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Seelze Der Samariter war der einzige, der half
Umland Seelze Der Samariter war der einzige, der half
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16:12 27.07.2018
Lothar Wolff findet die Gestaltung der Lohnder Kirche gelungen. Quelle: Thomas Tschörner
Lohnde

Lohndes Kirche Zum Barmherzigen Samariter ist in Seelzes Kirchenlandschaft relativ jung, erst im September 1963 ist das Gotteshaus eingeweiht worden. Namenspatron ist ein unbekannter Mann aus Samarien, der als einziger Mitleid mit dem Opfer eines Raubüberfalls hatte und half. Weil Lohndes Kirchenvorstand sich damals nicht auf einen Namen einigen konnte, hatte sich der Kirchenkreisvorstand Hannover-Linde am 7. Juni 1963 für den Samariter als Namensgeber entschieden. „Der Name passt zu Lohnde“, sagt der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende und Prädikant Lothar Wolff.

Lohndes Kirche Zum Barmherzigen Samariter ist nach einen namenlosen Helfer benannt.

Der Namenspatron ist streng genommen ein Unbekannter. Im Lukas-Evangelium erzählt Jesus die Geschichte vom barmherzigen Samariter auf die Frage eines Gesetzeslehrers, der wissen will, was er tun müsse, um das ewige Leben zu gewinnen. Auf die Aufforderung, seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst, fragt der Gesetzeslehrer nach, wer denn der Nächste sei. Darauf schildert Jesus einen Mann, der von Räubern überfallen, ausgeplündert und halb tot liegen gelassen wird. Zwei Passanten, darunter auch ein Priester, lassen den Überfallenen einfach liegen. Erst ein Mann aus Samarien kümmert sich um das Opfer, versorgt dessen Wunden und bringt es in eine Herberge, deren Nutzung der Samariter bezahlt. Der Samariter hat sich damit als der Nächste des Überfallenen erwiesen und wird als Vorbild herausgestellt.

„Es geht in dem Gleichnis darum, wer mein Mitmensch ist“, sagt Wolff. Der Kirchenvorstand habe sich damals mit dem Namen sofort einverstanden erklärt. Welche anderen Namensgeber im Gespräch waren, kann Wolff nicht sagen. Vorstellbar sei, dass damals Mechthild von Lona im Gespräch gewesen sei. Die Anfang des 13. Jahrhunderts gestorbene Adelige galt als fromm und wohltätig. In Lohndes alter Dorfschule, an deren Standort heute das Bürgerhaus steht, habe eine eine Mechthild-Glocke gehangen, die dann der Kirche zur Verfügung gestellt wurde. Lohndes Pfadfinder benennen sich nach Mechthild von Lona, und 2002 hat der Kirchenvorstand zur Förderung der kirchlichen Arbeit die Mechthild-Stiftung gegründet.

Als der Grundstein der Kirche 1961 gelegt wurde, habe sich Lohnde vom Bauerndorf zum Wohndorf entwickelt. Gab es 1939 rund 630 Einwohner, waren es 1946 bereits 1100. „Jetzt sind wir rund 3000“, sagt Wolff. Die Steigerung der Einwohnerzahl nach dem Zweiten Weltkrieg, nicht zuletzt von Flüchtlingen aus dem Osten, habe den Wunsch nach einer eigenen Kirche entstehen lassen. Das Projekt sei nicht sofort auf Gegenliebe bei den Kirchenoberen gestoßen, die erst überredet werden mussten. „Aber darin sind die Lohnder sowieso gut.“ Entstanden ist ein relativ einfacher Bau, der aber sofort als Kirche erkennbar sei. Das Gebäude bietet gut 120 Menschen Platz, mit Zusatzstühlen auch 150. „Wir haben eine sehr gute Orgel und auch eine gute Akustik.“ Ansonsten sei die Kirche eine der ärmsten. „Wir haben nicht so viele Sachen mitgekriegt, und Altes sowieso nicht.“ Dennoch, der schwere Altar aus Sandstein mache etwas her. 1976 sei dann das Mosaik im Altarraum entstanden, das die Nächstenliebe des Barmherzigen Samariters zeigt.

Woher kommen die Kirchennamen?

Was passiert in der Geschichte von Sankt Martin, wer war die Heilige Barbara und sind „Dreieinigkeit“ und „Dreifaltigkeit“ gleichzusetzen? Die Kirchennamen in Seelze sind vielen vertraut, doch was steckt tatsächlich hinter „Zum barmherzigen Samariter“ und „St. Maria Rosenkranz“? Wie viele spannende Geschichten sich in den alten Gemäuern verbergen, zeigen wir in einer kleinen Serie. Wir stellen die evangelischen und katholischen Gotteshäuser in Seelze vor und begeben uns auf die Spuren der Namenspatrone. ton

Von Thomas Tschörner

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