Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Hobbykünstler malt mit Kohle, Bleistift und Farbe
Umland Seelze Nachrichten Hobbykünstler malt mit Kohle, Bleistift und Farbe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 29.03.2018
An der Zeichnung des Dubliner Kaufhauses arbeitet Axel Schulz seit vier Monaten Quelle: Heike Baake
Dedensen

 Bereits mit sieben Jahren fing Axel Schulz mit dem Malen an. Als Dreizehnjähriger verkaufte er sein erstes Bild. den Umgang mit Pinsel und Farbe hat dem heute 73-Jährigen sein Vater  – ebenfalls ein leidenschaftlicher Maler –beigebracht. „Ein Objekt erst einmal ganz konzentriert zehn Minuten ansehen, dann fünf Minuten wegschauen und danach das Objekt wieder ansehen, so sieht man viel mehr“, erinnert sich der Hobbykünstler an die Ratschläge des Vaters. 

Hobbymaler Axel Schulz malt seit seinem siebten Lebensjahr und besserte als Dreizehnjähriger sein Taschengeld durch ein verkauftes Bild auf. Viele Techniken und Tricks lernte er von seinem Vater.

Der Dedenser möchte die älteste Kunst des Malens mit Kohle oder Bleistift wiederbeleben. „Ich habe schon immer damit gemalt, aber jetzt möchte ich es intensivieren“, sagt Schulz. Für die Stifte benötigt er Mikro-Anspitzer, die sehr große Teile anspitzen. Dadurch werden die Linien so fein, dass der Betrachter auf den ersten Blick nicht feststellen kann, ob es sich um ein Foto oder ein Gemälde handelt.

Lernen in China 

Bis zu seinem dreißigsten Lebensjahr lebte der 73-Jährige Schulz mit kurzen Unterbrechungen in China. Dort erlernte er die chinesische Technik im Aquarellmalen. Während der deutsche Maler den Pinsel ganz kurz hält und seine Hand aufstützt, malt der Chinesische Künstler mit breiter Handbewegung und hält den Pinsel im oberen Bereich. 

Wenn Schulz malt, vergisst er die Welt um sich herum. Mehrere Stunden kann er an einem Bild arbeiteten, ohne etwas anderes wahrzunehmen. „Wenn meine Frau mich anspricht, dann muss sie oft sehr laut werden, sonst höre ich sie nicht“, sagt der Künstler und lacht. Auch Guiness-Bier und Zigarillo geraten in Vergessenheit, wenn er bis zu fünf Stunden in seiner Arbeit versinkt.

Bilder sind nicht fertig

Manche Bildern werden nie ganz fertig, denn beim Betrachten fällt Schulz immer wieder etwas auf was er verändern oder ergänzen kann. Bei anderen stellt er bereits sehr früh fest, dass das Bild fertig ist und es wirkt eher wie ein Negativ, indem nur die dunklen Schattierungen dargestellt sind. Schulz ist vielseitig und interessiert sich auch für die japanische Malerei, insbesondere für die Holzdruckmalerei. Dort werden bis zu 78 Holzschnitte zu einem Bild verarbeitet, das der 73-Jährige mit andereren Techniken nachmalt. Hierzu benötigt er Polychrom-Stifte, die eine höhrere Leuchtkraft besitzen und mehrfach übereinander gelagert werden können. Als Vorlage dienen ihm die Arbeiten des japanischen Künstlers Utagawa Hiroshige, insbesondere Bilder die Fische und Wellen zeigen.

Spezielle Papiere zum Zeichnen

Für seine Bilder benötigt Schulz spezielle Papiere. Bei Bleistift- und auch bei Aquarellwerken trägt er unzählige Schichten übereinander auf – manchmal bis zu 20 Stück. Eine aufgesprühter Abdeckschutz verhindert ein Verwischen und ermöglicht ein weiteres Auftragen. „Manchmal besprühe ich ein Bild bis zu sieben Mal, aber ein Radieren ist dann bei einer Bleistiftarbeit nicht mehr möglich“, erklärt Schulz

Einen Teil seiner Zeichnungen fasst Schulz seit Jahren in Kalendern zusammen. In Dedensen, Irland und Bispingen erfreut er damit inzwischen zahlreiche Liebhaber. Seit vier Monaten arbeitet er intensiv an einer Kohlezeichnung eines Kaufhauses in Dublin. Er hofft, dass er seine Arbeiten auch dort ausstellen kann. Auch ein Kinderbuch ist in Arbeit und soll demächst fertig werden. Es erzählt die Geschichte zweier Mäuse, die über Deutschlands Grenzen hinweg unterwegs sind und wird selbstverständlich viele Zeichnungen des Künstlers beinhalten.  

Serie: Handgemacht in Seelze

Sie fertigen Hüte, Seife, Babykleidung, Puppen, Geschirr und Taschen: Seelze hat ein erstaunliches Kreativ-Potenzial. In unserer Lokalserie „Handgemacht in Seelze“ stellen wir Menschen vor, die tatsächlich noch mit den Händen arbeiten. Wir zeigen Künstler an der Nähmaschine, an der Stricknadel, in der Werkstatt und an der Töpferscheibe. Sie erklären uns, wie aus einer Idee oder einem Hobby kleine Geschäftsmodelle werden können. ton

Von Heike Baake 

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei einem Einbruch in das Jugendzentrum in Letter sind in der Nacht zu Sonntag zwei Fenster stark beschädigt worden. Unbekannte waren in das Gebäude eingedrungen. Über die Höhe des Schadens ist bislang nichts bekannt.

29.03.2018

Die Polizei sucht Zeugen einer Unfallflucht in Seelze. Ein Unbekannter hat am Freitagabend einen Opel auf dem Aldi-Parkplatz an der Hannoverschen Straße beschädigt. 

25.03.2018

Einbrecher haben in der Nacht zu Sonnabend in einem Imbiss an der Stöckener Straße in Letter die Kasse und einen Zigarettenautomaten erbeutet. Die Polizei bittet Zeugen um Hinweise.

25.03.2018