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Sehnde BUND macht gegen Holcim-Pläne mobil
Umland Sehnde BUND macht gegen Holcim-Pläne mobil
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13:13 13.09.2018
Die Firma Holcim will bei der Zementherstellung künftig den Abfallbrennstoff Renotherm einsetzen. Quelle: Archiv
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Höver

Die Pläne von Holcim, in der Zementfabrik den aus gefährlichen Anfällen gewonnenen Brennstoff Renotherm einzusetzen, stoßen nicht nur in der Bevölkerung in Höver auf Kritik: Jetzt macht auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen das Vorhaben mobil. „Das Verfahren wurde hier ganz schnell und ohne die Beteiligung der Bevölkerung abgeschlossen“, lautet der Vorwurf von Karsten Poschadel vom BUND Lehrte/Sehnde. Er selbst habe von dem Vorhaben des Zementherstellers Holcim erst viel zu spät erfahren.

Holcim will ab 2019 in seiner Anlage in Höver den Brennstoff Renotherm einsetzen, der hauptsächlich aus Industrieabfällen besteht. Die Stadt Sehnde war im Frühsommer lediglich zu einer Stellungnahme aufgefordert worden, in der sie noch einzelne Forderungen etwa hinsichtlich der Anlieferungswege für den Brennstoff geltend machte.

„Der Standort in Höver wird damit eine reine Sondermüllverbrennungsanlage, getarnt als Zementfabrik“, meint Poschadel. Dadurch, dass Holcim seine Brennstoff-Palette zur Zementherstellung über Jahre sukzessive erweitert habe, sei die Firma an dem üblichen Genehmigungsverfahren für eine solche Müllverbrennungsanlage vorbei gekommen.

Poschadel bezweifelt, ob alles mit rechten Dingen zuging. „Es gab hier kein offenes Verfahren mit Anhörung“, sagt er. Das Vorhaben sei an den Bürgern vorbei entschieden und diese schließlich vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Da gilt sein Vorwurf auch den verantwortlichen Politikern bei der Stadt, der Region und beim Land. „Man bekommt hier das Gefühl, dass das unter der Hand durchgewunken wurde“, sagt Poschadel. Bei einer Neuplanung einer solchen Müllverbrennungsanlage wäre diese so niemals genehmigt worden, ist er überzeugt: „So kann keine Umweltpolitik sein.“

Poschadel will jetzt mit dem BUND-Vorstand Möglichkeiten des Protests ausloten. Er appelliert dabei auch an die Politiker der Nachbarkommunen Sehndes, sich mit dem Thema intensiv zu beschäftigen. Denn nicht nur Sehnde und speziell Höver seien von der Umweltverschmutzung durch die Verbrennung betroffen. Auch Lehrte und Hannover bekämen bei bestimmten Windlagen die Abgase ab.

Von Patricia Oswald-Kipper

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