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00:16 27.09.2017
Von Sandra Remmer
Marie (14) und Selina (15) geben ihre Stimme zur Juniorwahl ab. Quelle: Sandra Remmer
Seelze/Letter

Ganz egal, wie die Schüler sich entschieden haben - beeinflussen soll das Wahlergebnis der Juniorwahl niemanden. Mehr als 3000 Schulen in ganz Deutschland haben sich an diesem Schulprojekt beteiligt. In Seelze haben sich Schüler der Anne-Frank-Schule und vom Georg-Büchner-Gymnasium auf den Weg an die Wahlurnen gemacht. Bis auf den winzigen Unterschied, dass "Juniorwahl" auf dem blauen Zettel stand, sah dieser ganz genau so aus wie der, auf dem am Sonntag alle Wähler älter als 18 Jahre ihre Stimmen abgeben können.

"Bei der Juniorwahl geht es um das Üben von Erleben und Demokratie" erläutert Torsten Ellerhoff, Schulleiter der Anne-Frank-Schule. In den vergangenen Wochen stand dieses Thema als Schwerpunkt auf dem Stundenplan. Bereits seit 2013 beteiligt sich die Anne-Frank-Schule an der Juniorwahl und hat dieses Projekt fest in den Unterricht etabliert. 27 Förderschüler haben am Freitag ihre Stimme abgegeben. Auf die Frage, was die für Seelze zuständigen Bundestagsabgeordneten Maria Flachsbarth und Matthias Miersch in Berlin vorbringen sollten, mussten die Schüler nicht lange nachdenken. "Eine bessere technische Ausstattung mit Whiteboards statt Tafeln und eine Ganztagsschule", sagen Nico (13) und Florentina (16), die sich als Wahlvorstand mit um einen reibungslosen Ablauf der Wahl und um die Auszählung der Stimmern kümmern.

Am Georg-Büchner-Gymnasium hat sich der Leitungskurs Politik der Aufgabe des Wahlvorstands angenommen. Geduldig geben Arne, Leon, Nick und Anna Lena (alle 16) dort die Stimmzettel an ihre Mitschüler aus. Mitmachen dürfen am GBG alle Schüler ab der achten Klasse, sodass die Juniorwahl aufgrund der großen Teilnehmerzahl auf mehrere Tage verteilt war. Entsprechend ihrem Alter haben sie die Themen Bundeswahl, Erststimme, Zweitstimme  und Koalition im Politikunterricht behandelt.  "Wir haben auch Videos gedreht in denen wir erklärt haben, wie eine Wahl funktioniert", erzählen Frederik und Yaser (14). Außerdem haben die Schüler eigene Wahlplakate gestaltet.

"Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Eltern dadurch, dass ihre Kinder sich mit dem Thema Bundeswahlen beschäftigen, selber aktiv werden und zur Wahl gehen", berichtet Lehrerin Daniela Dyck. Das belegten auch wissenschaftliche Studien, die eine Steigerung der Wahlbeteiligung bei Erstwählern und deren Familien sowie eine Senkung des Nichtwähleranteils von 22 auf weniger als sieben Prozent zeigten. "Wer als Jugendlicher gewählt hat, wählt auch als Erwachsener", glaubt Dyck.

Wer wissen möchte, wie die Juniorwahl 2017 ausgefallen ist, kann das ab Sonntag, 18 Uhr, unter juniorwahl.de erfahren.

Quelle: Sandra Remmer

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