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Sehnde Blasorchester machen Druck unterm Kirchendach
Umland Sehnde Blasorchester machen Druck unterm Kirchendach
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16:39 09.12.2018
Mit vollem Einsatz leitet Thiemo Fröhlich das Weihnachtskonzert der Blasorchester und Chor AG der KGS. Quelle: Susanne Hanke
Ilten

Der Kirchenvorstand der Barockkirche Ilten hatte am Freitagabend ein wenig Sorge um das altehrwürdige Gemäuer. Denn wenn das gesamte Blasorchester und die Chor-AG der KGS Sehnde beim Weihnachtskonzert zusammen loslegen, da fliege doch das Dach weg, wurde scherzhaft gewarnt. Es war aber auch eine beeindruckende Zahl von 120 Kindern und Jugendlichen, die auf ihren Instrumenten mächtig Druck machten.

Unterstützt durch die herrliche Akustik in der Kirche, entfaltete sich ein wunderbar stimmungsvolles Konzert, das ebenso mit einem großartigen Können der Schüler überzeugte. Schon der Auftakt, den das Blasorchester des siebten und achten Jahrgangs mit traditionellen Weihnachtsliedern gestaltete, ging unter die Haut. Etwas außerhalb der weihnachtlichen Stimmung, aber sehr effektvoll, klang die Instrumentalvertonung vom „Erlkönig“. Wunderbar auf den Punkt gespielt war das Hufgetrappel der Pferde zu hören und die dramatische Stimmung eingefangen. Dagegen setzte der Chor unter der Leitung von Andreas Engelhorn leisere Töne. Dabei wunderschön akzentuiert, besonders bei der Interpretation des Songs „Leiser“ von Lea.

Einzeldarbietungen, wie vom Trompeten-Ensemble Janek Roth und Indra Menzel, bereicherten das eindrucksvolle Weihnachtskonzert. Quelle: Susanne Hanke

Mit einer ganz eigenen Dynamik überzeugte das Blasorchester des neunten und zehnten Jahrgangs. Hier war schon die Erfahrung zu spüren, die sich bei einem längeren Zusammenspiel entwickelt. Dahinter steht das Konzept der Bläserklassen der Kooperativen Gesamtschule, die ab der fünften Klasse jedem Schüler, der daran teilnehmen will, ein Instrument zur Verfügung stellt. Dafür muss aber eine zweijährige Verpflichtung eingegangen werden. Eine weitere Voraussetzung sei, das dieses Instrument vorher nicht gespielt worden sei, damit alle zusammen bei Null anfangen, erläuterte Engelhorn.

Es gebe aber auch Ausnahmen, so wie bei Marit Halberkamp, die jedoch ein Streichinstrument, die Geige spiele. Damit leitete er über zu dem nachfolgenden Solo, der Sonate G-Dur von Johann Sebastian Bach, die sie zusammen mit Yo Hirano am Piano zu Gehör brachte. Durch die mit einfließenden Soli entspann sich so ein harmonisches Geflecht von druckvollem musikalischem Temperament zu dem intensivem Erlebnis einzelner Instrumentierung. Auch die gute alte Blockflöte gelangte hier zu Ehren, die von Inga Busche gespielt wurde.

Ein wundervolles Solo auf der Altblockflöte bot Inga Busche. Quelle: Susanne Hanke

Ein sehr lebendiger Abschluss rundete das weihnachtliche Konzert ab, bei der die Orgel mit einbezogen wurde – sie zeigte noch einmal den vollen Einsatz von Thiemo Fröhlich und dem gesamten Ensemble. Der hatte dabei mit seiner Dirigentenposition den Chor auf der Empore sowie die im Kirchenraum verteilten Bläserensembles in einer Rundumstellung gleichzeitig zu leiten. Das Kirchendach erwies sich jedoch als sehr tragfähig und bot dieser musikalischen Vielfalt herrlichen akustischen Schutz.

Von Susanne Hanke

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