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Sehnde Assewasser: Für Klage bleibt wenig Zeit
Umland Sehnde Assewasser: Für Klage bleibt wenig Zeit
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00:16 03.08.2018
Mit den gelben Holzkreuzen der Bürgerinitiative protestieren auch viele Anwohner im ganzen Stadtgebiet gegen das Assewasser. Quelle: Archiv
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Sehnde

Die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Assewasser – Nein Danke“ sind geschockt: Mit dem Beschluss vom 18. Juli, darf künftig Assewasser in Sehnde eingeleitet werden. Das hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie entschieden. Das sorgt nicht nur für Entsetzen bei vielen Sehndern, sondern auch für Ärger unter den Mitgliedern der BI. Sprecher Bernd Nieding trat am Dienstag zurück.

„Es gibt unterschiedliche Ansichten über das weitere Vorgehen in der Sache“, sagt Nieding. Die anderen Mitglieder der BI hatten seine letzte öffentliche Mitteilung kurzerhand von der BI-eigenen Homepage genommen. Darin hatte Nieding vor allem die „Lethargie der Sehnder Politik“ kritisiert. Er möchte sich zu dem Schreiben jetzt aber nicht mehr äußern.

Man habe mit der Sehnder Politik gut zusammengearbeitet und man wolle an der Umgangsweise auch nichts ändern, bekräftigt BI-Sprecher Cedric Bätje. Die Vorgehensweise von Nieding habe einfach nicht zum Konzept der BI gepasst. Starker Druck auf die Entscheidungsträger bewirke nur das Gegenteil von dem, was man sich wünsche, ist Bätje überzeugt. Deshalb sei man sich unter den Aktiven einig gewesen, dass solche Mitteilungen unterbleiben müssten. „Wir haben weiter Vertrauen in die Sehnder Politik, dass sie unser Anliegen unterstützt“, sagt Bätje.

Mit Nieding sei man aber „in Frieden“ auseinandergegangen. Auch der ehemalige Sprecher Nieding bestätigt das. „In der Sache sind wir uns ja weiter einig und ich werde mich in der Sache auch weiter einsetzen.“

Nach dem Beschluss des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie, der die Einleitung von Assewasser in Sehnde zulässt, hat die BI die Akten dazu eingesehen. Mit Hilfe einer Expertin haben die Sehnder Aktivisten festgestellt, dass eine „radiologische Unbedenklichkeit“ des Wassers nicht gegeben ist. Die Stadt Sehnde gehe hinsichtlich ihrer Trinkwasserqualität ein großes Risiko ein. Denn: „Bei dem einzuleitendem Wasser sollen künftig nur zwei Stoffe – Tritium und Cäsium – geprüft werden“, sagt Bätje. Alle weiteren möglichen sogenannten Radionuklide blieben in Bezug auf die Trinkwasserverordnung unberücksichtigt. „Wir wissen damit nicht, was für Stoffe in unser Trinkwasser gelangen, und das halten wir für ein zu großes Risiko“, so Bätje.

Aus diesen Gründen müsse die Stadt Sehnde unbedingt gegen den Beschluss vom 18. Juli vorgehen. „Für eine Klage bleiben jetzt nur noch zweieinhalb Wochen“, macht Bätje deutlich. Man sei dazu aber schon mit der Sehnder Politik im Gespräch. Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke bestätigt: „Wir sind in der Verwaltung gerade dabei, das Ganze aufzubereiten.“ Über das weitere Vorgehen der Stadt Sehnde bei dem Thema soll am nächsten Montag mit dem Verwaltungsausschuss in einer außerordentlichen Sitzung entschieden werden.

Von Patricia Oswald-Kipper

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