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Seelze St. Martin baut ein neues Pfarrhaus
Umland Seelze St. Martin baut ein neues Pfarrhaus
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15:54 27.11.2018
Die Erdarbeiten für den Bau des neuen Pfarrhauses haben bereits begonnen. Quelle: Sandra Remmer
Seelze

Die Kirchengemeinde St. Martin baut an der Martinskirchstraße ein neues Pfarrhaus. Die Erdarbeiten haben bereits begonnen. Mit dem Neubau wird die Baulücke gegenüber der Martinskirche wieder geschlossen, die im Juni 2016 nach einem Feuer in einem historischen Fachwerkhaus entstanden war, das der Kirche gehörte. Der Neubau wird etwa 500.000 Euro kosten, sagte Architekt Gerd Lauterbach. Ein Großteil des Betrages werde von der Versicherung übernommen, den Restbetrag müsse die Kirchengemeinde finanzieren.

Lauterbach rechnet damit, dass das neue Pfarrhaus auf dem 1274 Quadratmeter großen Grundstück Mitte 2019 fertig sein wird. Im Prinzip handele es sich um ein größeres Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von etwa 160 Quadratmetern, wodurch es auch für größere Familien geeignet sei. Zusätzlich erhalte das Gebäude ein Amtszimmer für den Geistlichen, das über einen separaten Eingang zugänglich sei und auch über ein eigenes WC verfüge. „Damit kann das Pfarrhaus auch ein Anlaufpunkt sein“, sagt der Architekt, der für St. Martin auch schon das Gemeindehaus entworfen hatte. Außerdem hat er unter anderem den Bau eines Wohnhauses auf dem Kirchengrundstück an der Kolbestraße geplant und in Garbsen die neue Willehadi-Kirche entworfen. Zu seinen Projekten gehört auch das neue Gemeindehaus für St. Michael in Letter.

„Natürlich ist die Architektur jetzt moderner als die des abgebrannten Fachwerkhauses“, sagte Lauterbach. Allerdings seien die Anforderungen der Denkmalpflege berücksichtigt worden. Der Neubau füge sich in die vorhandene Bebauung ein und werde aus roten Klinkern gemauert. Die Häuser rund um die Kirche seien der alte Dorfkern von Seelze.

Haus von 1756 gerät im Juni 2016 in Brand

Die Aufnahme zeigt das Haus etwa um das Jahr 1940. Quelle: Stadtarchiv

Die Geschichte der alten Seelzer Schäferstelle an der Martinskirche lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen, hat Stadtarchiv Norbert Saul herausgefunden. Die Familie Flebbe als Inhaber der sogenannten Kleinkötnerstelle Nr. 23 (später Martinskirchstraße 16) allesamt Schäfer waren. Das ursprünglich dort vorhandene Haus fiel jedoch am 30. Juli 1755 wie auch die Kirche, der Pfarrhof und das halbe Dorf Seelze einem Großbrand zum Opfer. Ein Jahr später, 1756, wurde das Haus neu gebaut. Mit der Eisenbahn, die seit 1847 auch in Seelze fuhr, ging es mit der Schäferei bergab. „Für die 700 bis 800 Schafe, die einst ihr Futter in der Seelzer Gemarkung gefunden hatten, war kein Platz mehr“, erklärt Saul. Die Flebbes gaben die Schäferei um 1880 auf. Das zu dem Haus gehörende Land wurde verkauft, das Gebäude als reines Wohnhaus genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als Wohnraum knapp war, lebten in dem Haus zeitweise drei Familien mit zehn Personen.

Das zuletzt als Asylunterkunft genutzte Haus brennt 2016 nieder. Quelle: Uwe Dillenberg

1968 wurde das Haus von einer Nichte der letzten Tochter der Familie Flebbe an einen Seelzer verkauft, der es drei Jahre später an die Kirchengemeinde St. Martin veräußerte. Zunächst wurde es als Pfarrhaus genutzt, dann als Lager des Seelzer Brotkorbs und zuletzt als Wohnraum für Flüchtlinge. „Am 15. Juni 2016 ist das Haus im Alter von 260 Jahren abgebrannt“, bedauert Saul.

Ein Bagger zerlegt 2016 nach dem Brand das historische Fachwerkhaus aus dem Jahr 1756. Quelle: Thomas Tschörner

Ursache für das Feuer war ein technischer Defekt. Um zu verhindern, dass Gebäudeteile auf die Straße fallen, ließ die Kirchengemeinde als Eigentümer das Haus ein paar Tage später abreißen. Die Fläche in der Dorfmitte war offenbar begehrt: Auch erste Kaufangebote gingen unmittelbar nach dem Brand bei der Kirchengemeinde ein.

Von Thomas Tschörner

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