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Umland Seelze Nachrichten Seelzer freuen sich über zusätzlichen Feiertag
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01:57 10.03.2018
St. Martin ist Seelzes evangelische Kirche. Quelle: Gerrit Pfennig (Archiv)
Seelze

  Was hat Seelze demnächst womöglich mit Slowenien und Chile gemein? Niedersachsenweit soll der Refortmationstag am 31. Oktober 2018 wieder ein gesetzlicher Feiertag werden. Doch was halten Seelzer von der Idee der Landesregierung, den letzten Oktobertag, der zum Beispiel auch mit Halloween in Verbindung gebracht wird,  wieder als arbeitsfreien Tag einzuführen? Und vor allem: Was verbinden Sie mit dem Feiertag?

Wolfgang Krüger (64) findet es nur gerecht, wenn Niedersachsens seinen Feiertag am 31. Oktober zurück bekommt. „Schaut man nach Bayern oder Nordrhein-Westfalen, sind wir Niedersachsen doch  schwer im Hintertreffen, was die gesetzlichen Feiertage angeht“, findet Krüger. Zwar ist er selbst schon verrentet, daher wäre der freie Tag für ihn nicht so entscheidend. Doch denkt er natürlich an die Arbeitnehmer und Ehrenamtlichen. Zu letzteren zählt Krüger selbst und engagiert sich in Seelzes Freiwilliger Feuerwehr und bei dem Verein Historische Maschinene n Seelze

Werner Hohlbein (73) aus Letter ist ein klarer Befürworter des Reformationstages, „weil durch Luther unser Denken freier geworden ist“. Aus diesem Grund könnte sich der Organisator des Drachenbootrennens kein besseres Datum denken. Zur Fähigkeit von Dialog und Perspektivwechsel zählt für Hohlbein aber auch der Respekt vor anderen Haltungen. Dass beispielsweise Ingrid Wettberg von der Liberalen Jüdischen Gemeinde, mit der Werner Hohlbein gerne bei Projekten kooperiert, diesem Feiertag weniger abgewinnen kann, findet Werner Hohlbein aber nachvollziehbar. 

Seelzes Gleichstellungsbeauftragte Gabriela Giesche (48) ist bekennende Christin. „Im Glauben sind wir in Deutschland multikulturell geworden“, so ihre Überzeugung.  Bei einem Feiertag findet sie den Grund wichtig, weil die Botschaft des Tages zum Nachdenken und Innehalten anregen soll. „Deshalb finde ich einen politischen Anlass, wie den Internationalen Frauentag am 8. März viel passender.“ Schließlich setze der Tag ein Zeichen gegen  Unterdrückung und für Gleichberechtigung. „Und diesen Kampf haben wir noch weltweit zu kämpfen“, so Gabriela Giesche. Die Gleichstellungsbeauftragte lädt traditionell Frauengruppen in Kooperation mit der Initiative Kultur in Seelze ein. Ab 19.30 Uhr wird ein Film von Regiesseurin Sarah Gavron gezeigt, der anhand eines bewegendes Einzelschicksales das Wahlrecht der britischen Frauen thematisiert. „Wir waren blitzschnell ausgebucht“, freut sich Seelzes Gleichstellungsbeauftrage.

Ursula Schneider, Jahrgang 1929, ist seit 45 Jahren SPD-Mitglied und leitet die SPD-Frauen Lohnde. Sie feiert am 8. März selbstverständlich den  Internationalen Frauentag, bei der Kulturinitiative Seelze. Was hält Ursula Schneider, die am 1. April 89 Jahre alt wird, also vom zusätzlichen Feiertag? „Wissen Sie“, erwidert Schneider „ich habe alles Schlechte im Leben mit erlebt. Die Buhmannschule  in Hannover, auf der ich Mittlere Reife machen sollte, wurde kaputt gebombt. Alle Mitschülerinnen, die schon 17 Jahre alt waren, kamen dann zur Flak (Flugabwehr-Kanone) und starben kurz darauf bei einem Bombeneinschlag.“ Aus diesem Grund ist Ursula Schneider nur Frieden wirklich wichtig und feiernswert. Denn Frieden ist das Erste, was sich Menschen wünschen. 

Gastronomin Katarzyna Schwier (46) vom  Seelzer Restaurant Flügels freut sich über jeden zusätzlichen Feiertag, weil dann auch mehr Gäste zum Essen kommen. Auch Robert Fischer aus Letter findet einen zusätzlichen freien Tag gut. „Ich finde, dass sich den jeder nach seinen eigenen Interessen gestalten sollte“, so der 48-Jährige. 

Von Patricia Chadde

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