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Umland Seelze Nachrichten Wolfgang Tiemann stellt Bild von Sophie Thielking vor
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00:18 15.12.2017
Wolfgang Tiemann vor einem Poträt von Robert Koch. Die Reproduktion (rechts) wird im Gehrdener Robert-Koch-Krankenhaus aufgehängt. Quelle: Thomas Tschörner
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Kirchwehren/Hannover

 Mit seinem Porträt von Sophie Thielking, der Großmutter seiner Frau Hannelore Thielking, ist Wolfgang Tiemann in der Ausstellung „Silberglanz. Von der Kunst des Alters“ im Landesmuseum Hannover vertreten. „Es hängt im selben Saal wie das Gemälde von Martin Luther von Lucas Cranach dem Älteren, das ist schon eine Ehre für mich“, sagt Tiemann, der in Kirchwehren lebt. Am Sonntag, 17. Dezember, führt er mit Kuratorin Lisa Felicitas Mattheis durch die Ausstellung und stellt neben seinem Gemälde auch einige andere ausgewählte Bilder vor. Beginn ist um 15 Uhr.

Mit dem Bild von Sophie Thielking, der Großmutter seiner Frau, ist Wolfgang Tiemann im Landesmuseum bei der Ausstellung "Silberglanz. Von der Kunst des Alters" vertreten. Quelle: privat

Das Landesmuseum nutzt für die Ausstellung seine eigene hochkarätige Sammlung der Landesgalerie, die durch zahlreiche internationale Leihgaben ergänzt wird. In der Liste taucht neben Museen und Galerien aus Metropolen wie unter anderem Basel, Berlin, Chicago, New York und Rom auch Seelze auf. Im Ortsteil Kirchwehren der Obentrautstadt lebt und arbeitet Leihgeber Wolfgang Tiemann. Katja Lembke, Direktorin des Landesmuseums, habe das Werk angefragt, sagt Tiemann. Denn das 1979 entstandene Bild ist bekannt und war schon in großen Ausstellungen, etwa in New York, zu sehen. Zudem habe Lembke auch vor einigen Wochen bei einem Besuch von Ministerpräsident Stephan Weil zu seinem Werk gesprochen.

Bild ist Erinnerung an ostwestfälische Herkunft

Sophie Thielking habe auf dem Land gelebt. „Sie war eine sehr geerdete Frau, bibelfest und gläubig“, sagt der Künstler. Als das Porträt entstand, war sie bereits durch einen Schlaganfall gehandicapt. Thielking habe zur Familie gehört, es war naheliegend, einen Menschen aus der Nähe zum Modell zu nehmen. Das Bild im Format zwei mal drei Meter begann Tiemann kurz vor dem Jahreswechsel, signiert habe er es erst 1980. „Das ist ein Stück meiner Geschichte in Ostwestfalen“, sagt der Maler. 

Tiemann stellt im Landesmuseum auch andere Arbeiten vor

Eine persönliche Sicht gibt Tiemann am Sonntag aber nicht nur auf das Bild von Sophie Thielking. Bei einer kleinen Runde widmet er sich auch anderen Werken. Zur Auswahl des Künstlers gehören der „Atelierbesuch Helmut Schmidt“ von Bernhard Heisig ebenso wie ein Selbstbildnis von Max Slevogt und die Skulptur „Dead Dad“ von Ron Mueck. Außerdem sind die Bilder „Johanna im Bade“ von Lovis Corinth und der Martin Luther von Lucas Cranach dabei. 

Tiemann ist Seelzes Aushängeschild in Sachen Kunst

Seit 1979 lebt der 1952 in Eickhorst im Kreis Minden geborene Künstler in Kirchwehren. Dort hat er sein Atelier und mit dem benachbarten Kunsthaus auch ein Museum, in dem ausgewählte Arbeiten hängen. Nach einer Ausbildung zum Farblithografen studiert er an der Fachhochschule Grafikdesign. Letztlich reizte ihn die Kunst aber mehr: Er studierte an der Kunsthochschule Braunschweig weiter und wurde 1982 Meisterschüler. Eine erste Ausstellung hatte er bereits 1978 in Minden, inzwischen kann er mehr als 80 Ausstellungen weltweit vorweisen. Mit dem spektakulären Projekt „Paperroads“ thematisierte er die Verbreitung des Papiers entlang der Seidenstraße. In seinem Zyklus „Abgründe“ zeigte Tiemann in Atelier und Kunsthaus zeitlose Themen wie Wanderungen und Begegnungen, Niederlagen, Enttäuschungen und Siege und griff dabei auf mythologische Elemente zurück.  So konnte der tierische Wächter vor einer Festung könnte auch ein verkleideter Mensch sein – die historische Art der psychologischen Kriegsführung.

Wolfgang Tiemann ist vielseitig: Das Bild "Bewachte Festung" aus der Serie "Abgründe". Quelle: Thomas Tschörner

Skulptur ist Vorbild für Ehrenamtspreis

Tiemanns Bronzeskulptur Dialog wurde 1999 auf dem Rathausplatz installiert. Die drei überlebensgroßen Figuren, scheinbar angeregt ins Gespräch vertieft, symbolisieren das Miteinander und den Gedankenaustausch. Für den Stadtpreis Seelzer Dialog, der im Sommer 2014 erstmals vergeben wurde, hat der international bekannte Künstler drei Miniaturen seines Werkes geschaffen, die beim Seelzer Stadtempfang den Preisträgern überreicht wurden. 

Ausstellung läuft noch bis 18. Februar

Die Ausstellung „Silberglanz. Von der Kunst des Alters“ ist noch bis zum 18. Februar im Landesmuseum Hannover an der Willy-Brandt-Allee 5 zu sehen. Gezeigt werden insgesamt 128 Bilder und Objekte. Der Eintritt zu der Sonderausstellung inklusive der Sammlungen kostet 10 Euro (ermäßigt 8 Euro) und für Familien 20 Euro. Im Museumsshop gibt es zudem einen 264-seitigen, reich bebilderten Katalog für 29,90 Euro.

Von Thomas Tschörner

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