Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Grüne kritisieren Rosummek und werden im Rat gerügt
Umland Seelze Nachrichten Grüne kritisieren Rosummek und werden im Rat gerügt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:47 22.12.2017
Seelzes ehemaligem Stadtbrandmeister Jürgen Rosummek wird der Titel eines Ehrenbrandmeisters verliehen. Quelle: PATRICIA CHADDE
Seelze/Lathwehren

 Der Rat der Stadt Seelze will dem ehemaligen Stadtbrandmeister Jürgen Rosummek mit großer Mehrheit die Bezeichnung Ehrenbrandmeister verleihen. Einzig die Grünen hatten den Lathwehrener wegen eines Leserbriefs in der Ratssitzung am Donnerstagabend scharf kritisiert und wurden dafür von den anderen Fraktionen gerügt. Nach einer hitzigen Diskussion enthielten sich die Grünen schließlich der Stimme. Rosummek selbst war in der Sitzung nicht anwesend.

Grüne hatten Gutachten zur Feuerwehr gefordert

In den vergangenen Wochen waren die Grünen mit einem Vorstoß gescheitert, für die Seelzer Feuerwehren ein Gutachten erstellen zu lassen. Die Fraktion hatte zwar betont, dass es um eine Verbesserung für die Seelzer Feuerwehren gehen sollte, dem Antrag aber einen Zeitungsartikel aus Bad Nenndorf beigefügt, in dem von einer Schließung von Feuerwehrstandorten die Rede war. Nachdem die Grünen eine Anfrage zur Begehung von Feuerwehrhäusern mit Vertretern der Feuerwehr-Unfallkasse gestellt hatten, warf Rosummek den Grünen in einem Leserbrief vor, bei der Feuerwehr immer wieder zu „zündeln“ (siehe Kasten).

Ratsvorsitzender Alfred Blume mahnt persönliches Gespräch an

Grünen-Fraktionschef Knut Werner, der auch dritter stellvertretender Bürgermeister ist, sah seine Fraktion von Rosummek zu Unrecht angegriffen. Bereits 2012 habe die Region der Stadt im Hinblick auf eine sparsame Haushaltsführung ermahnt, dass es keine Tabuthemen geben dürfe: Neben Schulen müssten auch Feuerwehrstandorte und Friedhöfe kritisch durchleuchtet werden. „Wir haben nie die Abschaffung von Ortsfeuerwehren oder technischen Ressourcen verlangt“, wies Werner die Kritik Rosummeks zurück. Bedenklich sei, wenn ihm Feuerwehrleute sagten, dass sie bei ihm im Falles eines Brandes nicht kommen würden. Wegen des verfehlten Leserbriefes könne er der Verleihung des Titels Ehrenbrandmeister nicht zustimmen. Die Rede Werners sei nicht angemessen, sagte der Ratsvorsitzende Alfred Blume, selbst Ehrenbrandmeister. „Ein Wort untereinander scheint mir sinnvoll zu sein“, schlug er vor.

 Andere Fraktionen krisieren Rede von Grünen-Fraktionschef

Er sei erschüttert, dass so etwas passiere, sagte FDP-Fraktionsvorsitzender Harald Temmler zu den Ausführungen Werners. „Wir wollen über Rosummeks Verdienste reden.“ Dabei müsse es fair zugehen. „Ich bin schockiert, das gehört nicht zum Tagesordnungspunkt“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Willms. Es sei erschreckend, dass aufgrund eines Leserbriefes das Lebenswerk von Rosummek in Frage gestellt werde. Dies sei für einen stellvertretenden Bürgermeister nicht gut rübergekommen, kritisierte Willms. Ähnlich sah es der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Masthoff. Rosummek habe sich über Jahrzehnte für Sicherheit eingesetzt. Sein Leserbrief sei vielleicht nicht glücklich formuliert gewesen, räumte Masthoff ein. Die Kritik Werners hinterlasse aber den Eindruck des Nachtretens.

Ratsmehrheit ist für Verleihung des Ehrenbrandmeisters

Unterstützung erhielt Werner von Erhard Klein (SPD). Es sei das gute Recht von Werner, sich so zu äußern. Ralf Marter (Die Grünen), meinte, dass er sich von Rosummeks Leserbrief beleidigt gefühlt hätte. Zudem hätten die Grünen Einladungen zu Gesprächen an die Feuerwehr geschickt, aber keine Antwort erhalten. Marter betonte, dass das Lebenswerk Rosummeks nie angezweifelt worden sei. Blume appellierte an die Grünen, die Differenzen mit Rosummek direkt auszumerzen. „Als Ratsherren sollten Sie ein großes Herz haben.“ Auch Willms forderte die Grünen auf, sich einen Ruck zu geben. Werner verteidigte seine Rede. Als Ratsmitglied gebe es für ihn nur den Rat als Öffentlichkeit. „Ich muss diesen Leserbrief erwidern dürfen.“ Am Ende beschloss der Rat mit großer Mehrheit bei Enthaltung der Grünen die Verleihung des Ehrenbrandmeisters für Jürgen Rosummek.

Rosummek sieht Grünen-Vorschläge skeptisch

In seinem Leserbrief hat der ehemalige Stadtbrandmeister Jürgen Rosummek die jüngsten Vorstöße zu einem Feuerwehr-Gutachten und Begehung der Feuerwehrhäuser mit Vertretern der Feuerwehr-Unfallkasse kritisiert. Rosummek wirft den Grünen in dem Schreiben vor, nie direkt mit den Feuerwehren gesprochen zu haben. Zudem hätten ihre Vorschläge eher die Zusammenlegung von Feuerwehrstandorten, die Abschaffung von Ortsfeuerwehren und die Verringerung technischer Ressourcen zum Ziel. Der Antrag der Grünen für ein Gutachten zur Feuerwehr war aber von den politischen Gremien abgelehnt worden, ebenso der Vorschlag in den Etat 2018 das Geld für ein Gutachten bereit zu stellen. In ihrer Antwort auf die Anfrage zur Begehung der Feuerwehrhäuser hatte die Verwaltung betont, dass Vertreter der Feuerwehr-Unfallkasse nicht eingeladen worden seien, weil die Stadt sich selbst um die Gebäude kümmere. 

Von Thomas Tschörner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Letters Ortsbürgermeister Rolf Hackbarth erhält Unterstützung für seine Forderung, alle Ideen zum Alten Rathaus zu präsentieren. Petra Scholl, Vorsitzende des Letter-fit-Vereins, hält ebenfalls eine umfassende Information für notwendig. Bürgermeister Detlef Schallhorn verteidigt das Vorgehen der Stadt.

22.12.2017

Bürgermeister Detlef Schallhorn sagte „Danke“ für das zurückliegende Jahr und bracht für alle Mitarbeiter, Heilig Abend, an den Weihnachtsfeiertagen sowie Silvester Dienst schieben, Leckereien mit.

24.12.2017

Die Gans ist der Favorit unter den Festessen zu Weihnachten, aber die Zubereitung überlassen die örtlichen Feinschmecker lieber den Profis. Auch pommersche und schlesische Spezialitäten werden aufgetischt.

21.12.2017