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Seelze Stadt plant Netzeigentumsgesellschaft
Umland Seelze Stadt plant Netzeigentumsgesellschaft
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00:19 10.01.2019
Die Stadt will eine Netzeigentumsgesellschaft gründen. Quelle: Thomas Tschörner
Seelze

Die Stadt Seelze will gemeinsam mit einem Partner eine Netzeigentumsgesellschaft gründen, die 2020 an den Start gehen soll. Weil es ein Strom- und ein Gasnetz gibt, können es möglicherweise auch zwei Gesellschaften werden. Die Kommune erhofft sich eine Rendite und will letztlich Eigentum am Strom- und Gasnetz aufbauen. Die bisherigen Konzessionsverträge für Gas und Strom laufen 2020 und 2022 aus.

Bislang sind enercity und Avacon in der Obentrautstadt in Sachen Netzversorgung aktiv. Zudem ist die Stadt in zwei Bereiche –Letter und die übrigen zehn Stadtteile –geteilt. „Wir wollen jetzt die gesamte Stadt ausschreiben“, sagt Bürgermeister Detlef Schallhorn. Die Stadt werde an der neuen Gesellschaft einen Anteil von 51 Prozent halten. Idealerweise liege dann alles in einer Hand. Allerdings kann es auch zu zwei Gesellschaften kommen, von denen dann eine für Strom und eine für Gas zuständig ist.

Doch zunächst muss die Kommune investieren. „Das kostet uns Geld“, sagt der Erste Stadtrat Steffen Klingenberg, der auch Kämmerer ist. Denn die Netzeigentumsgesellschaft müsse die beiden Netze für Strom und Gas von den derzeitigen Eigentümern enercity und Avacon kaufen. Anschließend verpachtet die Netzeigentumsgesellschaft das Netz an das Energieversorgungsunternehmen zurück, das 49 Prozent der Gesellschaft hält. Die Stadt erhofft sich davon eine Rendite sowie die Refinanzierung ihres Anteils des Kaufpreises, den sie über Kredite finanzieren muss. „Wir wollen damit auch Tafelsilber schaffen“, sagt Klingenberg.

Es gebe allerdings einen kleinen Haken. „Wir wissen noch nicht, wie hoch der Kaufpreis sein wird.“ Die Stadt hat als Anhaltspunkt in ihrer Vorlage den kalkulatorischen Restwert der Netze genommen, den die Regulierungsbehörde als Grundlage für die Ermittlung der Netzentgelte anerkennt. Dieser liegt aktuell bei 5,265 Millionen Euro. Die genaue Höhe sei abhängig vom Angebot des Beteiligungspartners und dem tatsächlich erzielten Kaufpreis. Genau könne deshalb der Betrag zum derzeitigen Zeitpunkt nicht genannt werden.

Klingenberg spricht von einer rein fiskalischen Entscheidung. Die Stadt rechnet mit einer Rendite auf ihr eingesetztes Kapital von 5,7 Prozent für das Gasnetz und 5,9 Prozent für das Stromnetz. Erwartet wird eine mit jährliche Ausschüttung von rund 293.000 Euro an die Kommune. Davon müsste allerdings der Schuldendienst –Zinsen und Tilgung – für das aufgenommene Kapital abgezogen werden. Bei einer Finanzierung über 30 Jahre und einem Zinssatz von 2 Prozent würde sich die Investition selbst tragen und sogar einen kleinen Überschuss von jährlich etwa 58.000 Euro abwerfen. Nach 30 Jahren wäre Seelze letztlich auch wirtschaftlich zu 51 Prozent Eigentümer der Gesellschaft. „Auf die Endkunden hat das keine Auswirkungen“, sagt Klingenberg. Für den Verbraucher spiele es keine Rolle, wem das Netz gehöre.

Von Thomas Tschörner

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