Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Seelze Stadt kauft Rathaus für 6,1 Millionen Euro
Umland Seelze Stadt kauft Rathaus für 6,1 Millionen Euro
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:39 10.01.2019
Das Rathaus im Zentrum gehört jetzt der Stadt. Quelle: Thomas Tschörner
Seelze

Die Stadt Seelze hat ihr Rathaus in der Stadtmitte für einen Restbetrag von 6,1 Millionen Euro gekauft, nachdem Ende vergangenen Jahres der Leasingvertrag ausgelaufen war. Damit verringert die Kommune ihre finanziellen Belastungen.

Das Projekt Rathausneubau war in den Jahren 1994 bis 1996 umgesetzt worden, sagte der Erste Stadtrat Steffen Klingenberg. Streng genommen war es kein kompletter Neubau: Die vorhandene Volksschule wurde saniert und um einen Anbau erweitert. Die Kosten betrugen rund 12 Millionen Euro, die von der Deutschen Anlagen Leasinggesellschaft getragen wurden. Die Stadt habe an das Unternehmen in den ersten zehn Jahren einen Leasingzins von jährlich knapp 1 Million Euro gezahlt, sagte Klingenberg. Weil sich seit 2006 eine Menge auf dem Zinsmarkt getan habe, reduzierte sich der Betrag auf 766.000 Euro im Jahr. Vereinbart worden sei außerdem, dass die Stadt mit Auslaufen des Leasingvertrages das Gebäude für rund 6,1 Millionen Euro kaufen könne.

Das Rathaus im Zentrum besteht aus der alten Volksschule und einem modernen Anbau. Quelle: Thomas Tschörner

Angesichts der immer noch günstigen Zinsen sei der Kauf für die Stadt wirtschaftlicher als weiteres Leasing, sagte Klingenberg. „Das Haus ist grundsätzlich in einem guten Zustand und sieht immer noch sehr modern aus.“ Es sei gut, dass damals die frühere Volksschule erhalten und restauriert wurde. Für den Kaufpreis hat die Obentrautstadt einen Kredit aufnehmen müssen. Bei einem Zinssatz von 1,65 Prozent läuft die Gesamttilgung bis 2055. „Da das Gebäude über 90 Jahre abgeschrieben wird, sind wir dann immer noch weit unter der kalkulatorischen Restlebensdauer.“ Die Stadt spare mit dem Kauf jährlich rund 450.000 Euro im Vergleich zur letzten Leasingrate, sagte Klingenberg. Insgesamt belaste der Kauf mit rund 317.000 Euro die Stadtkasse. Davon entfielen 224.000 Euro auf Zins und Tilgung sowie 93.000 Euro für die Abschreibung des Gebäudes. Damit sei die Ersparnis höher als die Stadt noch bei der Vereinbarung für die Stabilsierungshilfe mit 407.000 Euro jährlicher Ersparnis durch den Rathauskauf kalkuliert habe. „Das hat sich nochmal verbessert.“ Das Land hatte 2016 mit der sogenannten Stabilisierungshilfe in Höhe von 22,38 Millionen Euro die Entschuldung der Kommune unterstützt. Die Kassenkredite, vergleichbar mit dem Dispo eines Girokontos, konnten von etwa 42 Millionen Euro auf 20 Millionen Euro verringert werden. Um in den Genuss der Hilfe zu kommen, hatte sich die Stadt im Gegenzug verpflichten müssen, jährlich einen Betrag von 3 Millionen Euro durch Einnahmesteigerungen oder Einsparungen zu leisten. Zu dem vom Rat geschnürten Finanzpaket gehörten unter anderem Steuererhöhungen, der Verkauf des Alten Rathauses in Letter und der Kauf des Rathauses in Seelze. Weil die Stadt bis 2026 Investitionen von rund 100 Millionen Euro vor allem in Schulen und Kindertagesstätten tätigen will, wurde im vergangenen Jahr ein Nachtrag zur Stabilisierungshilfe vereinbart.

Von Thomas Tschörner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seelzes Ortsbürgermeister Alfred Blume hofft auf zeitnahen Baubeginn von Schule und Supermarkt in Seelze-Süd. Aber er hat auch ungünstig platzierte Fahrradständer im Blick.

09.01.2019

Cigdem Köse-Gümüssuyu hat sich von ihren langen Haaren getrennt und spendet sie. Die Vorsitzende des Vereins Yafes Kinderkrebshilfe möchte mit ihrer Aktion mehr Menschen animieren, Gutes zu tun.

09.01.2019

Die Deutsche Bahn erneuert den Fahrstuhl am Bahnhof Dedensen/Gümmer. Seit Montag, 7. Januar, ist der Aufzug deshalb außer Betrieb.

11.01.2019