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Seelze Grüne fordern Fußgängerzone in der Innenstadt
Umland Seelze Grüne fordern Fußgängerzone in der Innenstadt
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00:18 08.07.2018
Für Busse und Lieferverkehr soll es Sonderregelungen geben. Quelle: Linda Tonn
Seelze

Wer um die Mittagszeit an der Hannoverschen Straße die Straßenseite wechseln will, braucht Geduld. Der Verkehr rauscht vorbei – Autos, Busse und vereinzelte Lastwagen – und bis zur nächsten Ampelüberquerung ist es ein kleiner Fußmarsch. „Eine Fußgängerzone wäre eine gute Idee“, sagt Sabine Frisch, die an der Bushaltestelle vor dem Veranstaltungszentrum Alter Krug wartet. „Es gibt nur zwei Ampeln und alle Geschäfte liegen dazwischen.“ Frisch ist der Idee der Seelzer Grünen nicht abgeneigt, den Verkehr aus der Hannoverschen Straße zu verbannen. Die Fraktion im Seelzer Rat fordert, in drei Abschnitten einen Fußgängerbereich einzurichten. Dazu gehört die Straße Am Kreuzweg zwischen der Einmündung Marienstraße und Hannoversche Straße. Zudem soll die Hannoversche Straße aber der Kreuzung Bremer Straße/Am Kreuzweg bis zur Einmündung der Döteberger Straße für den Autoverkehr nicht befahrbar sein. Als dritten Abschnitt schlagen die Grünen die Bremer Straße beginnend an der Kreuzung mit der Hannoverschen Straße bis zur Kolbestraße vor. „Mit dieser Maßnahme entsteht eine neue Flaniermeile, die eine Aufenthaltsqualität ermöglicht, die bei den jetzt viel befahrenen Straßen nicht möglich ist“, heißt es in dem Antrag. An der Kreuzung Am Kreuzweg/Hannoversche Straße/Bremer Straße würde ein Platz entstehen.

An der Kreuzung Am Kreuzweg/ Bremer Straße / Hannoversche Straße könnte ein neuer Platz entstehen. Quelle: Linda Tonn

Busse dürfen im Schritttempo fahren

Der Vorschlag ist nicht neu. Immer wieder wurde diskutiert, wie die stark befahrene Durchgangsstraße beruhigt werden kann. Als letztes hatte die SPD im Ortsrat Seelze 2013 das Thema wieder auf de Tagesordnung gebracht: Sie forderte eine Fußgängerzone zwischen dem Alten Krug und der Straße Am Kreuzweg mit Tempo 20 und eine Verlegung der Buslinien. Für die zahlreichen Busse, die sich im Minutentakt durch die Innenstadt schieben, haben die Grünen eine Lösung. Vorübergehend sollen sie im Schritttempo durch die Fußgängerzone fahren dürfen. Auch für den Lieferverkehr, der die Geschäfte in den betroffenen Straßen versorgt, sollen Sondergenehmigungen für die Nacht ermöglicht werden. Zudem sollen Radfahrer die Fußgängerzone im Schritttempo und in gekennzeichneten Bereichen befahren dürfen. In der Theorie hört sich der Plan für Sabine Frisch gut an: „Ich wohne Am Kreuzweg und beobachte immer wieder, wie die Menschen bei Regen in mehreren Reihen vor den Geschäften parken. Da gibt es kein Durchkommen mehr.“

Der viele Auto- und Busverkehr soll aus der Innenstadt verbannt werden. Quelle: Linda Tonn

Parkplätze fehlen

Allerdings stellt die Rentnerin auch die eine entscheidende Frage: „Wo soll denn der ganze Verkehr langlaufen, wenn die Innenstadt zu ist?“ Ein entsprechender Verkehrsplan mit einer neuen Verkehrsleitung müsse erarbeitet werden, heißt es dazu dürftig im Antrag der Grünen. Skeptisch sieht auch Ortsbürgermeister Alfred Blume (SPD) die Idee. „Ich sehe keinen Vorteil in einer Fußgängerzone“, sagt er. Die Kunden wollten mit ihren Autos direkt vor die Geschäfte fahren. Nur so bleibe die Innenstadt noch belebt. „Es gibt andere Kommunen, die ihre Fußgängerzonen zurückbauen mussten, weil die Geschäfte ausgestorben sind.“ Außerdem gäbe es in den umliegenden Straßen nicht genügend Parkplätze. „Wer hier wohnt, weiß, dass es den Verkehr auf der Hannoverschen Straße gibt“, sagt Anni Haarstrich, die sich auf einer Bank im Schatten niedergelassen hat. „Das war schon immer eine Durchgangsstraße.“ Natürlich sei es laut, sagt sie, während sie die vorbeirauschenden Busse und Autos beobachtet. „Aber daran gewöhnt man sich.“ Als „völlig unrealistisch“ bezeichnet sie den Vorstoß der Grünen. Wenn man die Straßen für den Verkehr sperre, würden die Geschäfte aussterben.

Drastischer formuliert es Thomas Meyer, der Vorsitzende der Vereins für Handel und Gewerbe in Seelze (HGS): „Eine Fußgängerzone wäre für den Einzelhandel nicht nur illusorisch, sondern würde dessen unwiderrufliches Ende bedeuten.“ Es gäbe keinerlei Möglichkeit, in unmittelbarer Nähe zum Zentrum einen hinreichend großen Parkplatz zu schaffen, um die Hannoversche Straße zu Fuß zu erreichen und die Einkäufe zu transportieren. „Seelze ist planungstechnisch ein Grundzentrum, so dass eine Flaniermeile allein bezüglich des Sortimentes der Betriebe keinen Sinn macht.“

Von Linda Tonn

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