricht“, sagt sie.

Comeback der Natural Kids?  

Marina Lange kehrt zurück nach Ronnenberg? Viele Menschen dürften hellhörig geworden sein. Denn die 37-Jährige hat im Calenberger Land noch immer einen guten Namen, bis 2015 war Ihme der Standort ihres Betriebs. Die Natural Kinds Ranch bot hier für 160 Kinder mit neun Mitarbeitern auf drei Reitplätzen ein großes Spektrum an – im Kern geht es um die Förderung von Entwicklung und Sozialisation von Kindern und Jugendlichen. Der Hof wurde aber zu klein, war zudem baufällig, daher verlagerte Lange ihren Betrieb nach Alfeld. Aus familiären Gründen wohnt sie nun wieder in ihrer Heimat Ronnenberg – und möchte hier oder in der nahen Umgebung eine Art Zweigstelle eröffnen, denn bei der damaligen Stammkundschaft war die Nachfrage groß. Wer ein entsprechendes Gelände kennt oder besitzt, sollte sich per Mail an info@naturalkids.de wenden. hg

Die Anzahl ihrer Anrufe im Telekom-Kundencenter hat Lange dokumentiert. Allein vom 18. Januar bis 19. Februar waren es 15 Telefonate, Dauer insgesamt: 220 Minuten. Einer der letzten Anrufe hat sie ein wenig überrascht. Da hatte sie eine Person am Telefon, die sich als sogenannter Inbound-Mitarbeiter vorstellte – der zwar offenbar für die Telekom tätig ist, aber bei einem Call-Center-Unternehmen angestellt ist. „Während des Gesprächs hatte ich das Gefühl, dass mit mir ehrlich umgegangen wird“, sagt Lange und berichtet von Inhalten: „Er hat mir vorgelesen, was alles in meiner Akte steht – beispielweise, dass der Termin am 18. Februar nur vorgegeben wurde, um mich als Kundin ruhigzustellen.“ Auch zu diesem Vorwurf hat sich die Telekom nicht geäußert.

Erst jetzt, nach sieben Wochen, hat es endlich mit dem neuen Anschluss geklappt: Am Freitag, 23. Februar, war erneut ein Techniker bei Marina Lange. Und seit Sonntag hat sie tatsächlich wieder eine Internet-Verbindung. Die Möglichkeit, Schadenersatz-Ansprüche wegen ihres Verdienstausfalls geltend zu machen, behält sie sich aber dennoch vor. 

 

 

Von Stephan Hartung

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Barbara Uffelmann-Haase bleibt Vorsitzende des SV Ihme-Roloven. Damit geht sie in ihr elftes Jahr an der Spitze des Sportvereins.

28.02.2018

Die Nienburgerin Hilda Kieseritzky lädt am Sonntag zu einer Vernissage ein. Bis zum 18. März sind ihre Werke im Kunstraum Benther Berg zu sehen.

11.02.2018

Dutzende Kinder und Jugendliche haben sich am Sonnabend am Regionalentscheid des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ in Laatzen beteiligt. Die Jury war vom hohen Niveau der Darbietungen sehr angetan.

28.01.2018
Anzeige