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Umland Seelze Nachrichten Büsche in der Feldmark werden beschnitten 
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17:38 21.02.2018
Carsten Bauer ist als Gärtner bei der Stadt Seelze angestellt und hat die Weide fachmännisch geköpft. Quelle: Patricia Chadde
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Gümmer

 Bei Begriffen wie „Kettensäge“ und „köpfen“ mag man eher an einen Horrorfilm als an Naturschutz denken. Doch das Team von Seelzes Baubetriebshof, das derzeit bei eisigen Temperaturen in Seelzes Feldmark unterwegs ist, führt gute Gedanken im Schilde. So hantiert Gärtner Carsten Bauer, vorschriftsmäßig mit Schutzhelm und Sicherheitskleidung ausgestattet, mit seiner Kettensäge, um Weidenäste abzutrennen. „So erhöhen wir die Standfestigkeit des Baumes“, erläutert Vorarbeiterin Katja Porr.

Bis zum 28. Februar dürfen die Gärtner noch Bäume und Sträucher kürzen, dann wird Rücksicht auf die Wildtiere genommen, die beispielsweise mit dem Nestbau beginnen. Am 1. April folgt dann die Brut- und Setzzeit. Vögel, die in Gümmers Feldmark leben, finden noch attraktive Bedingungen für Nestabu und Aufzucht des Nachwuchses, denn die breiten Hecken aus Weißdorn und Schlehe, die übrigens auch als Schwarzdorn bezeichnet wird, sind ideale Lebensräume. Wer hier nistet, wird nicht so schnell entdeckt, beziehungsweise verhindern die Dornen der Rosengewächse den leichten Zugriff. 

Bock mit Durchblick: aufmerksam verfolgt das Weidetier die Rückschnittarbeiten am Weiderand. Quelle: Patricia Chadde

Als Abgrenzung sowie als Windschutz und wirksames Mittel gegen Bodenerrosion waren langgezogenen Heckenpflanzungen mal ganz typisch für den regionalen Landschaftsraum.  Inzwischen fallen die bis zu drei Meter hoch wachsenden Sträucher immer häufiger dem steigenden Platzbedarf zum Opfer. Denn als Grundstückbegrenzung für die übliche Größe eines Einfamilienhaus-Neubaus werden die Hecken zu ausladend. Aus diesem Grund setzen die meisten Hausbesitzer lieber einen wenige Zentimeter breiten Zaun, anstatt teure Quadratmeter für ein Insekten- und Vogelbiotop zu opfern. 

Doch am östlichen Ortsrand von Gümmer gedeiht noch eine prächtige Heckenpflanzung in der Feldmark. Obwohl hier noch viel Raum zur Verfügung steht, müssen die Zweige dieser Hecken dennoch regelmäßig zurückgeschnitten werden, damit die landwirtschaftlichen Fahrzeuge problemlos passieren können. Und wer Schwarz- oder Weißdorn allein aufgrund der Rindenstrukltur derzeit nicht sofort identifizieren kann, erfreut sich vielleicht im März und April an den weißen Blüten oder wartet auf die blauen Früchte im Sommer. 

Der Baumschnitt wird gesammelt und soll später geschreddert werden. Quelle: Patricia Chadde

Doch erst nach dem herbstlichen Frost schmecken die Steinfrüchte süß und lassen sich beispielsweise zu Schlehenlikör weiterverarbeiten. Vor der Erfindung des Buchdrucks hatten Nonnen und Mönche sogar noch eine ganz andere Verwendung für die Zweige des Schwarzdorns. Im Frühjahr wurden Schlehenzweige geschnitten, getrocknet und die abgeschälten Rinden im Wasser ausgelaugt. Der entstandene Sud wurde mit Wein eingekocht und Pergamentsäckchen zum Trocknen aufgehängt. Vor dem Schreiben musste der Stoff dann wiederum in Wein aufgelöst werden. Bis heute lässt sich bestaunen, dass die bräunliche, lackartige und leicht transparente Tinte erstaunlich licht- und wasserbeständig war. Die Stadt Seelze nutzt den Strauchschnitt aber nicht zur Tintenproduktion, sondern lässt ihn schreddern und verteilt ihn dann wieder in Parks und Beeten.

Von Patricia Chadde

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