Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Seelze Stadt ist von Südlink nicht begeistert
Umland Seelze Stadt ist von Südlink nicht begeistert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:01 21.02.2019
Entlang der Osnabrücker Landstraße machen nach wie vor rote Kreuze auf den Protest gegen den Südlink aufmerksam. Quelle: Mark Vitas (Archiv)
Seelze

Der Plan des Netzbetreibers Tennet, die Stromtrasse Südlink jetzt doch durch die westliche Region zu führen, wird in Seelze weiterhin abgelehnt. Während Bürgermeister Detlef Schallhorn Seelzes Interessen mit Nachdruck vertreten will, zeigt sich Lohndes CDU-Vorsitzender Jörg Mahnke entsetzt und fassungslos. Die Bürgerinitiative (BI) Gümmer-Lohnde spricht von einer sinnlosen Verbrennung von Steuergeld: Die Pläne von Tennet seien nicht auf dem Stand der Technik.

„Nachdem bereits vor einigen Wochen von Tennet einer der beiden möglichen Trassenverläufe westlich von Hannover wegen der festgestellten Raumwiderstände ausgeschlossen worden war, ließ sich vermuten, dass eine östliche Trassenführung wahrscheinlicher geworden ist“, erinnert Schallhorn an den vorherigen Verlauf der Diskussion. Die nun offenbar dennoch bevorzugte Trassenführung westlich von Hannover sei zunächst der Vorschlag von Tennet. Offizielle Informationen von Tennet erhalte die Stadt Seelze erst am Donnerstagabend bei einem gemeinsamen Termin mit Vertretern vieler weiterer Kommunen in Hildesheim, teilte Stadtsprecher Carsten Fricke am Donnerstagnachmittag mit. Ob es tatsächlich zu der westlichen Variante komme, werde das weitere Verfahren zeigen. „Die Stadt Seelze wird die Seelzer Interessen selbstverständlich auch im weiteren Verlauf mit Nachdruck gegenüber der Bundesnetzagentur vertreten“, betonte Schallhorn.

„Mit Entsetzen und Fassungslosigkeit haben wir die Empfehlung von Tennet zum Trassenverlauf zur Kenntnis nehmen müssen“, sagte Lohndes CDU-Vorsitzender Jörg Mahnke. Gerade für Lohnde bedeute dies nach der Entscheidung für den Abfallbetrieb und die Empfehlung für einen Trassenausbau der bestehenden Bahnstrecke eine weitere Belastung, die einem Ausverkauf von Lohnde sehr nahe komme. „Wie weit soll die Belastung noch gehen“, fragt Mahnke. „Die Begründung von Tennet, dass man sich bei der Entscheidung an Wasserschutz, Artenschutz und Baugebiete orientiert hat, klingt für uns wie ein Hohn.“ Was sei mit dem Lohnder Kiesteich, was mit den Teichen von Rosemeyer, was mit der genehmigten Anlage des Abfallbetriebes als neue bestehende Industrieanlage, was ist mit der Neufestlegung der bestehenden Naturschutzgebiete, fragt Mahnke weiter. Dann hätten sich wohl auch die Überlegungen für ein Altenheim und die Westgrundschule in Lohnde erledigt. Mahnke appelliert an Schallhorn, sich nicht durch Allgemeinplätze wie Bürgerbeteiligung und Diskussionsforen abspeisen zu lassen. „Die jetzige Empfehlung ist doch schon weitestgehend an den Lohnder Bürgern vorbei festgelegt worden.“ Außerdem hätten die Lohnder dazu in Sachen Abfallbetrieb bereits ihre leidigen Erfahrungen gemacht.

Ablehnend äußert sich auch Hans-Ullrich Witt, Sprecher der BI Gümmer-Lohnde. „Das ist eine sinnlose Verbrennung von Steuergeld.“ Das Netz von Tennet sei völlig überhastet geplant worden und diene nur dem Geschäft des Unternehmens. An heutiger Technik ginge es vorbei. Witt nennt die Umwandlung von Strom in Wasserstoff, den Transport des Gases und die erneute Rückwandlung von Wasserstoff in Strom. Schon jetzt gebe es Pilotprojekte im Berliner Raum. Wasserstoff könne zudem unterirdisch in Kavernen gespeichert werden. Wasserstoff sei der Brennstoff der nahen Zukunft, Tennet setze dagegen auf veraltete Technik.

Von Thomas Tschörner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Acht Laternen in Seelze und Letter spenden neben Licht auch Musik. Das Projekt der Hörregion Hannover startet ab sofort mit der Einsende-Möglichkeit von Musikstücken.

24.02.2019

Tennet will die Stromautobahn unter anderem durch Seelze verlegen. Bürgermeister Schallhorn ist verwundert, mahnt aber zur Ruhe.

21.02.2019

Wenn das Mega-Stromkabel Südlink durch die Region verlegt wird, müssen auch die Landwirte berücksichtigt werden, sagt Volker Hahn, Vorsitzender des Landvolks Hannover. Wegen der Wärmeabstrahlung dürfe es nicht unter Ackerflächen verlaufen.

24.02.2019