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17:35 13.09.2017
Von Thomas Tschörner
Britta Röver und Mike Starke vom Vorstand der Qualle setzen sich für den Erhalt des Bades ein. Quelle: Thomas Tschörner
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Letter/Seelze

Neue Entwicklungen hatten vor einigen Tagen sowohl Politik als auch den Förderverein aufgeschreckt, der das Bad betreibt. Nach Mitteilung von Bürgermeister Detlef Schallhorn in der jüngsten Ratssitzung sollen die zunächst für die Erneuerung der Lüftungsanlage und des Beckenkopfes eingeplanten 250.000 Euro nicht mehr für diesen Zweck ausgegeben werden. Stattdessen sollen rund 210.000 Euro in den Brandschutz investiert werden. 

Vorsichtig optimistisch zeigt sich Johannes Seifert, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, nach der Ausschusssitzung. Eine Verbesserung des Brandschutzes mache nur Sinn, wenn das Bad danach weiter saniert wird. Seifert betonte, dass sich die SPD-Fraktion noch nicht endgültig festgelegt habe. "Wir werden uns Gedanken machen, wie die Zukunft des Bades im Haushaltsplan umgesetzt werden kann." Klar sei aber auch, dass das Bad nur "scheibchenweise" saniert werden könne. Unzufrieden sei er mit dem Vorgehen der Verwaltung. "Es hat mir nicht gefallen, dass das so lange gedauert hat." Denn die 250.000 Euro seien bereits vor rund zwei Jahren in den Etat aufgenommen worden. Ähnlich sieht es Frank Joosten (Die Grünen). "Ich fühle mich verschaukelt", sagte Joosten. Vor zwei Jahren seien die 250.000 Euro für Lüftungsanlage und Beckenkopf von der Stadt zugesagt worden. Nach zweijähriger Planung falle jetzt auf, dass der Brandschutz wichtiger sei. Wenn der Brandschutz gemacht werde, mache eine Schließung keinen Sinn, sagte Joosten.

Beratungsbedarf sieht auch die CDU-Fraktion. "Wir haben eine Kostenaufstellung von der Verwaltung gefordert", sagt Sprecherin Petra Cordes. Die Kommunalpolitiker müssten wissen, was in naher Zukunft investiert werden müsse.

Enttäuscht zeigte sich der Förderverein Die Qualle, der das Bad in Letter betreibt. "Mit uns ist nicht gesprochen worden", sagt der Vorsitzende Mike Starke. Stattdessen seien von der Verwaltung einfach die Kosten veröffentlicht worden. Diese wichen zudem von dem Angebot ab, dass der Förderverein selbst eingeholt habe. Der Verein werde jetzt alles mobilisieren und sich nicht kampflos geschlagen geben. Noch vor den Haushaltberatungen würden die Kommunalpolitiker eingeladen, sich selbst ein Bild zu machen, ergänzte Qualle-Sprecherin Britta Röver. Röver und Starke fragen zudem, warum die Stadt in den vergangenen Jahren so wenig Interesse am Erhalt des Bades gezeigt hat. Der Bundestag habe erst im Sommer dafür plädiert, dass Kommunalpolitiker das Schließen weiterer Schwimmbäder verhindern müssten. Sonst könnten vor allem Kinder das Schwimmen nicht mehr erlernen. Der Förderverein macht auf www.hallenbadletter.de auf sein Anliegen aufmerksam.

Das Hallenbad in Letter: Das Bad wurde 1971 als Schulschwimmhalle für das Georg-Büchner-Gymnasium gebaut und auch als Sportschwimmhalle genutzt. Als der chronisch finanzschwachen Stadt das Bad zu teuer wurde und es 1996 kurz vor der Schließung stand, sprang der Förderverein Die Qualle ein. Die Ehrenamtlichen übernahmen im April 1996 den Betrieb. Fünf Jahre später kam die komplette Wartung, Reinigung und Instandhaltung dazu. Die Stadt zahlt einen jährlichen Zuschuss von 115.000 Euro. Der Förderverein verweist darauf, dass dieses Geld jahrelang nicht einmal die Energiekosten gedeckt habe. In den 21 Jahre hätte die Stadt zudem beträchtliche Personalkosten eingespart, weil die Ehrenamtlichen den Betrieb aufrecht erhalten hätten. Aufgerechnet auf 21 Jahre seien diese eingesparten Personalkosten höher als die jetzt anstehenden Investitionen. Zuletzt hatte eine Schließung des Bades 2015 als Teil des Sparpaketes für die Konsolidierungshilfe im Raum gestanden. Ein Gutachten ergab einen Sanierungsbedarf von rund 3 Millionen Euro für das Bad. Nach Protesten von Bürgern, Schulen und Vereinen wurde aber auf die Schließung verzichtet.

Britta Röver und Mike Starke vom Vorstand der Qualle setzen sich für den Erhalt des Bades ein. Quelle: Thomas Tschörner

Die CDU-Fraktion hofft auf die finanzielle Unterstützung von Land und Bund für Seelzes Schulbauprojekte. In einem Antrag, über den die politischen Gremien noch beraten müssen, fordern die Christdemokraten die Verwaltung zu einer Bestandsaufnahme der Schulinfrastruktur auf. Dann sollen Finanzhilfen beantragt werden.

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