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Umland Seelze Nachrichten Muse startet mit japanischen Klängen
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14:36 21.06.2018
Ohne Keisho verbindet klassische, japanische Musik mit westlichen Melodien Quelle: Heike Baake
Seelze

Bei strahlend blauen Himmel und sommerlichen Temperaturen ist am Mittwochabend das 19. Musikfestival Seelze (Muse) in der Martinskirche gestartet. Der Künstler Ohno Keisho brachte seine Tsugaru-Shamisen mit, ein dreisaitiges, traditionelles japanisches Musikinstrument, bei dem er durch das Aufschlagen des Plektrums auf die Saiten Töne erzeugte. Bereits im Alter von acht Jahren erlernte der 1975 in Niigata geborene Keisho das Spielen der Shamisen und wurde bereits mit zwölf Jahren als akkreditierter Meister anerkannt. Inzwischen ist Keisho weit über Japans Grenzen bekannt und gibt Konzerte in ganz Europa und in den USA. Dass er auf seiner diesjährigen Europatournee in Seelze Halt machte, ist dem Engagement der Muse-Organisatoren Christoph Slaby und Robert Leschik zu verdanken. „Wir freuen uns, eine andere Art von Musik bei der diesjährigen Muse präsentieren zu können“, sagte Slaby und ergänzte, dass er glücklich sei, dass es nun, nach einjähriger Planung, endlich los geht. Trotz Fußballweltmeisterschaft und sommerlichen Temperaturen kamen 50 Besucher, um den fremden, asiatischen Klängen zu lauschen.

Mit Jacke und Hakama, einem Hosenrock mit weit geschnittenen Beinen, bedruckt nach seinem eigenen Design, betrat Keisho den Altarraum und versprühte von der ersten Sekunde an asiatischen Flair. Ungewöhnliche Klänge und Laute waren in den ersten Stücken zu hören, später dann, mit instrumentaler Untermalung, bekannte Melodien zu erkennen. Sie alle erzählten Geschichten aus Japan: von einem heißen Tag mit flimmernder Luft, von einer Stadt, die nach dem Tsunami nur eine Sanddüne war und vom Sommeranfang. Japan, fast 9 000 Kilometer entfernt, fühlte sich an diesem Abend sehr nah an. Die Zuhörer konnten, wenn sie ihre Augen schlossen, die japanischen Kirschblüten und die Meeresbrise des Pazifiks riechen. Das Publikum applaudierte begeistert und wurde nach dem 45-minütigen Konzert mit einer James-Bond-Zugabe belohnt. Keisho lässt sich bei seiner Musik von traditionellen Techniken inspirieren, verändert sie aber und kreiert einen neuen Stil. Es ist eine Mischung aus klassischer, japanischer Musik und westlichen Melodien.

Helga Lindemann (85) aus Seelze ist ausgesprochener Muse-Fan und kommt, wenn es ihre Zeit erlaubt, zu den Konzerten. „Es war ungewohnt, aber sehr interessant“, verrät sie und freut sich schon auf kommenden Mittwoch, 27. Juni. Da spielt um 20 Uhr das Bundespolizei-Orchester Hannover unter der Flutbrücke und dort will sie auf jeden Fall auch dabei sein. Bei Getränken und Snacks tauschten sich die Konzertbesucher nach dem Konzert im Pfarrgarten aus und verabschiedeten sich anschließend mit sayonara.

Von Heike Baake

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