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Seelze Statistik: Zahl der Straftaten in Seelze geht zurück
Umland Seelze Statistik: Zahl der Straftaten in Seelze geht zurück
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00:18 17.03.2019
"Wir sind mit viel Polizei auf der Straße": Axel Bleibaum (von links), Dennis Schmidt, Leiter der Kommissariats, Ralf Handke und André Butte. Quelle: Linda Tonn
Seelze

Natürlich könne es sich für jede einzelne Person individuell anders anfühlen, sagt der Leiter des Polizeikommissariats Seelze, Dennis Schmidt. „Die objektiven Zahlen zeigen aber, dass die Zahl der Straftaten zurückgegangen ist. Seelze ist sicher.“ Am Donnerstag hat die Polizei ihre Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2018 vorgelegt. Sie ermöglicht einen Einblick in die Art der Delikte – von Einbruch, Sachbeschädigung bis Betrug – und gibt Aufschluss über die Täter und die Aufklärungsquote. Insgesamt hat das Kommissariat in der Goethestraße im vergangenen Jahr 1763 Straftaten bearbeitet, 2017 waren es noch 1906, 2014 sogar 2720. „Besonders stolz sind wir darauf, dass wir die Aufklärungsquote weiter steigern konnten“, sagt André Butte, der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes. Dreiviertel aller Straftaten konnten aufgeklärt werden. Schmidt führt das auf die gute Zusammenarbeit innerhalb der Dienststelle zurück. „Außerdem sind wir mit viel Polizei auf der Straße. Das erhöht den allgemeinen Druck.“ Die Beamten hätten alle Bereiche im Blick, kontrollierten nicht nur, ob jemand Drogen genommen habe und mit Alkohol am Steuer unterwegs sei, sondern auch in der Einbruchszeit oder bei Sachbeschädigungen. „Dadurch treffen wir auf mehr Personen, die für uns auch relevant sind“, sagt Schmidt.

Mehr Fälle häuslicher Gewalt

Als positiv bezeichnet der Leiter des Kommissariats auch die abnehmende Zahl von minderjährigen Tatverdächtigen. 1005 Tatverdächtige ermittelte die Polizei insgesamt – 87, also knapp 9 Prozent von ihnen, waren unter 18 Jahre. 2017 waren es noch 11 Prozent. Angestiegen sind allerdings die Fälle von häuslicher Gewalt. Im vergangenen Jahr sind 164 bei der Polizei gemeldet worden, davon 135 an Frauen und 29 an Männern. „Die Straftaten reichen von Bedrohung, Stalking, Beleidigung bis hin zu Körperverletzung“, sagt Butte, der vermutet, dass die Dunkelziffer in diesem Bereich deutlich höher liegt. Alle Fälle würden an entsprechende Beratungsstellen weitergeleitet, die sich langfristig um die Opfer kümmere. „Der Anstieg der Zahlen lässt sich allerdings auch durch ein gestiegenes Anzeigeverhalten erklären“, sagt Schmidt. Viele Betroffene wüssten, dass ihnen dadurch geholfen werden könne. „Jeder Fall wird von uns zur Anzeige gebracht.“

Zahl der Einbrüche geht um die Hälfte zurück

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Wohnungseinbrüche um 50 Prozent verringert. Zählte die Polizei 2017 noch 61 Fälle im Seelzer Stadtgebiet, waren es im vergangenen Jahr nur 29. „Dabei blieb es in 14 Fällen bei einem Versuch“, sagt André Butte. Die Aufklärungsquote sank allerdings ein wenig auf knapp 14 Prozent. Trotz der sinkenden Fallzahlen blieben Einbrüche im Fokus der Polizeiarbeit, sagt Butte. „Für die Betroffenen ist jeder Einbruch ein Einbruch zu viel“, sagt Dennis Schmidt, der Leiter des Polizeikommissariats. „Das Eindringen in die Privatsphäre ist für die Betroffenen ist eines der belastendsten Ereignisse.“ Auch nach einem Einbruch kümmere sich die Polizei um die Opfer. Zudem habe man die Präventionsarbeit verstärkt: Gerade in der dunklen Jahreszeit seien vermehrt Streifen unterwegs, zudem würden Anwohner direkt angesprochen – etwa wenn im Erdgeschoss ein Fenster auf Kipp steht. „Es ist wichtig, dass wir ins Gespräch kommen und sensibilisieren“, sagt Schmidt. Die sinkende Zahl der Einbrüche führt er auch auf die vielen Kontrollen der Polizei zurück. Schmidt fordert dennoch Anwohner auf, sofort zum Telefonhörer zu greifen, wenn sie etwas Verdächtiges in der Nachbarschaft beobachten. „Wir sind rund um die Uhr erreichbar und auf jede Mithilfe angewiesen.“ ton

Unterschiedlich sind die Entwicklungen auf der Straße: Sowohl die Zahl der Fahrraddiebstähle als auch der Diebstähle und Beschädigungen von Autos sind im vergangenen Jahr zurückgegangen. Wurden 2017 noch 98 Räder gestohlen, waren es 2018 nur 86. Auch das führt Schmidt auf die höhere Präsenz von Polizisten auf der Straße und an relevanten Orten wie Bahnhöfen zurück. Leicht zugenommen haben allerdings Sachbeschädigungen wie angeschmierte Häuser und umgetretene Schilder. Bei fast 100 Prozent liegt die Aufklärungsquote bei Drogenbesitz und -konsum. 180 Taten zählte die Polizei in 2018, bei einem Großteil handelte es sich Cannabis. Auch hier funktioniere der Kontrolldruck auf der Straße, sagt Schmidt. „Die Kollegen können mutmaßliche Täter häufig schon am Gang erkennen.“

Immer mehr Angriffe gegen Polizei

Eine Zahl, die Schmidt allerdings fassungslos macht, ist die der Widerstände gegen Polizeibeamte. Sie ist von drei in 2017 auf 13 in 2018 angestiegen. In sieben Fällen wurden Polizisten tätlich angegriffen. Im November wurde ein Beamter dabei so stark verletzt, dass er drei Monate ausfiel. Häufig handle es sich dabei um Tätergruppen. Auch das Filmen und Fotografieren bei Einsätzen werde mehr. „Der Zustand ist unerträglich“, sagt Schmidt. „Die Respektlosigkeit nimmt immer weiter zu. Wer helfen will, wird attackiert.“

Von Linda Tonn

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