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Umland Seelze Nachrichten Letters Hausärzte wollen Altes Rathaus erhalten
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20:47 23.02.2018
Die Ärzte Stefan Ernst (von links), Claudia Priebe, Micha Alescha Wieghorst, Inga Wittrock und Holger Muschalek wollen das Altes Rathaus im Ortskern erhalten. Quelle: Sandra Remmer
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Letter

 In die Diskussion um den geplanten Verkauf des Alten Rathauses und des zugehörigen Grundstücks haben sich jetzt auch Letters Hausärzte eingeschaltet –und für den Erhalt des Gebäudes im Ortskern plädiert. Der Rat der Stadt wird voraussichtlich am Donnerstag, 22. Februar, in seiner um 19 Uhr im Forum der Geschwister-Scholl-Schule eine Entscheidung über den Verkauf treffen (siehe Kasten). Der von einer Jury ausgewählte Siegerentwurf des Bieterverfahrens sieht den Abriss des Gebäudes und den Bau von Wohnungen vor.

Ärzte verfolgen seit einiger Zeit das Veräußerungsverfahren

Als Hausärztinnen und Hausärzte in Letter verfolgten sie seit einiger Zeit das Veräußerungsverfahren der Stadt Seelze um das Rathaus und den Bürgermeister-Röber-Platz, schreiben die Mediziner Claudia Priebe, Dr. Doris Luther, Holger Muschalek, Micha Alescha Wieghorst, Kai Risse, Dr. Stefan Ernst, Dr. Inga-Mayte Wittrock und Roland Franke an die Redaktion. „Viele Letteraner in unseren Sprechstunden sind enttäuscht, dass ,unser Rathaus’ dem vermeintlichen Willen der Ratsmitgliedermehrheit folgend anscheinend demnächst dem Abrissbagger weichen soll“, heisst es in dem Schreiben. 

Karikaturist Wolfgang Schulze sieht die lange Diskussion um das Alte Rathaus mit Humor. Quelle: Thomas Tschörner

Der alte Ortskern von Letter mit seinem Rathaus und dem offenen Vorplatz ist zusammen mit der evangelischen und der katholischen Kirche Bestandteil einer jahrzehntelang gewachsenen Struktur und stelle für die Allgemeinheit einen zentralen Mittelpunkt ihres Ortslebens und ihrer gemeinsamen Nachbarschaft dar. „Warum der alte Ortskern von Letter mit seinem letzten historischen Gebäude und dem zugehörigen, für die Allgemeinheit wertvollen Vorplatz einigen farblosen Flachdachbauten weichen soll, ist einer Vielzahl von Bürgern rätselhaft und trifft auch bei uns auf Unverständnis.“

Letteraner Bürger haben „ernstzunehmenden Entwurf“ eingereicht

Dass der Erhalt des Rathausgebäudes für die Entscheidung der geheim tagenden Jury lediglich zehn Prozent ausgemacht habe, sei zumindest städtebaulich fragwürdig und mag die Bewerber dazu animiert haben, dass Rathaus leichtfertig dem Abriss freizugeben. 

Der Entwurf der Planungs-GbR will das Alte Rathaus erhalten. Quelle: privat

„Da aber mit dem von letteraner Bürgern veröffentlichten drittplazierten Entwurf zumindest ein ernstzunehmender Vorschlag eingereicht wurde, der neben dem Erhalt des Rathausgebäudes auch dem zentralen Vorplatz mit Brunnen, Maibaum und altem Baumbestand seinen Stellenwert belässt, wäre es wünschenswert, wenn die Ratsmitglieder in Ihrer Sitzung am 22. Februar nicht vorschnell eine nicht mehr zu revidierende Entscheidung treffen, sondern einer breiteren Diskussion aller Beteiligten Raum geben würden“, hoffen die Hausärzte aus Letter. „Wir wünschen uns, dass sich der Rat der Stadt Seelze mit aller Energie dafür einsetzt, dass Letter nicht ein weiteres Stück gemeinsamer Geschichte und Identität verliert.“ Dass in Letter so lange und ernsthaft um die Zukunft des Gebäudes diskutiert wurde, sieht Holger Muschalek so: „Letter war schon immer wie ein wehrhaftes gallisches Dorf.“

Die Ansicht des Entwurfs der Planungs-GbR im Bereich der Rückseite des Alten Rathauses. Quelle: privat

Um das Alte Rathaus wird seit Jahren gestritten

Das Alte Rathaus gilt als sanierungsbedürftig. Die Stadtverwaltung hatte bereits vor Jahren einen Betrag von rund 1,5 Millionen Euro für notwendig gehalten, um das Gebäude wieder in Schuss zu bringen. Dieses Geld hatte die Stadt aber nicht. Ideen, wie einen Investor zu finden, der das Haus saniert und mindestens die Fassade erhält, ließen sich nicht realisieren. Der Letteraner Horst Günther Sowa hatte zudem die Gründung einer Stiftung angeregt –ebenfalls mit dem Ziel das Haus zu erhalten und Teile des Grundstücks zu bebauen. Auch dieser Vorschlag blieb unrealisiert. Der vom Rat hatte schließlich den bedingungslosen Verkauf des Alten Rathauses beschlossen, als Teil des Konsolidierungskonzeptes der Stadt. Dieses war notwendig, um in den Genuss der sogenannten Stabilisierungshilfe des Landes von rund 22,3 Millionen Euro zu kommen. Bei dem Bieterverfahren sollten die Teilnehmer erklären, was mit dem Gebäude und dem Grundstück passieren soll. Die Stadt hatte als Bewertungskriterien das Mindestgebot (30 Prozent), die Marktfähigkeit des Konzepts (10 Prozent), die Art der geplanten Wohneinheiten (25 Prozent), die Aufenthaltsqualität der Außenanlagen (15 Prozent), verkehrliche Erschließung und Klimaschutz (je 5 Prozent) sowie den Erhalt des Gebäudes (10 Prozent) festgelegt. Sechs Interessenten hatten sich an dem Verfahren beteiligt und ihre Entwürfe eingereicht. Die Jury wählte den Entwurf der Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen (WGH) aus, der den Abriss des Alten Rathauses und den Bau von Wohnhäusern auf dem Grundstück vorsieht. Die Planungs-GbR, eine Gruppe von Letteranern und Architekten, konnte sich mit ihrem Entwurf nicht durchsetzen. Die Planungs-GbR wollte ebenfalls Wohnhäuser bauen, die um das zu erhaltende Alte Rathaus platziert werden sollen.

Von Thomas Tschörner

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