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Seelze St. Martin feiert 250-jähriges Kirchenjubiläum
Umland Seelze St. Martin feiert 250-jähriges Kirchenjubiläum
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00:19 31.03.2019
Stadtarchivar Norbert Saul berichtet zum Auftakt des Festmonats aus der Geschichte von St. Martin. Quelle: Thomas Tschörner
Seelze

Die Kirchengemeinde St. Martin feiert im April mit vielen Aktionen ihr 250-jähriges Kirchenjubiläum. Die Kirche in ihrer derzeitigen Form war 1769 am Sonntag nach Ostern eingeweiht worden. Damals war das der 2. April im weltlichen Kalender. Deshalb startet der Festmonat auch am Dienstag, 2. April, und endet am Sonntag nach Ostern, der dieses Jahr auf den 28. April fällt, mit einem Festgottesdienst mit Bischof Ralf Meister und dem Ökumenischen Chor Con Spirito.

St. Martin steht in Seelzes altem Ortskern. Quelle: Archiv

Streit um Finanzierung des Kirchenneubaus

In Sauls Vortrag geht es um den mühsamen Weg nach dem Großbrand von 1755, dem auch die Kirche zum Opfer fiel, bis zur Fertigstellung der neuen Kirche. Immerhin 14 Jahre mussten sich die Seelzer gedulden, bis sie wieder eine Kirche hatten. Pastor Ortwin Brand spricht von konfliktreichen Jahren, bei denen es nicht zuletzt um die Finanzierung des Neubaus gegangen sei. Über das Geld sei lange gestritten worden, bis hin zur Übernahme der Kosten des Gestühls, sagte Brand. Schließlich wurde 1767 mit den Arbeiten begonnen, die 1769 mit der Fertigstellung der Kirche endeten. Allerdings erhielt die Kirche zunächst nur einen bescheidenen Turm. Die prächtige Spitze wurde dem Turm erst 1876 nach den Plänen des hannoverschen Kirchenbaurates Conrad Wilhelm Hase aufgesetzt. Den stolzen Betrag von 16.000 Mark investierte die Gemeinde 1876 gern: Denn die Kirchenvorsteher befürchteten, dass das gesamte Kirchenvermögen von 75.000 Mark von den Preußen eingezogen werden könnte, die das Königreich Hannover 1866 annektiert hatten. Nach dem um 19 Uhr im Gemeindehaus beginnenden Vortrag folgt eine Kirchenführung, in der einige Besonderheiten des Gotteshauses präsentiert werden. Pastor Brand verweist darauf, dass die derzeitige Kirche bereits das dritte bekannte Gotteshaus an dieser Stelle ist. Die bei dem Großfeuer von 1755 abgebrannte Kirche sei bereits ein Nachfolgebau des um 1200 entstandenen romanischen Kirchenbaus gewesen, der jedoch bei einer Fehde zwischen Herzog Albrecht von Sachsen-Lüneburg und Dietrich von Mandelsloh zerstört wurde.

Pastor Ortwin Brand am Taufstein aus dem Jahr 1690. Quelle: Thomas Tschörner

Das Festprogramm

Das Festprogramm wird am Sonntag, 14. April, um 17 Uhr mit einem klassischen Gitarrenkonzert des Duos Da Capo in der Kirche fortgesetzt. Andreas Rickert und Frank Sawade präsentieren Werken von Purcell, Bach, Mozart und Chopin. Unter dem Titel „Musik zur Sterbestunde“ gestalten Lara Morgner (Gesang) und Daniel Morgner (Orgel) am Karfreitag, 19. April, in der Kirche ab 15 Uhr einen Nachmittag zur Passion Jesu mit Werken aus Barock und Romantik. „Zurück in die Zukunft“ ist ein Familiengottesdienst am Ostermontag überschrieben, der um 11 Uhr beginnt. Anschließend werden Ostereier gesucht und es gibt einen Mittagsimbiss. Jungen und Mädchen sind für den letzten Osterferientag am Dienstag, 23. April, zum Kinderkirchen-Tag eingeladen, der von 10 bis 15 Uhr im Gemeindehaus über die Bühne gehen wird.

Blick von der Kanzel auf die Orgel aus dem Jahr 1777. Quelle: Thomas Tschörner

Über „Die Zukunft der Kirchengemeinde –Christsein in der Ich-Gesellschaft“ spricht Professor Dr. Gerhard Wegner, Pastor und Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD, am Mittwoch, 24. April, im Gemeindehaus. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr. Anschließend ist eine Diskussion vorgesehen. Es gibt einen Imbiss und Getränke. Improvisationstheater für Jung und Alt mit Aufführung und Workshop folgt am Donnerstag, 25. April, um 19.30 Uhr im Gemeindehaus. Ein Gala-Konzert mit den Tenören4you beginnt am Freitag, 26. April, um 20 Uhr in der Kirche. Für den Auftritt von Toni Di Napoli & Pietro Pato gibt es im Vorverkauf für 19,50 Euro (Abendkasse 21 Euro) Karten bis Petri & Waller. Einen Senioren-Tanztee stellt die Gemeinde am Sonnabend, 27. April, von 14.30 bis 17 Uhr im Gemeindehaus auf die Bein. Abschluss des Festmonats ist der Festgottesdienst mit Bischof Ralf Meister, der am Sonntag, 28. April, um 10 Uhr in der Kirche beginnt. Im Anschluss gibt es einen Empfang mit Imbiss im Gemeindehaus.

Von Thomas Tschörner

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