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Seelze Dedensener gibt nach 43 Jahren Ehrenamt auf
Umland Seelze Dedensener gibt nach 43 Jahren Ehrenamt auf
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10:33 22.07.2018
Dieter Kelb kümmerte sich über vier Jahrzehnte um die Gräber-Vergabe des Dedensener Friedhofs Quelle: Heike Baake
Dedensen

Dieter Kelb organisierte seit 1975 die Gräber-Vergabe des Friedhofs in Dedensen. In mehr als vier Jahrzehnten bekam er viele Veränderungen des Friedhofswesens mit. Während in seiner Anfangszeit noch große Familiengräber das Bild prägten, kamen im Laufe der Jahre Urnen- und Rasen-Gräber hinzu. Heute gibt es auf dem Dedensener Friedhof nur noch wenige der großen Gab-Stätten mit 16, 12 oder 8 Plätzen.

In den 43 Jahren seiner ehrenamtlichen Tätigkeit vergab Kelb unzählige Gräber. Zur Verwaltung und Übersicht legte er sich Karteikarten an. „Der ganze Friedhof ist aufgeteilt in Abteilungen und Gräber-Nummern“, erklärte Kelb. Oft kam es vor, dass er mit Angehörigen über den Friedhof ging, um den richtigen Platz zu finden. Während die Reihen-Gräber feststehen, besteht bei einem Urnengrab die Möglichkeit, einen Platz auszusuchen. „Wenn der Platz feststand, egal für welches Grab, hatte ich erst mal bis zur Beerdigung Pause“, erzählte Kelb. Danach musste er alle erforderlichen Informationen dem Kirchenkreisamt in Wunstorf melden, denn von dort aus erfolgte die Rechnungsstellung. Viele nette Menschen lernte Kelb in den vier Jahrzehnten kennen. „Aber es gab auch mal Ärger, das ließ sich nicht vermeiden“, erinnerte sich Kelb und dachte an eine lang zurückliegende Begebenheit. Ein Ehepaar hatte sich eine Grabstelle gekauft und musste bei einem Sonntagsspaziergang auf dem Friedhof feststellen, dass auf ihrem Grab ein Loch für ein Sarg ausgehoben wurde. „Das war nicht mein Fehler, aber es war passiert“, erklärte er und erwähnte, dass man sich damals, weil das Ehepaar den Verstorbenen kannte, geeinigt habe. Das ausgehobene Grab konnte bleiben und die Eheleute suchten sich eine neue Grabstätte aus.

Es gab aber auch Situationen, wo das ausgewählte Grab kurz vor der Bestattung Mängel zu erkennen gab, mit denen die Trauernden nicht leben konnten. „Eine Frau stellte mal kurz vor der Beerdigung ihres Mannes fest, dass das Grab zu dicht an der Straße lag und für ihren Mann zu unruhig sei“, erzählte Kelb. Auch da stand er helfend zur Seite und sorgte dafür, dass ein anderes Grab ausgesucht werden konnte. Kelb kann viele Geschichten erzählen, von Beerdigungen bei Gewitter mit nass geregnetem Pastor, von Gästen, die auch nach der Beerdigung noch blieben und im Weg herumstanden und von vielen außergewöhnlichen Menschen. Seine ehrenamtliche Arbeit liebte er und machte sie in den ganzen Jahren gern. „Aber mit 80 merkt man doch schon, dass man älter geworden ist“, lachte Kelb und versichert, dass er aber jetzt trotzdem keine Langeweile haben wird. Am Sonntag, 19. August, wird Dieter Kelb während eines Gottesdienstes in der Hase-Kirche in Dedensen feierlich verabschiedet.  

Von Heike Baake

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