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Seelze In vielen Fällen kann das Archiv weiterhelfen
Umland Seelze In vielen Fällen kann das Archiv weiterhelfen
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16:13 12.02.2019
Norbert Saul in den neuen Archivräumen im Alten Krug. Quelle: Thomas Tschörner
Seelze

Direkt über dem Heimatmuseum, im Obergeschoss des Alten Kruges, ist jetzt das Stadtarchiv Seelze untergebracht. Das Archiv war zuvor beengt in der ehemaligen Bücherei an der Humboldtstraße 10 untergebracht und hat jetzt deutlich mehr Platz. Große leere Flächen gibt es dennoch nicht, das vorhandene Material füllt die Räume ganz gut aus –auch wenn noch Reserven vorhanden sind.

Archiv hat Nutzfläche von 100 Quadratmetern

„Schon direkt nach dem Umzug habe ich mir nicht mehr vorstellen können, wie das alles in die alten Räume gepasst hat“, sagt Stadtarchivar Norbert Saul. In dem Haus an der Humboldstraße sei alles extrem eng gestellt gewesen, auf Ordnungskriterien konnte keine Rücksicht genommen werden, sagt Saul. In den neuen Räumen hat das Archiv rund 100 Quadratmeter Nutzfläche. Zuvor waren es insgesamt 70 Quadratmeter. „Doch das ist die reine Bodenfläche, weil es auch Schrägen gab – das kann man schlecht vergleichen.“

Beengte Verhältnisse: Seelzes Geschichte lagert vor dem Umzug im August 2018 am alten Standort in Kartons. Quelle: Thomas Tschörner (Archiv)

Viele Dokumente sind aus dem 20. Jahrhundert

Den größten Teil des Bestandes macht Material aus den Altgemeinden vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis zur Gebietsreform am 28. Februar 1974 aus. „Es gibt aber auch ein paar ältere Sachen“, sagt der Archivar. Dazu gehören etwa Rechnungen sowie viele Verträge zur Flurbereinigung aus dem 19. Jahrhundert. Einige Dokumente reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Das Archiv hat 1983 von der Landeskirche auch ein Konvolut von Verfügungen und Prozessunterlagen erhalten, die in der Harenberger Kapelle gefunden wurden. Der Zeitraum reicht dabei von 1614 bis 1777. Das älteste Stück sei dabei ein Haftbericht aus dem Jahr 1603. „Das ist aber alles nicht erschlossen.“ Zum Bestand gehören auch Nachlässe von Seelzer Familien. Hin und wieder landeten auch Dokumente oder Fotos im Archiv, mit denen nicht viel anzufangen sei. „Einen Bezug zu Seelze sollten die Sachen schon haben.“

Erbenermittler forschen im Stadtarchiv nach

Ein Schwerpunkt der Arbeit des Stadtarchivs sind Auskünfte zu stadtgeschichtlichen Sachverhalten. Das Archiv ist seit 2009 auch für ausgesonderte Standesamtsunterlagen zuständig wie alte Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden. Auch die Meldeunterlagen stehen dem Archiv nach dem Ablauf bestimmter Fristen zur Verfügung, lagern aus Platzgründen aber nach wie vor im Rathauskeller. Sowohl die Melde- als auch die Standesamtsunterlagen gewönnen zunehmend an Bedeutung. „Der Hintergrund ist dabei, dass die Familien immer mehr zerfasern.“Dies führe dazu, dass immer mehr Menschen stürben, ohne dass klar sei, wer ihren Nachlass erben soll. An das Archiv würden sich deshalb immer mehr sogenannte Erbenermittler wenden –in der Hoffnung, doch noch Angehörige von Verstorbenen ausfindig zu machen. Immer mehr Leute würden zudem Familienforschung betreiben.

Archivar Norbert Saul hat zu vielen Themen Beiträge verfasst

Viele Themen der Stadtgeschichte hat Saul zudem selbst erarbeitet. Zu den Veröffentlichungen gehören Beiträge über Seelzes Namenspatron Michael von Obentraut ebenso wie die Geschichte der St. Martinskirche, des Alten Kruges, das Schicksal der jüdischen Familie Willner und die monatlichen Kalenderblätter zum Ersten Weltkrieg. „Es gibt eine Menge stadtgeschichtliche Veröffentlichungen“, sagt Saul, der seit 1988 im Archiv arbeitet. Zu dieser Zeit habe es schon Hefte aus der Reihe „Seelzer Geschichtsblätter“ gegeben, deren Autoren mittlerweile fast alle verstorben seien. „Wenn heute Fragen kommen, kann ich oft auf das zurückgreifen, was ich selbst erarbeitet habe.“ Zwar wäre es schön, noch mehr zu veröffentlichen. Doch dazu fehle die Zeit.

Termine im Stadtarchiv können vereinbart werden

Regelmäßig Öffnungszeiten hat das Archiv nicht. Am einfachsten sei es, telefonisch unter (05137) 6069 oder per E-Mail an norbert.saul@stadt-seelze.de Kontakt aufzunehmen. So könne geklärt werden, welche Möglichkeiten der Unterstützung das Archiv bieten kann. „Es gibt fast immer die Möglichkeit, etwas für die Leute zu tun.“

Von Thomas Tschörner

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