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Umland Seelze Nachrichten Experte befürchtet mehr Hochwasser
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12:15 19.01.2011
Von Ralf Heußinger
Die Leineaue zwischen Lohnde und Altgarbsen ist seit Tagen überschwemmt – ein Vorgeschmack auf den Leinebogen? Quelle: Frank Oheim

Wasserbauingenieur Professor Friedhelm Sieker hält es für möglich, dass sich durch die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen an der Ihme in Hannover künftig mehr Wasser gleichzeitig in Richtung Seelze ergießt. Die Konsequenz: Die Stöckener Straße müsste häufiger und länger gesperrt werden.

Sieker hat die Planungen zum Hochwasserschutz in Hannover eng begleitet. Die Landeshauptstadt will das Ihme-Ufer in Linden abgraben und zudem in Ricklingen einen Deich anlegen. Das Vorhaben ist heftig umstritten, eine Bürgerinitiative hat sich gegründet, um dagegen zu protestieren. In deren Auftrag hat Sieker bei einer Informationsveranstaltung in Hannover bereits Alternativen vorgestellt. Die Abgrabungen an der Ihme sollen in diesem Jahr beginnen – vorausgesetzt, der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft (NLWKN) genehmigt die Pläne.

Sieker zufolge wird die Veränderung des Ihme-Ufers dazu führen, dass der Wasserstand des Flusses abgesenkt wird – auch südlich von Hannover. Die Überschwemmungsflächen dort würden nicht mehr genutzt, das Wasser fließe schneller in Richtung Seelze. „Diese nicht mehr zurückgehaltene Wassermenge muss sich zwangsläufig durch die Ausbaustrecke in den Unterliegerbereich ergießen“, schreibt Sieker, der sich in einem Brief auch an Bürgermeister Detlef Schallhorn gewandt hat.

Die Auswirkungen würden laut Sieker vor allem die Letteraner spüren. „Da kommt es auf jeden Zentimeter an, ob die Straße gesperrt werden muss.“ Für die in den vergangenen Tagen überschwemmte Garbsener Landstraße seien die negativen Auswirkungen wohl nicht so dramatisch, meint Sieker.

Die Stadtverwaltung hat nach Angaben von Sprecherin Martina Krapp während des Planfeststellungsverfahrens bisher keine Bedenken geäußert. „Wir warten jetzt ab, wie das NLWKN das Verfahren weiter führt.“ Für Anfang April ist laut NLWKN ein Erörterungstermin über Einwendungen gegen das Vorhaben geplant. Wann das Verfahren abgeschlossen wird, stehe noch nicht fest.

Das aktuelle Hochwasser bleibt wohl noch einige Tage erhalten. Die Garbsener Landstraße ist zwar seit Dienstag Vormittag wieder befahrbar, die Stöckener Straße zur Klappenburgbrücke war aber bis zum Abend noch gesperrt. Wer sich über Straßensperrungen informieren möchte, kann dies auch im Internet auf www.vmz-niedersachsen.de tun. Der Pegel in Herrenhausen verharrte gestern bei 5,33 Meter, immer noch 50 Zentimeter über der höchsten Meldestufe. „Es ist nicht mit ad hoc sinkenden Wasserpegeln zu rechnen“, sagte Achim Stolz vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft. Steigende Wasserstände seien allerdings auch nicht zu erwarten.

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