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Seelze Ortsbürgermeister kritistiert CDU-Vorschlag
Umland Seelze Ortsbürgermeister kritistiert CDU-Vorschlag
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15:07 27.06.2018
Am Ortseingang von Velber soll nach den Vorstellungen der CDU-Ratsfraktion ein Park & Ride-Platz entstehen, wenn die Stadtbahn wie gewünscht verlängert wird. Quelle: Patricia Chadde
Velber

Den Vorstoß der CDU-Ratsfraktion, die derzeit in Ahlem endende Stadtbahnlinie 10 bis Velber zu verlängern, sieht Ortsbürgermeister Erhard Klein kritisch. „Das ist ein Griff in die Mottenkiste.“ Die Planer seien bereits in den achtziger Jahren weiter gewesen als die CDU heute, sagt Klein, der auch Mitglied des Rates der Stadt Seelze ist. Aufgeschlossen stehe er dagegen einer ganzheitlichen Betrachtung und auch einem großen Wurf mit Verlängerung über Harenberg bis Seelze-Süd gegenüber.

Die CDU-Fraktion fordert eine Verlängerung der Stadtbahnlinie 10 bis zur Einmündung Harenberger Meile/Hasselfeldstraße, wo dann auch ein Park & Ride-Parkplatz angelegt werden soll. Die Christdemokraten versprechen sich davon eine Entlastung des Straßenverkehrs im westlichen Bereich von Hannover, wovon Seelze als direkt betroffene Kommune profitieren würde. Der Antrag der CDU, über den die politischen Gremien noch beraten müssen, sieht vor, dass die Stadtverwaltung Kontakt mit der Landeshauptstadt und Region Hannover sowie dem Verkehrsunternehmen Üstra aufnehmen soll.

Velbers Ortsbürgermeister ist allerdings schon jetzt mehr als skeptisch. Als damaliger Verkehrsdezernent in der Bezirksregierung Hannover könne er sich noch an die Pläne der „Heisterbergbebauung“ und Verlängerung der Stadtbahn nach Harenberg erinnern. „Dem Vorhaben ist damals eine klare Absage erteilt worden, denn es war eine massive Bebauung des Gürtels zwischen Ahlem und Kollrothshöhe geplant gewesen.“ Nur durch die Neubauten hätte eine Verlängerung der Stadtbahn wirtschaftlich gerechtfertigt werden können. „Das wollte damals niemand und heute sicherlich auch nicht“, sagt Klein. Der Vorschlag sei erneut im Zuge der Vorbereitung der Weltausstellung Expo 2000 aufgewärmt worden, aber aus den gleichen Gründen wie vorher wieder verworfen worden.

Für abwegig hält Klein den Vorschlag der CDU, die Stadtbahnlinie lediglich bis an Velbers Ortsgrenze zu führen, um dort einen Park & Ride-Platz mit Fremdverkehr zu bedienen. Dies diene nicht der Entlastung des Verkehrs im Raum Seelze, denn die Kreisstraße nach Hannover sei bereits jetzt mit überörtlichem Verkehr stark belastet und Velber werde als Durchfahrt nach Davenstedt genutzt. „Auch wenn ein paar Personen eine Umsteigemöglichkeit nutzen würden, so wäre das keine signifikante Verbesserung der Verkehrslage“, sagt Klein. Das Gegenteil sei eher der Fall, weil weiterer Verkehr für Velber hinzu käme. Sinn würde eine Stadtbahnverlängerung nur machen, wenn auch für Velber und die südlichen Ortsteile von Seelze Synergien erzielt werden könnten. Damit könnte dann erneut die Schuldiskussion eröffnet werden und die geplante Grundschule von Harenberg nach Velber verlegt werden, weil dann die Eltern ihre Kinder bis zur Schule in der Nachbarschaft des Park & Ride-Platzes bringen und mit der Stadtbahn zur Arbeit nach Hannover fahren könnten. Klein betont, dass zur Wirtschaftlichkeit einer Verlängerung der Stadtbahn weitere Nutzer der Bahn generiert werden müssten. Dies könne nur mit erheblicher Wohnbebauung in Form von Mehrfamilienhäusern im Umfeld erreicht werden. Zudem würde eine Verlängerung der Stadtbahn den Bestand der bisherigen Buslinien möglicherweise gefährden, sagt der Ortsbürgermeister.

„Einer ganzheitlichen Betrachtung und auch einem großen Wurf mit Verlängerung über Harenberg nach Seelze-Süd stehe ich aufgeschlossen gegenüber, nicht aber einem populistischen Griff nach einem Ladenhüter aus der Mottenkiste“, betont Klein. Dazu müsste aber noch mehr in Harenberg und Seelze-Süd passieren. Es verwundere ihn zudem sehr, dass in Bewohner von Velber und Mitglied des Ortsrates solch einen Mini-Vorschlag zum Nachteil von Velber promote, kritisiert Klein den in Velber wohnenden CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Gerold Papsch, der gemeinsam mit CDU-Fraktionschef Jens Willms den Antrag zur Stadtbahnverlängerung präsentiert hatte.

Von Thomas Tschörner

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