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Seelze Honeywell will belastetes Gelände sanieren
Umland Seelze Honeywell will belastetes Gelände sanieren
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00:17 11.01.2019
Der historische Teil des Seelzer Werks von Honeywell, vormals Riedel de Haen. Quelle: Thomas Tschörner
Seelze

Die Chemiefirma Honeywell an der Wunstorfer Straße will Boden- und Gewässerverunreinigungen im Bereich der ehemaligen organischen Produktion sanieren. Auf dem Gelände des Unternehmens, früher Riedel de Haen, werden seit 1902 anorganische und organische Stoffe produziert, erforscht, konfektioniert und umgeschlagen. Dabei sind Boden und Grundwasser in bestimmten Bereichen verunreinigt worden. Der Sanierungsplan wird voraussichtlich im Mai im Nachbarschaftskreis vorgestellt, sagte Stadtsprecher Carsten Fricke.

Der Chemiekonzern Honeywell leitet gereinigtes Abwasser in die Leine. Quelle: Sandra Remmer

Die Stadt selbst sei an dem Sanierungsplan nicht beteiligt, der zwischen dem Unternehmen, dem Gewerbeaufsichtsamt Hannover und dem Land Niedersachsen vereinbart worden sei, sagte Fricke. Die Kosten werde nach dem Verursacherprinzip das Unternehmen tragen. Die Verwaltung stellt aber das Vorhaben in einer Information für den Ausschuss für Bau und Umwelt vor.

Danach besteht für den Menschen in allen drei sogenannten Wirkungspfaden Grundwasser-Mensch, Boden-Mensch und Bodenluft-Mensch keine Gefährdung, heißt es in der Vorlage. So werde das Grundwasser nicht zur Trinkwassergewinnung oder als Brauchwasser genutzt, weshalb es keinen direkten Kontakt zwischen Menschen und dem potenziell verunreinigtem Grundwasser gebe. Gleiches gelte für den Boden: Die Oberfläche sei versiegelt oder bewachsen, ein möglicher Kontakt im Zuge von Bauarbeiten werden durch die Arbeitsschutzvorschriften auf dem Werksgelände verhindert. Auch die Bodenluft stelle keine Gefahr dar: Gebäude im Bereich der organischen Produktion beziehungsweise der Schadensherde würden aktiv belüftet. In nicht genutzten und deshalb möglicherweise nicht belüfteten Gebäude würden vor einem Zutritt die Raumluft untersucht, um Gefährdungen auszuschließen.

Ein Problem ist allerdings das Grundwasser, weil fortlaufend Schadstoffe aus dem Herdbereich der Belastung freigesetzt werden. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass sich die Fahne über die bereits bekannte Ausdehnung hinaus weiter ausbreite. Insgesamt wird dem Werk attestiert, dass die Schadstoffe auf dem Gelände bei einer Nutzung als Industriestandort keine Gefährdung für die menschliche Gesundheit darstellten. Auch das Oberflächenwasser oder das aquatische Ökosystem sei nicht gefährdet. Die Belastung von Boden und Grundwasser mit organischen Schadstoffen im Bereich der organischen Produktion erfordere aber eine Sanierung.

Der Sanierungsplan wird derzeit vom Gewerbeaufsichtsamt geprüft. Die Stadt rechnet damit, dass das Unternehmen den Plan beim Nachbarschaftskreis im Mai vorstellen wird. Die Sanierungsarbeiten müssen dann vergeben werden. Wenn die nötigen technischen Anlagen vorbereitet sind, kann die Sanierung beginnen, die spätestens nach vier Jahren abgeschlossen sein soll.

Honeywell reinigt schon seit Jahren Grundwasser

Der Betrieb kümmert sich bereits seit einigen Jahren um die Grundwassersanierung und hat seine Anstrengungen bereits im Nachbarschaftskreis vorgestellt. Ein von Honeywell beauftragtes Unternehmen filtert mit einer hydraulischen Barriere vor allem flüchtige Kohlenwasserstoffe und Benzole aus dem Wasser. Pro Stunde werden 60 Kubikmeter Wasser aus dem betroffenen Bereich abgepumpt, das dann im Honeywell-Klärwerk gereinigt und anschließend in die Leine gepumpt wird. Seit 1995 sei der betroffene Bereich auf die Produktionsstätten der organischen Chemie eingegrenzt worden. Wie genau die Stoffe in den fünfziger und sechziger Jahren in den Boden und damit ins Wasser gelangten, ließe sich nicht mehr nachvollziehen, hatte der damalige Werksleiter Bernd Schönbeck beim Nachbarschaftkreis im August 2016 erklärt.

Von Thomas Tschörner

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