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Umland Seelze Nachrichten Blindgänger hält Seelze die ganze Nacht wach
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17:02 09.09.2014
Dieser Blindgänger hielt 14.000 Seelzer und zahlreiche Einsatzkräfte in der Nacht in Atem. Quelle: Christian Elsner
Seelze

Gegen 17 Uhr am Montagnachmittag hatte die Stadt Seelze von dem Blindgänger erfahren. Um 22:30 Uhr begannen die Einsatzkräfte die drei betroffenen Altenheime in Seelze, Seelze-Süd und Almhorst zu evakuieren. Danach wurden nach und nach die Häuser im Evakuierungsgebiet geräumt. Dieser Vorgang zog sich insgesamt sechs Stunden hin. Erst um 4:29 Uhr am Dienstagmorgen waren alle Häuser im Evakuierungsgebiet geräumt.

14.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Viele harrten in den Notunterkünften im Georg-Büchner-Gymnasium und der Brüder-Grimm-Schule aus. Betroffen war die Kernstadt Seelze mit 11.000 Einwohnern und Seelze-Süd mit 1500 Menschen sowie Almhorst, Döteberg und Teile von Harenberg.

Die Ereignisse der Nacht zum Nachlesen

Mit einem Liveticker haben wir die Nacht in Seelze von den ersten Informationen zur Bombe über die Evakuierung bis hin zur erfolgreichen Entschärfung begleitet. Die Ereignisse der aufregenden Bombennacht von Seelze zum Nachlesen.

Entwarnung konnte aber auch nach der Evakuierung noch nicht gegeben werden. Erst nachdem die Gefahrenzone geräumt war, begannen die Sprengstoffexperten des Kampfmittebeseitigungsdienstes mit dem Entschärfen des Blindgängers. Zwei Stunden veranschlagten die Einsatzkräfte dafür. Am Ende ging es schneller als erwartet. Um 5:19 Uhr gab der Kampfmittelbeseitigungsdienst Entwarnung. Alle drei Zünder der Bombe waren unschädlich gemacht worden. Die Bewohner konnten nach langen Stunden des Bangens in ihre Häuser zurückkehren.

In Seelze ist am Montag ein Blindgänger gefunden worden. 14.000 Menschen sind von den Räumungsmaßnahmen am Abend betroffen.

Der Sprengkörper mit einem Gesamtgewicht von 1800 Kilogramm enthielt zwischen 1300 und 1500 Kilogramm Explosivstoffe und war damit etwa zehnmal so stark wie die ansonsten häufig gefundenen Fünf-Zentner-Bomben mit einer Sprengstoffmenge von 125 Kilogramm. Der in Seelze gefundene Typ sei auf eine starke Druckwelle ausgelegt, sagte Thomas Bleicher, Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes. „Das ist eines der größten Kampfmittel, die im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden.“

Bleicher vermutet, dass die Seelzer Chemiefabrik oder der Rangierbahnhof das strategische Ziel gewesen sein könnten. Die Bombe sei eher selten. „So eine finden wir alle zehn Jahre einmal in Niedersachsen.“ Zur Entschärfung musste der mit drei Aufschlagzündern versehene Sprengkörper freigelegt werden. Weil die Bombe beschädigt war, kam ein Transport nicht in Frage.

Immer wieder müssen in Hannover Fliegerbomben entschärft werden. Ein Überblick über die Bombenräumungen der vergangenen Jahre:

Fragen warf am Dienstagmorgen vor allem die zähe Evakuierung auf. Die Stadt Seelze wies den Vorwurf zurück, man habe schlecht über die Evakuierung informiert. Man habe sich selbst im Ausnahmezustand befunden und spät von dem Blindgänger erfahren. Zudem hätten einzelne Bürger Widerstand bei der Räumung der Gefahrenzone geleistet. Dadurch habe sich nach Angaben der Stadt die Evakuierung immer weiter hinausgezögert.

sag/tm/tom

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