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Seelze Haarspende soll kranken Kindern helfen
Umland Seelze Haarspende soll kranken Kindern helfen
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17:44 09.01.2019
Vor der Haarspende: Gökhan Gümüssuyu, Cigdem Köse-Gümüssuyu, Friseurin Cindy Kaufhold und Siham Heidmann. Quelle: Thomas Tschörner
Seelze

Cigdem Köse-Gümüssuyu hat sich am Mittwochvormittag von ihren langen Haaren getrennt und spendet sie für einen guten Zweck. Die Vorsitzende des Vereins Yafes Kinderkrebshilfe möchte mit ihrer Aktion mehr Menschen animieren, Gutes zu tun. Aus den Haaren werden Echthaarperücken für kranke Menschen gefertigt.

Die Vorsitzende von Yafes-Kinderkrebshilfe möchte auch andere Menschen ermuntern, etwas Gutes zu tun.

„Es ist schön, wenn man etwas Gutes tun kann“, sagt Cigdem Köse-Gümüssuyu, die in Begleitung ihres Mannes Gökhan Gümüssuyu und ihrer Freundin Siham Heidmann –beide ebenfalls Vorstandsmitglieder von Yafes Kinderkrebshilfe – in den Friseursalon von Thorsten Ristein gekommen ist. Dort wartet schon Cindy Kaufhold auf sie, die sich berufsbegleitend auf ihren Meistertitel vorbereitet.

Gerade Kinder seien oft grausam, wenn andere keine Haare mehr hätten –sei es wegen Krebs oder einer anderen Erkrankung wie kreisrunden Haarausfall, sagt Cidgem Köse-Gümüssuyu. Auf die Idee, ihre Haare zu spenden, sei sie durch ihren Onkel gekommen, der in Kassel selbst einen Friseursalon betreibt. Der Onkel habe ihr ein Video gezeigt, in dem ein Mann seine langen Haare zur Verfügung gestellt hat und ihr auch gleich die entsprechende Internetseite www.haare-spenden.de vorgeschlagen. Dort sei alles genau erklärt. „25 Zentimeter sind die Mindestlänge.“ Bei ihr seien es 35 Zentimeter. Den Verlust werde sie verkraften. Denn glücklicherweise würden die Haare nachwachsen. „Das tut keinem weh. Wenn dadurch Kinderaugen zum Leuchten gebracht werden, wünsche ich mir, dass viele den Mut haben.“

Dann ist es so weit. Cindy Kaufhold greift zur Schere. Nach wenigen Minuten ist der Zopf ab. Etwas aufwendiger ist dann der neue Schnitt. Cigdem Köse-Gümüssuyu hat sich für einen Bob entschieden. Mann und Freundin sind begeistert. Noch im Friseurgeschäft beschriftet sie den Umschlag und packt den abgeschnittenen Zopf hinein, der gleich nach nebenan zur Postfiliale Heitmüller gebracht wird. Auf eine Bezahlung verzichtet Cindy Kaufhold. Es geht schließlich um den guten Zweck. Cigdem Köse-Gümüssuyu lässt aber ein Trinkgeld da, das in die Bierkasse wandert. Denn eine Kaffeekasse gibt es in dem Salon nicht.

Das ist die Yafes Kinderkrebshilfe

Den Verein Yafes Kinderkrebshilfe gibt es inzwischen seit rund zwei Jahren. Cigdem Köse-Gümüssuyu und ihr Mann Gökhan hatten den Verein nach dem Krebstod ihres erst sechseinhalbjährigen Sohnes Yafes im Februar 2016 gegründet, um anderen betroffenen Kindern und ihren Familien zu helfen. Erste Aktion war damals der Yafes-Cup, ein Fußballturnier für Kinder. Danach sei es erst einmal um das Abarbeiten der bürokratischen Vorgaben gegangen. Nach vielen organisatorischen Dingen und der offiziellen Vereinsgründung im März 2017 könne jetzt eine gewisse Routine einziehen, sagt die Vorsitzende. „Wir mussten viele Erfahrungen sammeln, weil wir vorher noch nie ehrenamtlich aktiv waren“, sagt Siham Heidmann, die das Amt der Kassenwartin übernommen hat. Inzwischen hat der Verein 70 Mitglieder. Um den nächsten Yafes-Cup wird am 16. März in Letter gespielt. Und am Dienstag, 15. Januar, soll auch der Zugriff auf die neue Homepage www.yafes-kinderkrebshilfe.de möglich sein.

Verein spendet 5000 Euro für Sporttherapie

Für die Sporttherapie der Kinderkrebsstation der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat der Verein Yafes Kinderkrebshilfe im Dezember 5000 Euro gespendet. „Die Aktion wird ausschließlich durch Spenden finanziert“, sagt Cigdem Köse-Gümüssuyu, Vorsitzende des Seelzer Vereins. Dies gelte sowohl für die Gehälter der Sporttherapeuten als auch für die angeschafften Geräte, ergänzt ihr Mann Gökhan. Für die Yafes Kinderkrebshilfe sei die Unterstützung ein großer Ansporn gewesen, sagt Kassenwartin Siham Heidmann. Denn die kleinen Patienten würden zwischen acht Wochen und sechs Monaten auf der Station sein. Durch Bewegung könnten sie neue Kraft und auch Mut bekommen. Dass die Arbeit ausschließlich durch Spenden finanziert werden müsse, sei schade, aber die Realität.

Von Thomas Tschörner

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