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Seelze 85 Jahre altes Fenster kommt ins Heimatmuseum
Umland Seelze 85 Jahre altes Fenster kommt ins Heimatmuseum
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00:20 06.07.2018
Knut Werner und Thomas Voigt zeigen das restaurierte Sprossenfenster. Quelle: Sandra Remmer
Seelze

Gut einen Meter zwanzig Höhe misst das Sprossenfenster, dass Knut Werner vom Museumsverein in einem alten Sägewerk im Wendland gefunden hat. Für ihn war es genau das Richtige für das neue Heimatmuseum, das derzeit die Räume im Alten Krug bezieht. Das Fenster aus den 1930er Jahren soll es dort in der Schusterstube für authentische Lichtverhältnisse sorgen und so die Atmosphäre der vergangenen Zeit verstärken. „Wir wollen mit dem Fenster zeigen, unter welchen Lichtbedingungen die Schuhmacher früher arbeiten mussten“, erklärt Werner. Damit das Fenster dort eingesetzt werden kann, musste es zuerst einmal aufgearbeitet werden. Mit Tischlermeister Thomas Voigt hatte Werner schnell den richtigen Fachmann für die Restaurierung gefunden.

Weil das alte Stulpflügelfenster ursprünglich nach außen zu öffnen war, mussten die Beschläge umgesetzt werden. „Wir haben quasi das Innere nach Außen gekehrt“, erklärt Voigt. Außerdem hat es quasi einen weiteren Rahmen erhalten, damit es nicht direkt an der Wand anliegt, sondern ein Zwischenraum entsteht, in dem eine Animation dann für hell und dunkel sorgt. Denn das Fenster wird im fensterlosen Innenraum des Museums eingesetzt. Ansonsten sei der historische Rahmen einwandfrei in Ordnung und mit seiner Einfachverglasung typisch für diese Zeit. Eine Rechnung wollte der Tischlermeister für seine Tätigkeit nicht stellen. „Das ist eine Leistung, die nicht bezahlt werden muss“, sagte Voigt. Er will das Heimatmuseum unterstützen. Bevor das Fenster in der alten Schusterwerkstatt im Heimatmuseum seinen Platz findet, muss der Anstrich noch erneuert werden.

Das Fenster bekommt einen neuen Unterbau aus Fichte. Quelle: Sandra Remmer

Noch während der Sommerferien soll der komplette Umzug des Heimatmuseums von der Straße Im Sande in Letter in den Alten Krug nach Seelze erfolgen. Dort sind die Umbauten längst nicht mehr zu übersehen, vollbeladene fahren vor dem Gebäude vor und die Räume nehmen täglich mehr Gestalt an. Im Obergeschoss ist sogar schon ein Rollstuhllift angebracht worden, damit Rollstuhlfahrer und Besucher mit Gehbehinderung den Eintritt über die etwa 40 Zentimeter hohe Stufe problemlos schaffen. Mit 320 Quadratmetern steht den Museumsverein dann mehr als das Doppelte der bisherigen Ausstellungsfläche zur Verfügung.

Die zur Dauerausstellung gehörende Schulstube mit den alten Bänken und der antiquierten Kreidetafel wird dann größer als am alten Standort in Letter sein. Auch die „Gute Stube um 1900“ zieht mit um. Zudem wird im Erdgeschoss des Museums auch ein Bistro eingerichtet. Auch Stadtarchivar Norbert Saul wird sein Büro dann im Alten Krug beziehen. Außerdem findet dort im zweiten Obergeschoss auch das komplette Stadtarchiv seinen neuen Platz. Die Eröffnung des Heimatmuseum mit einem großem Fest am neuen Standort in Seelze ist für den Regionsentdecktertag am Sonntag, 9. September, geplant. An diesem Tag beginnt dort auch die neue Dauerausstellung mit dem Thema „Schule im Wandel der Jahrhunderte: Zur Entwicklung der Seelzer Dorfschulen von den Anfängen bis in die sechziger Jahre.“ Am neuen Standort ist das Museum jeden Sonntag von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Das Trauzimmer zieht mit um

Am Freitag, 2. März 2001 schloss das erste Brautpaar in der „Guten Stube“ des Heimatmuseums in Letter den Bund der Ehe – am 29. Juni 2018 wurde die letzte Trauung in den Räumen in der Straße Im Sande geschlossen. In der Zwischenzeit haben sich mehr als 500 Paare in den historischen Räumen aus der Zeit von 1900 das Jawort geben. Die 500. Trauung wurde am 21. April 2018 vorgenommen. Mit Wehmut haben Ilse Pfeiffer und Petra Fehst vom Heimatmuseum, die ehemalige langjährige Standesbeamtin Bärbel Meier und die amtierende Standesbeamtin Gabriele Schmitz Abschied genommen. Bärbel Meier hatte vor 17 Jahren die Idee, Trauungen im Heimatmuseum zu ermöglichen. Weil die „Gute Stube“ von Letter nach Seelze mit umzieht, ist es auch im neuen Heimatmuseum im Zentrum möglich, sich in altertümlicher Kulisse trauen zu lassen. Ab dem 9. September kann im Alten Krug geheiratet werden. Die Kontaktaufnahme ist per E-Mail an hochzeit@heimatmuseum-seelze.de möglich. ton

Von Sandra Remmer

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