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Seelze SPD hofft auf Wälder zur Verhinderung von Südlink
Umland Seelze SPD hofft auf Wälder zur Verhinderung von Südlink
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00:23 25.02.2019
In solchen Rohren werden die Kabel für den Südlink verlegt. In einem Graben sollen dann zwei bis vier Rohre untergebracht werden. Quelle: dpa
Seelze

Der SPD-Ortsverein Seelze hält eine Änderung der Trassenführung der geplanten Stromleitung Südlink für möglich. Eine Schlüsselrolle kommt dabei nach Einschätzung des Ortsvereinsvorsitzenden Reinhold Heinz der zeitnahen Ausweisung des NaturschutzgebietesLaubwälder südlich Seelze“ zu, die derzeit Thema in den politischen Gremien ist. Denn es käme bei der anstehenden Bürgerbeteiligung sowie der anschließenden formellen Behördenbeteiligung darauf an, sogenannte Raumwiderstände deutlich zu machen. Nach der Ausweisung des Naturschutzgebietes käme eine Nutzung dieses Bereichs für die Trassenführung nicht mehr in Frage. „Es müsste für diesen Fall also umgeplant werden“, erklärte Heinz nach einer Vorstandssitzung am Donnerstagabend, bei der sich die Sozialdemokraten mit der „überraschenden“ Entwicklung in Sachen Südlink beschäftigten.

Denn die Kommunalpolitiker in Seelze hatten in den vergangenen Wochen fest damit gerechnet, dass der Netzbetreiber Tennet die Stromtrasse durch die östliche Region Hannover führen will. Am Donnerstag hatte das Unternehmen dann aber neue Pläne präsentiert, nach der es die Variante westlich von Hannover bevorzugt, die unter anderem durch Seelze führen würde. Glücklicherweise sei wahrscheinlich klar, dass es die von der SPD initiierte Erdverkabelung geben werde, sagte Heinz. „Dies lässt jedoch nicht darüber hinweg sehen, dass es aus Sicht der SPD nicht nachvollziehbar ist, weshalb nun plötzlich dieser Schwenk, weg von der östlichen Umgehung, gewählt wurde.

Unterdessen fordert Lohndes CDU-Vorsitzender Jörg Mahnke, dass bei einer „tatsächlichen Realisierung des jetzt von Tennet vorgeschlagenen Trassenverlaufes das aktuell ins Auge gefasste Baugrundstück für das Pflegeheim nicht beeinträchtigt wird, gegebenenfalls auch noch Platz für einen Schulstandort für die West-Grundschule bleibt“, sagte Mahnke. Dabei habe ihm die CDU-Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth ihre Unterstützung zugesagt. „Es muss aus Sicht der CDU Lohnde zwingend vermieden werden, dass durch diese Trassenplanung städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen wie der Bau eines Pflegeheimes oder gar der Bau einer neuen West-Grundschule in Lohnde durchkreuzt werden.“ Die Lösung könne eine weiter westlich in Richtung Gümmer verlaufende Trasse sein. Dies habe er auch bereits Bürgermeister Detlef Schallhorn mitgeteilt. Ziel müsse aber sein, den nun vorgesehenen Trassenverlauf grundsätzlich zu verhindern.

Lohndes Ortsbürgermeister Wilfried Nickel hält Mahnkes Befürchtungen für grundlos: Nach den vorliegenden Plänen verlaufe der nun geplante Südlink sowieso weiter westlich und berühre das für Pflegeheim oder Schule diskutierte Grundstück gar nicht. Nickel stellte gleichzeitig klar, dass Lohnde gegen die westliche Trasse des Südlinks sei. „Daran hat sich nichts geändert.“ Der Ortsbürgermeister betonte, dass es nicht sicher sei, ob die nun vorgelegte Planung endgültigen Charakter habe.

„Wir sind kalt erwischt worden“, sagte Gümmers Ortsbürgermeister Christian Schomburg. Denn zuletzt hatte sich die Trassenführung durch den Osten der Region abgezeichnet. Für Schomburg ist eine Führung der Stromleitung unter Leine, Hochwassergebiet, Mittellandkanal und Bahntrasse schwer vorstellbar. Falls der Südlink durch Seelze verlaufe, käme es darauf an, die Leitung nicht zu dicht an der Bebauung verlaufen zu lassen und Grundstückseigentümer angemessen zu entschädigen. Konkrete Forderungen, etwa zu Schulgrundstücken, halte er für verfrüht. Denn die „ergebnisoffene“ Diskussion um die West-Grundschule sei noch nicht abgeschlossen.

Von Thomas Tschörner

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