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Altes Rathaus: WGH-Konzept überzeugt die Jury

Seelze Altes Rathaus: WGH-Konzept überzeugt die Jury

Das Geheimnis um den Zuschlag für das Alte Rathaus ist gelüftet: Die Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen (WGH) hat die Jury mit ihrem Konzept überzeugt. Für die Planungsgruppe GbR aus Letter ist das nicht nachvollziehbar. Nun muss der Rat darüber entscheiden. 

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Zusammen mit der evangelischen Koirche bildet Letters Altes Rathaus ein Ensemble im Ortskern.

Quelle: Patricia Chadde

Letter.  Die Jury hat entschieden: Der Zuschlag für das Alte Rathaus in Letter geht an die Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen (WGH). Dreizehn Din-A4-Seiten sowie mehrere Anlagen stark ist das Konzept, das die Juroren letztlich überzeugt hat. Gewählte Vertreter aus den Fraktionen und der Verwaltung hatten anhand einer Matrix im Punktvergabeverfahren die Bewertung der  sechs eingesandten Entwürfe vorgenommen. Dabei wurden die einzelnen Kriterien unterschiedlich stark gewichtet. Die am Ende ermittelte Gesamtpunktzahl führte schließlich zu den Platzierungen. Mit durchschnittlich 3,43 von fünf möglichen Punkten landete die WGH mit ihrem Entwurf auf Platz eins. Der Entwurf der Planungsgruppe GbR aus Letter schaffte es mit 2,77 Punkten auf Rang drei – eine Platzierung, die für die Letteraner nicht nachvollziehbar ist. 

Fahrplan und Finanzierung überzeugen Jury

Vor allem der Punkt Realisierung – das beinhaltet die Marktfähigkeit des Konzepts,  die Finanzierung und zeitliche Umsetzung – hat die Jury beim Vorschlag der WGH überzeugt und wurde mit fünf Punkten belohnt. Die Genossenschaft legt einen strikten Zeitplan vor, der bereits die Eröffnungsfeier im April 2021 vorsieht. Lediglich einen Punkt hat der Entwurf der Letteraner dafür enthalten – zu Unrecht, wie sie finden. 

Walter Löhr, Romy Fonk und Ralf Systermans wollen weiter für den Erhalt des Alten Rathauses kämpfen

Walter Löhr, Romy Fonk und Ralf Systermans wollen weiter für den Erhalt des Alten Rathauses kämpfen

Quelle: Sandra Remmer

„Die Marktfähigkeit unseres Konzepts ist voll gewährleistet und identisch mit der WGH, die zeitliche Umsetzung ist ausführlich dargestellt und liegt noch vor Fertigstellung des Erstplatzierten. 50 Prozent der Investitionssumme ist durch die Planungs GbR abgedeckt, der offene Anteil wird wie bei der WGH auch durch weitere Investoren erzielt“, heißt es in einem Schreiben, das die Gruppe am Montagabend dem Ortsrat Letter vorgestellt hat. „Wir haben bereits Gespräche mit verschiedenen potentiellen Investoren geführt und genügend Zusagen“, sagte Ralf Systermanns von der Planungs GbR. Sie fragen deshalb nach der Grundlage für die Punkteverteilung. Genauso wenig verstehen sie, warum der Entwurf der WGH für den Punkt „Erhalt Altes Rathaus“ einen Punkt erhalten hat, obwohl der Plan den Abriss des Gebäudes vorsieht. 

Bürgermeister weist Vorwürfe zurück

Fragen wirft für die Planungsgruppe auch die Bewertung des Stellplatzkonzepts auf. „Die Stadt besteht auf einem Schlüssel von 1,5. In dem WGH-Angebot ist die Rede von 36 bis 42 Wohnungen, das entspräche 57 bis 63 Stellplätzen. Im Entwurf sind nur 43 Plätze vorgesehen. Wie kann das sein?“, fragen die Letteraner. Zudem befürchten sie, die WGH könne sich von der Anzahl der zugesicherten Stellplätze frei kaufen, heißt es in dem Entwurf doch: „Eventuell besteht die Möglichkeit, einzelne Stellplätze bei der Stadt Seelze monetär abzulösen“. 

Dem müsse die Stadt allerdings zustimmen, sagt Bürgermeister Detlef Schallhorn auf Anfrage. Wenn die Verwaltung auf die Anzahl der Stellplätze bestehe, müsse dies seitens des Investors auch eingehalten werden. Zudem verstehe er die Aufregung aus Letter nicht. „Die Jury hat im Konsens entschieden“, stellt Schallhorn klar. Das Verfahren sei allen Beteiligten hinlänglich bekannt gewesen. „Uns geht es nicht darum, dass wir beleidigt sind, weil wir mit unserem Entwurf nicht gewonnen haben“, sagt Romy Fonk von der Planungs GbR. „Aber wir wollen wissen, warum dieser teilweise fehlerhafte Entwurf der WGH die Jury überzeugt hat und was an dem Konzept besser ist.“ 

Rat stimmt Ende Februar ab

Auch den Vorwurf der Planungs GbR, beim Bieterverfahren hätte die Stadt unzulässigerweise zwei Verfahren vermischt, will er nicht gelten lassen. „Wir haben ebenfalls einen Rechtsanwalt eingeschaltet, der nun mit dem Anwalt der Planungs GbR kommuniziert. Wir gehen davon aus, rechtskonform gehandelt zu haben“, so Schallhorn. Die Planungsgruppe hatte gefordert, das laufende Verfahren auszusetzen und ein neues, ordnungsgemäßes Vergabe –beziehungsweise Verkaufsverfahren einzuleiten.  Detelf Schallhorn  kündigte an, die seitens der Planungs GbR gestellten Fragen nach Ermessen bis Montag, 12.Februar,  zu beantworten und auch die gesetzte Frist der Verfahrensfrage einzuhalten. Der Rat entscheidet in seiner Sitzung am 22. Februar.

Von Sandra Remmer

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