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Seelze Der Schützenverein Dedensen ist Vergangenheit
Umland Seelze Der Schützenverein Dedensen ist Vergangenheit
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13:48 12.09.2018
Frank Mattich (links) und Ralf Rudberg bedauern die Auflösung des Schützenvereins. Quelle: Heike Baake
Dedensen

Am 31. Mai 1953 wurde der Schützenverein gegründet und bildete über viele Jahrzehnte einen Mittelpunkt in der Dorfgemeinschaft. Das ist jetzt Geschichte – nach 65 Jahren musste der Verein jetzt aufgelöst werden. Frank Mattich war seit seiner Jugend im Verein tätig. Er ist enttäuscht: „Viele Gründe spielten eine Rolle, die Mitglieder waren überaltert, konnten nicht mehr motiviert werden und die Gesellschaft hat sich gewandelt“, sagt er. Auch Ralf Rudberg ist traurig über das Ende des Vereins. Seit sieben Jahren gehört er dem Dedenser Schützenverein an, erst als Schießsportleiter, seit drei Jahren als erster Vorsitzender. Auch er beobachtete mit Sorge die Veränderungen im Ort. Immer weniger Jugendliche würden sich engagieren, das habe zu erheblichen Nachwuchssorgen geführt. „Ein Viertel der 48 Mitglieder hat nur aktiv am Vereinsleben teilgenommen, den Rest habe ich teilweise gar nicht gekannt. Im Dorf war zudem auch einfach kein Interesse am Schützenverein“, sagt er.

Veranstaltungen mit sechs Bürgern

Rudberg erzählt von Veranstaltungen wie das Bürgerkönigsschießen, an dem nur sechs Einwohner teilgenommen haben, obwohl in jeden Haushalt ein Flyer verteilt wurde. Auch das Schießen der Vereine zugunsten des DRK-Ortsvereins, der Schule und der beiden Kindergärten blieb ohne Erfolg. „In den letzten Jahren wurde noch nicht einmal das Geld von den Einrichtungen abgeholt, auch nicht nach dreimaligem Telefonat“, sagt der erste Vorsitzende. Dass ein Gewinn von 300 Euro keine Beachtung fände, sei ihm bis heute unverständlich. Für Enttäuschung sorgte auch das Schießen der Vereine. „Die Pokale blieben teilweise stehen und wurden gar nicht abgeholt“, sagt Rudberg.

Schützenfeste, Scheibenannageln und glückliche Könige sind passé: Günter Tribanek holte 2003 die Königswürde. Quelle: Peter Steffen (Archiv)

Stadt und Schützenverein haben einen Nutzungsvertrag für das Schützenhaus beschlossen. Der hielt fest, dass der Schützenverein für Nebenkosten und Reparaturkosten des Gebäudes aufkommen muss. Gerade diese Kosten hätten die Kasse des Vereins erheblich belastet, sagt der Vorsitzende – besonders weil sich auch die Mitgliederzahlen verringerten. „Das neue Dach des Schützenhauses in Höhe von 15.000 Euro stellte uns vor massive Probleme“, erzählt Rudberg. Vorstand und Aktive hätten aber letztlich mit Zuschüssen von Stadt und Regionssportbund eine Lösung gefunden. Dass parallel dazu noch mehrere Mitglieder austraten, war für den Verein nicht mehr zu tragen. Die Enttäuschung ist Rudberg anzumerken: „Das war nicht nur eine finanzielle Einbuße, es waren auch aktive Mitglieder, die im Vereinsleben eine Lücke hinterließen.“

Viele Gründe für das Aus

Im Rückblick sehen Mattich und Rudberg viele Gründe, die für das Aus des Schützenvereins verantwortlich waren. Obwohl Veranstaltungen wie Sommerfeste, Wurstessen oder Weihnachtsfeiern von den Mitgliedern angenommen wurden, verursachten sie auch hohe Kosten. „Mangels Teilnehmer haben wir am Ende immer drauf gelegt“, sagt Rudberg. Der Vorstand habe dann beschlossen, die Notbremse zu ziehen und im Januar auf der Jahresversammlung bekannt gegeben, den Verein Ende Juni aufzulösen. Das lose Inventar des Schützenhauses wurde teilweise entsorgt oder verkauft. Die Fahnen und die Königsketten wurden an den örtlichen Heimatverein übergeben. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es: Innerhalb von zehn Jahren besteht die Möglichkeit, den Verein wieder aufleben zu lassen – dann gibt der Heimatverein die überlassenen Gegenstände wieder zurück.

Die Auflösung des Schützenvereins trifft Dedensen tief: „Wir haben die Räume im Schützenhaus auch für Feierlichkeiten vermietet. Dort wurden Geburtstage, Hochzeiten und Jubiläen gefeiert“, sagt Mattich. Nach Abriss des Deutschen Hauses und Schließung des Lütgen Krögers hätte Dedensen seiner Meinung nach jetzt gar keinen Veranstaltungsort mehr– und das sei sehr traurig.

Von Heike Baake

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